1. Januar: Neujahrsumzug der Mainzer Garden zum Auftakt der Fastnachtskampagne – Narrenkette über Theodor-Heuss-Brücke

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Am 1. Januar reiben sich Neu-Mainzer gerne verwundert die Augen: Trommeln erklingen, Fanfarenklänge schallen durch die Straßen – und es donnert das „Helau!“ Na klar: Am 1. Januar starten die Mainzer Garden mit dem traditionellen Neujahrsumzug in die Fastnachtskampagne. Pünktlich um 11.11 Uhr geht es los, egal ob der Schädel von der Neujahrsnacht noch brummt! Rund 1.000 Gardisten, Dragoner, Husaren und Herolde, dazu knapp 500 Musiker werden zum großen Neujahrsumzug erwartet. Los geht’s am Ernst-Ludwig-Platz an der Großen Bleiche, von dort zieht der Zug über die Große Bleiche zum Münsterplatz und schlängelt sich von dort über Schillerstraße, Schillerplatz und Ludwigsstraße bis zum Domplatz. Dort erwartet alle Närrinnen und Narrhallesen ein stimmgewaltiges Neujahrskonzert der Mainzer Garden, das vom Mainzer Carneval-Verein (MCV) und der Stadt Mainz ausgerichtet wird.

Beim Neujahrsumzug starten die Garden und Fastnachter in die neue Fastnachtskampagne, hier grüßt die Burggrafengarde an der Peterskirche (allerdings an Rosenmontag…) – Foto: gik

„Es ist einfach eine tolle Veranstaltung, die von Jahr zu Jahr mehr Gäste am Neujahrsmorgen in die Innenstadt lockt“, freut sich Zugmarschall Markus Perabo, Sprecher der MCV-Zugleitung, schon mal auf den Fastnachtsauftakt. Der Neujahrsumzug ist große Fastnachtstradition und tatsächlich für viele Mainzer Fastnachter absolute Ehrensache. Alle Garden sind dabei vertreten – und davon gibt es in Mainz allein an die 30 Stück. Gegründet wurden die Garden übrigens als Parodie aufs preußische Militär, die älteste Mainzer Garde ist die 1837 gegründete Ranzengarde, wobei „Ranzen“ nicht vom Rucksack kommt, sondern ein Meenzer Ausdruck für den weit vorstehenden Bauch der Herren.

Die Mainzer Kleppergarde ist übrigens die zweitälteste Mainzer Garde, gegründet 1856. Ihr wohl berühmtestes Mitglied war der Nackenheimer Schriftsteller Carl Zuckmayer, der als Kind ein Klepperbub war und 1913 die berühmte Novelle „Fastnachtsbeichte“ verfasste. Und noch immer trägt die Garde am Mittwoch vor Fastnacht einen Klepperwettbewerb unter der Jugend aus. Der General der Garde reitet im Rosenmontagszug alljährlich auf dem „Schockegaul“ mit – einem Schaukelpferd.

Bernd Frank ist die Jägergarde – die kleinste Garde von Mainz, besteht sie doch nur aus einem Mann. – Foto: gik

Doch Garden sind keineswegs nur etwas Altes: In den 1970er Jahren wurden gleich mehrere Mainzer Garden gegründet – die jüngste dürfte die Mainzer Bohnegard sein, wie uns gerade zugetragen wurde: sie wurde am 10. Juni 2015 gegründet. Die kleinste Garde ist aber definitiv die Jägergarde: Sie besteht aus genau einem Mitglied und hat zudem einen Aufnahmestopp verhängt… Mehr zu der Ein-Mann-Garde von Bernd Frank lest Ihr hier.

Flankiert wird der erste närrische Lindwurm des Jahres vom Neujahrsempfang mit dem Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) sowie einem vierfarbbunten Festprogramm. Nach dem Umzug, bei dem traditionell der Mainzer Narrenruf „Helau“ lautstark eingeübt wird, startet gegen 12.00 Uhr auf dem Domplatz ein Platzkonzert mit Musikstücken der närrischen Kapellen der Mainzer Prinzengarde, der Füsilier-Garde, der Mombacher Prinzengarde, der Mainzer Rittergilde und der Garde der Prinzessin.

Den Einmarsch leitet natürlich die Mainzer Ranzengarde musikalisch ein, ist sie doch die älteste Mainzer Garde und eröffnet traditionell auch den Rosenmontagszug. Nach der Begrüßung der Narrenschar durch Oberbürgermeister und MCV-Präsident Reinhard Urban wird die Suppenkanone durchgeladen und gefeiert. „Der Start in die Kampagne geht nicht nur mit fastnachtlicher Musik und unzähligen Helaus über die Bühne“, verspricht MCV-Präsident Urban, „sondern wir bieten auch jedem Hungrigen und Durstigen reichlich Gelegenheit, sich zu stärken und den Wetterkapriolen zu trotzen.“ Einen interessanten Programmmix und lockeren Aufgalopp ins neue Jahr versprechen die Organisatoren, närrisches Verkleiden ist dabei ausdrücklich erlaubt und erwünscht.

Mainzer Garden am 11.11. auf dem Schillerplatz, fotografiert vom Balkon des Osteiner Hofs aus. – Foto: gik

Nach dem Platzkonzert beziehen einige närrische Garden zum ersten Mal in der Kampagne ihr jeweiliges Feldlager – das können Turnhallen ebenso sein wie Weinstuben oder der Frankfurter Hof. Die Roten Husaren laden derweil nach dem Platzkonzert auf dem Marktplatz zu einer Narrenkette über die Theodor-Heuss-Brücke. Dabei stellen sich befreundete Garden von Mainz Richtung Wiesbaden auf, OB Ebling muss dann die Narrenkette abschreiten – sein Wiesbadener Pendant, Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) weilt übrigens im Silvesterurlaub. Ziel der Narrenkette ist die Reduit in Mainz-Kastel, das Vereinsheim des C.C. Rote Husaren Mainz-Kostheim 1952 e.V., die 2018 ihr 66-jähriges Jubiläum feiern. Die Roten Husaren haben übrigens eine Frau an ihrer Spitze: Präsidentin Gabriele Ackermann.

Mit dem Neujahrsumzug startet die Kampagne 2018 in einige turbulente Wochen: Die Kampagne ist ganze sechs Wochen kurz – Rosenmontag ist bereits am 12. Februar. Am Aschermittwoch, dem 14. Februar 2018, endet mit der traditionellen Fastnachtsbeerdigung das närrische Treiben und die Fastenzeit vor Ostern beginnt. Mit dem 1. Januar tritt auch das Närrische Grundgesetz in Kraft, verkündet wurde es bereits am 11.11.2017 – mehr vom 11.11. lest Ihr hier, die 11 Artikel für die Narrenfreiheit könnt Ihr hier noch einmal nachlesen. Na dann: HELAU!! (Aber erst am 1. Januar….)

Info& auf Mainz&: Neujahrsumzug der Mainzer Garden am Montag, 1.1.2018. Los geht’s um 11.11 Uhr auf dem Ernst Ludwig-Platz, von dort zieht der Umzug durch die Große Bleiche zum Münsterplatz, Schillerstraße, Schillerplatz und Ludwigsstraße bis zum Domplatz. Gegen 12.00 Uhr närrisches Platzkonzert auf dem Domplatz, im Anschluss Narrenkette über die Theodor-Heuss-Brücke zur Reduit in Mainz-Kastel.

Über den Autor / 

Gisela Kirschstein

Gisela Kirschstein ist die Erfinderin von Mainz&, langjährige Journalistin, Filmemacherin & Buchautorin. In Mainz zuhause, schreibt sie am liebsten Geschichten über Menschen, Wein & Kurioses, und frönt im Hauptberuf ihrer Leidenschaft als politische Korrespondentin, in Hessen & Rheinland-Pfalz. Bekannt ist sie seit 1997 unter dem Kürzel gik.

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