16. Mainzer Wissenschaftsmarkt: Mensch und Umwelt – Planeten Erde verstehen, (be)greifen und bestaunen

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Wo gibt es Wolken zum Mitnehmen? Wer schnüffelt gegen den Treibhauseffekt? Was gibt es im virtuellen Ice-Cube-Experiment zu sehen? Und: Was passiert im Dschungelcamp? Am 9. und 10. September 2017 ist wieder Zeit zum Fragen stellen, zum (Be)greifen, Mitmachen und zum Staunen: Der Mainzer Wissenschaftsmarkt schlägt wieder seine Zelte auf dem Gutenbergplatz vor dem Theater auf. Rund 400 (!) Wissenschaftler der Mitgliedsinstitutionen der Mainzer Wissenschaftsallianz präsentieren in diesem Jahr mehr als 30 Projekte, die sich um das Thema „Mensch und Umwelt“ ranken. Die Zeltstadt auf 800 Quadratmetern Fläche lädt ein, Wissenschaft rund um das Schwerpunktthema „Mensch und Umwelt“ zu erleben: Eine Einladung zum Begreifen unseres Planeten Erde und des menschlichen Einflusses auf seine Entwicklung.

Labor-Zelte vor dem Theater – das heißt: der Wissenschaftsmarkt tagt! – Foto: gik

Wissenschaft zum Anfassen, das ist das Markenzeichen des Mainzer Wissenschaftsmarktes, der schon 2008 ins Leben gerufen wurde. Präsentiert wird dabei in einer Zeltlandschaft Wissenschaft auf leicht verständliche Art und Weise, mit Experimenten zum Mitmachen und Forscher zum Anfassen. Das diesjährige Jahresthema „Mensch und Umwelt“ greife die Bedeutungen der menschlichen Handlungen für die Entwicklung des Planeten auf, erklärte Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) im Vorfeld. Dazu gehörten aktuelle Entwicklungen wie der Klimawandel ebenso wie globale soziale Auswirkungen unseres Wirtschaftens und Konsumverhaltens und der Umgang mit Ressourcen.

Rund um das Schwerpunktthema präsentiert denn auch etwa die Katholische Hochschule den Pfad von Ethik und Werten und setzt sich mit der Umwelt-Enzyklika „Laudato Si“ von Papst Franziskus auseinander. Das Max Planck-Institut für Polymerforschung zeigt seine Forschung zur Entwicklung von neuartigen mikro- und nanostrukturierten Oberflächen, der Sonderforschungsbereich Spin+X der Mainzer Universität Mainz und der TU Kaiserslautern zeigen neuartige Materialien für energieeffizientere und damit umweltschonendere Technologien. Auch bereits in der Anwendung befindliche Entwicklungen werden präsentiert, betont der Präsident der Mainzer (Fach)Hochschule, Gerhard Muth, zugleich Vorstandsvorsitzender der Mainzer Wissenschaftsallianz. Und mit „Dark Matters. Die Dunklen Materien der Stadt“ sei auch ein Projekt an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Stadtgesellschaft vertreten, „das spielerisch die Dimensionen des Unbekannten und die Ränder des aktuellen Wissens erlebbar macht.“

In der Mainzer Wissenschaftsallianz sind die Uni Mainz, die Fachhochschule Mainz sowie diverse Forschungsinstitute und Einrichtungen zusammengeschlossen. Die Stadt Mainz ist mit ihrem „Masterplan 100% Klimaschutz“-Projekt vertreten und hat sich vorgenommen, die Abläufe der Weltklimakonferenz verständlicher zu machen und zu zeigen, wie eine Stadt lokale Lösungen anbietet. Einblicke in Forschung, Umsetzung und Anwendung geben aber auch das i3mainz, das Institut für raumbezogene Informations- und Messtechnik der Hochschule Mainz: Hier werden verschiedene Möglichkeiten der Erfassung, Darstellung und Auswertung digitaler Geländemodelle gezeigt und das geographische Informationssystem (GIS) zur Unterstützung der Vorhersage und Bewältigung einer städtischen Flutkatastrophe vorgestellt. Beim Fraunhofer ICT-IMM heißt es wiederum „Schnüffeln gegen den Treibhauseffekt“ mit dem Leck-Suchgerät, dessen Helium-Sensor dort entwickelt wurde.

Auch um Wolken, Wetter und Unwetter geht es beim Wissenschaftsmarkt in Mainz. – Foto: gik

„Die Universität öffnet dabei die Tür zu wissenschaftlichen Projekten, die in der Regel dem außeruniversitären Publikum gar nicht oder nur sehr selten zugänglich sind“, betont Universitätspräsident Georg Krausch. Gerade die Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen stünden dabei im Mittelpunkt. So könnt Ihr etwa mit den Wissenschaftlern des Exzellenzclusters PRISMA natürliche Radioaktivität in der Nebelkammer beobachten und Neutrinos im virtuellen Ice-Cube-Experiment erleben. Die AG Geophysik und Geodynamik des Instituts für Geowissenschaften der JGU präsentiert Forschung zur Deformation der Erde, geothermische Explorationen oder auch industrielle Prozesse. „Unsere Forschung ist wichtig um Naturkatastrophen und mögliche negative Folgen menschlichen Handelns zu vermeiden sowie die Qualität einiger wichtiger Materialien wie Glas zu verbessern“, erläutern die Projektverantwortlichen Beatriz Martínez Montesinos und Linfeng Ding. Zum Thema Versauerung von Ozeanen wirft das NatLab für Schülerinnen und Schüler der JGU einen experimentellen Blick auf die Meere und fragt: „Hängt das CO2-Problem und die Versauerung der Meere zusammen?“

Bei der Technischen Hochschule (TH) Bingen wiederum geht es um die Frage, wie sich die Geräusche der Güterzüge im Mittelrheintal unterscheiden und ob es schon einen Fortschritt bei den umgerüsteten Waggons gibt – und wenn ja, welchen. In einem weiteren Experiment zeigt die TH Bingen, wie Dachbegrünungen das Klima in der Stadt beeinflussen. „Die bewachsenen Dächer tragen dazu bei, die Temperatur in den Städten zu senken und die Klimagase zu absorbieren. Sie können Regenwasser zurückhalten und bieten verschiedenen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum“, erläutert Hochschulpräsident Klaus Becker.

Das Gutenberg-Museum ist erstmals auch auf dem Wissenschaftsmarkt vertreten. – Foto: gik

Um das Thema Umwelthygiene geht es bei der Abteilung für Hygiene und Infektionsprävention der Universitätsmedizin Mainz am Beispiel Trinkwasseranalyse. „Die Wissenschaftler lassen das Unsichtbare in dem so wichtigen Bestandteil unseres Lebens sichtbar werden“, heißt es in der Ankündigung. Dem lebenswichtigen Prozess der Blutgerinnung widmet sich das Zentrum für translationale Vaskuläre Biologie (CTVB) der Universitätsmedizin Mainz: In anschaulichen Experimenten wird hier gezeigt, welche Blutzellen an der Bildung von Blutgerinnseln beteiligt sind. Forscher des Instituts für Physik der Atmosphäre und des Max Planck-Instituts für Chemie (MPI-C) wiederum erzeugen Wolken in der Wolkenkammer und zeigen, wie sie so wichtige Informationen für die Klimaforschung und Wettervorhersagen erhalten. Und auch im Dschungelcamp des MPI-C, mitten im brasilianischen Regenwald, werden Wetterdaten sowie Informationen zu Treibhausgasen und Aerosolpartikel für die Klimaforschung gesammelt.

Vertreten sind auf dem Wissenschaftsmarkt aber auch die Mainzer Museen, und die zeigen, wie wir Menschen Umwelt nutzen, schützen und auch verändern – das zeigen das Römisch-Germanische Zentralmuseum, das Naturhistorische Museum, das Landesmuseum Mainz und auch die Akademie der Wissenschaften und Literatur. Das Gutenberg-Museum ist zum ersten Mal ebenfalls beim Wissenschaftsmarkt dabei und widmet sich dem Thema Bücherkunde und Bewahren von Sprache und Wissen. Es gibt sehenswerte Ausstellungstücke wie die Rekonstruktion einer hölzernen Heftlade, die das Buchbinden mit Nadel und Faden stark vereinfachte, aber auch persönliche Gespräche mit Forschern und Mitmachaktionen: Beim Wissenschaftsmarkt können die Besucher tief eintauchen in die Geheimnisse der Schriftkultur.

Last, but not least, geht es bei „Dark Matters. Die Dunklen Materien der Stadt“ um unsichtbare Netzwerke wie Viren, Datenströme, Pilzstrukturen oder Müll- und Abwassersysteme. „Wir wollen nach Zusammenhängen jenseits alltäglicher Wahrnehmung und heutiger Wissensgrenzen suchen“, sagen die Projektleiter Annika Wehrle und Malin Nagel. Eröffnet wird der 16. Mainzer Wissenschaftsmarkt am Samstag, 9. September 2017, um 10.00 Uhr vom Balkon des Staatstheaters aus.

Info& auf Mainz&: Der 16. Mainzer Wissenschaftsmarkt 2017 öffnet sein Zelttore am Samstag, 9. September 2017, 10.00 bis 18.00 Uhr und am Sonntag, 10. September 2017, 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Eröffnung am Samstag, 9. September 2017, 10.00 Uhr, vor dem Staatstheater. Alle Infos, Stellpläne und Projekte findet Ihr hier im Internet.

 

Über den Autor / 

Gisela Kirschstein

Gisela Kirschstein ist die Erfinderin von Mainz&, langjährige Journalistin, Filmemacherin & Buchautorin. In Mainz zuhause, schreibt sie am liebsten Geschichten über Menschen, Wein & Kurioses, und frönt im Hauptberuf ihrer Leidenschaft als politische Korrespondentin, in Hessen & Rheinland-Pfalz. Bekannt ist sie seit 1997 unter dem Kürzel gik.

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