20 Jahre Kulturtage AKK: Musik, Magie, Kunst, „Echten Kerlen“ im Wohnzimmer, Natur im Cyperus und Improtheater Restrisiko

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Musik, Magie, Fotografie, Träume, Lachen, Natur – vier Wochen lang gibt es in Amöneburg, Kastel und Kostheim nun wieder Erstaunliches und Künstlerisches zu Entdecken. Seit 20 Jahren zeigen die Kulturtage AKK, was alles in den drei rechtsrheinischen (ehemaligen) Mainzer Stadtteilen steckt. Es ist ein ungewöhnliches Festival, überspannt es doch Zeiten, Orte und Landesgrenzen – und zeigt die Vielfalt von Engagement und Kunstschaffen, die es in den drei Stadtteilen und den beiden angrenzenden Landeshauptstädten gibt: Musik von Pink Floyd über Ethno-Jazz bis Ska und Reggae, dazu Zauberkunst und echte Kunst und Fotografien von „Echten Kerlen“ im Wohnzimmer. Einen wilden Ritt durch 20 Jahre Kulturgeschichte gibt’s diesen Mittwoch – mit dem Improvisationstheater Restrisiko.

Improvisationstheater Restrisiko – Action, Comedy und Spannung in einem… – Foto: Restrisiko

Seit dem 25. August schon toben in AKK die Kulturtage, zum letzten Mal organisiert von ihren Initiatoren und Erfindern Moni Fuhrmeister und „Caesar“ Rekker. Die beiden geben nach 20 Jahren die Organisation ans Wiesbadener Kulturamt ab, es wird ein Einschnitt. „Mit viel Herzblut, hohem Zeitaufwand, großem Engagement (und das nahezu ganzjährig!) und viel Liebe haben die beiden die Kulturtage AKK zu dem entwickelt, was sie heute sind: ein stadtteilübergreifendes Event“, dankten den beiden die Ortsvorsteher der drei Wiesbadener Vororte im Programmheft.

Seit einer Woche können Besucher denn auch schon in Ateliers und Ausstellungsräume von Künstlern einen Blick werfen, so findet sich in diversen Schaufenstern in Kastel Kunst im Vorbeigehen sozusagen. In Kostheim gibt es etwa Malerei und Zeichnungen von Waltraud Kissinger zu sehen, die Künstlerin Elli Weishaupt öffnet ebenfalls ihr Atelier mit Collagen und Objekten. Und auch die Nachbarschaftsinitiative Offenes Wohnzimmer ist natürlich mit dabei: Die Begegnungsstätte zeigt Porträtfotografien von Reinhold Schmelz unter dem Motto „Echte Kerle – früher und heute“ und stellt die Frage, ob früher wirklich alles kerniger, echter und besser war: als ein Buch noch aus Papier, die Nächte länger, noch Alkohol im Bier war – die Banken noch nicht pleite waren und uns allen die Welt gehörte…

Lesung im Offenen Wohnzimmer in Kostheim 2016. – Foto: gik

„KunsTraumTage“ heißt die Reihe von Ausstellungen, aber natürlich ist das bei Weitem nicht alles an Kultur bei den Kulturtagen AKK: Am Mittwoch etwa gibt’s eine Lesung von Comic-Krimi-Autor Dieter Schmidt aus seinen Karl Napp-Krimis, am Freitag lädt das Varieté Wundernacht zur magischen Nacht ins Kulturzelt an der Reduit mit Artistik und Zauberkunst, Comedy und Slampoetry. SaitenSprünge gibt’s am Samstag an gleicher Stelle, wenn Lukas Roos und Jens Mackenthun zwei Gitarren „außer Rand und Band“ zum Klingen bringen. Ihnen folgt das Absinto Orkestra, die das Programm als „balkanschwangerer Ethno-Jazz“ ankündigt, „gespielt von einer rasanten Zigeunergitarre (Joachim Schappert), einer heißblütigen Kosaken-Geige (Jolly Reinig), einer melancholischen Mandoline (Stefan Ölke), einem Balkanbeat-pumpenden Kontrabass (Pavel Klimashevski) und einer inspirierenden exotischen Percussion (Clinton Heneke).“ Wow.

Teil der Kulturtage ist aber auch das Kostheimer Brunnenfest, das vom 6. bis 10. September gefeiert wird, natürlich rund um den Weinbrunnen am Main, auch hier gibt’s Kunst, Musik und Handwerkliches. Am 10. September könnt Ihr zudem in der Evangelisch-methodistischen Gemeinde von Mainz-Kostheim beim Kirchenkabarett „Evan-tholisch für Anfänger“ mit dem Limburger Theologen Stefan Herok ablachen. Ein Wochenende später gibt’s außer dem Familienfest in Amöneburg auch Ska und Reggae mit den Riverbank Marquees im Zelt an der Reduit. Am Sonntag, den 17. September, solltet Ihr einen Abstecher in den zauberhaften Cyperus Naturpark nicht versäumen: Unter dem Motto „Tiere, Pflanzen und Pop“ könnt Ihr hier eine einmalige Oase mit Teichen, Tierpark und einem historischen Karlsgarten entdecken, ab 17.00 Uhr spielen hier die „Blue Cats“ Pop in the Garden.

Naturparadies Cyperus: Der verwunschene Park lädt auch bei den Kulturtagen wieder zur Entdeckungsreise. – Foto: gik

Ein Highlight aber gibt es schon diesen Donnerstag, den 7. September: Das Improvisationstheater „Restrisiko“ nimmt Euch mit auf eine Kulturrückschau der vergangenen 20 Jahre. Was hat Euch in den vergangenen 1.040 Wochen besonders bewegt? Handys, Harry Potter, schwule Oberbürgermeister, Bollywood, Schiersteiner Brücke, Kulturinfarkt, Familiengründung, Wikipedia, Papst Benedikt, Trump und Sonnenfinsternis … was immer Ihr noch einmal – oder anders – auf der Bühne sehen wollt, hier ist Eure Gelegenheit. In jedem Fall gibt das einen wilden Ritt durch 20 Jahre….

Highlight Nummer zwei ist zweifellos der Auftritt von „Interstellar Overdrive“ am Samstag, den 16. September. Das Pink Floyd Experiment gilt als eine der besten Pink Floyd-Coverbands überhaupt und lässt mit großer Authentizität und viel Mystik die legendären Songs wiederaufleben. Da wird das Kulturzelt an der Reduit davon schweben… Bis Sonntag, den 24. September – Tag der Bundestagswahl – habt Ihr noch Zeit, AKK künstlerisch zu erkunden, die Abschlussparty findet ab 18.00 Uhr am 24.9. im Lilienpalais in Kastel statt.

Info& auf Mainz&: 20. Kulturtage AKK vom 25. August bis zum 24. September 2017 in Amöneburg, Kastel und Kostheim. Das gesamte Programm samt Daten und Eintrittspreisen findet Ihr hier im Internet zum Download. Mehr zum Improvisationstheater Restrisiko hier im Internet, und das Offene Wohnzimmer genau hier. Im Offenen Wohnzimmer gibt es übrigens auch außerhalb der Kulturtage diverse Events wie Sprach-Konversationskurse, afrikanische Trommelmusik und die ein oder andere Lesung. Und wenn Ihr genau wissen wollt, was es mit dem Cyperus Paradies auf sich hat – hier erzählen wir es Euch.

 

 

 

 

Über den Autor / 

Gisela Kirschstein

Gisela Kirschstein ist die Erfinderin von Mainz&, langjährige Journalistin, Filmemacherin & Buchautorin. In Mainz zuhause, schreibt sie am liebsten Geschichten über Menschen, Wein & Kurioses, und frönt im Hauptberuf ihrer Leidenschaft als politische Korrespondentin, in Hessen & Rheinland-Pfalz. Bekannt ist sie seit 1997 unter dem Kürzel gik.

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