550.000 Narren feiern ausgelassen und friedlich Rosenmontag in Mainz – Aktualisiert: Abend, Polizei

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Was für eine Narrenparty! Rund 550.000 Narren haben den Mainzer Rosenmontagszug gefeiert – friedlich, fröhlich und ausgesprochen ausgelassen. „Wir haben was nachzuholen nach 2016“, lachte eine Närrin am Wegesrand – der ausgefallene Zug vom Vorjahr hatte wahre Entzugserscheinungen ausgelöst. Und auch Petrus benahm sich: Über den Narren lachte die Sonne bei milden Temperaturen vom Himmel, die dunklen Wolken, die hin und wieder vorbei kamen, machten brav einen Bogen um die Narrenhochburg. „Das war Wiedergutmachung für 2016“, sagte ein erleichterter Zugmarschall Markus Perabo, „das war heute ein absoluter Ausgleich.“

Rosenmontagzug 2017 - Clown am Schillerplatz

Zug tobt, Stimmung fantastisch: Rosenmontagszug in Mainz am Neubrunnenplatz – Foto: gik

Pünktlich um 11.11 Uhr setzte sich der Mainzer Rosenmontagszug in Bewegung, mehr als fünf Stunden lang zogen weit über 9.500 Narren durch die Straßen der Innenstadt. Da gab es Hexen und Clowns, bunte Vögel, nackte Gesellen und natürlich die traditionellen Garden. Sogar Chinesen wurden im Zug gesichtet, ebenso die Akteure aus der Fernsehfastnacht. Die Stimmung entlang des Zugweges: unglaublich ausgelassen und freundlich. Selten feierte Mainz so gut gelaunt die Fastnacht.

Rosenmontagzug 2017 - Narr schmeißt Popcorn vom Wagen

Da flogen die Süßigkeiten von den Wagen! Mainzer Rosenmontagszug 2017 – Foto: gik

Entlang der Zugstrecke war es überall dort rappelvoll, wo der Wind nicht pfiff und die Sonne schien. Bauhofstraße und Große Bleiche waren rappelvoll, auf den Domplätzen dagegen war noch Luft – ungewöhnlich. Es war ein schwungvoller Zug, dafür sorgten auch die zahlreichen Guggemusiken. Von den Wagen flogen Bonbons, Popcorn und eine riesige Vielfalt von Süßigkeiten, als wollten die Narren einander für das magere Jahr 2016 entschädigen.

Allerdings hatte der Zug zuweilen große Lücken, warum, konnten weder Polizei noch der Mainzer Carneval-Verein (MCV) erklären. In einem Fall gab es einen sehr langsamen Wagenfahrer, ansonsten aber hinderten weder Unfälle noch größere Pannen den Lauf des närrischen Lindwurms.

Für Gelächter sorgten immer auch die 13 närrischen Motivwagen des Mainzer Carneval-Vereins (MCV) mit den politischen Karikaturen: Da rollte der US-Präsident als Trumpeltier durch die Straßen und steckte CDU-Landeschefin Julia Klöckner in der Mauss-Falle. Doping, Online-Shoppen und der Zwergenaufstand der AfD waren weitere Narrenthemen.

Rosenmontagzug 2017 - Clowns mit Theater

Clowns am Theater – Rosenmontagszug 2017 in Mainz – Foto: gik

Rund 550.000 Narren waren denn auch nach Schätzungen des MCV nach Mainz zum Feiern gekommen. „Es hat sich wohl niemand abhalten lassen“, sagte Perabo. Die Sicherheitsstufe war so hoch wie nie, rund 1.000 Polizisten sicherten den Umzug, in der ganzen Stadt verteilten sich gut gerüstete Eingreiftruppen. In der Innenstadt galt zudem ein Lkw-Fahrverbot, manche Einfallstraße war zudem mit großen Fahrzeugen blockiert. Nur vereinzelt hätten Lkw-Fahrer an den Kontrollstellen zurückgeschickt werden müssen, berichtete die Polizei.

Die Polizei zog denn auch am Nachmittag ein zufriedenes Fazit: „Ausgesprochen friedlich und fröhlich“, sagte ein Polizeisprecher Mainz&. Gegen Abend kam es zu diversen Rangeleien und Streitigkeiten, die durch schnelles Einschreiten hatten schnell bereinigt werden können. Die Bundespolizei stellte bis 19.00 Uhr rund 14 Straftaten fest und sprach Platzverweise gegen mehrere aggressive Personen aus.

Und so hatten die Beamten Zeit, sich um Närrisches zu kümmern – und schoben einen Komitteeterwagen kräftig an. Nur eine schaffte es nicht einmal bis zum Start: Die heiß geliebte Zugent(d)e blieb wegen eines technischen Defekts liegen – und wurde schmerzlich vermisst.

En(d)tchen auf dem Weg zum Markt - Foto: gik

Schmerzlich vermisst in diesem Jahr: Das Zug-En(d)tchen blieb mit einem Technikschaden liegen und schaffte es nicht einmal bis zum Start – Totalausfall. – Foto: gik

Nach Zugende änderte sich das Bild dann doch: Zwischen 17.00 Uhr und 21.00 Uhr zählte die Polizei mindestens 40 Ereignisse, gab es Probleme mit aggressiven Narren, Schlägereien und sieben leichten Körperverletzungen. In drei Fällen wurden sexuelle Belästigungen von Frauen angezeigt, so die vorläufige Polizei-Bilanz um kurz nach Mitternacht. Da war der Rosenmontag nämlich praktisch schon vorbei: Nach dem Zug war die Party zunächst noch einmal richtig losgegangen, steppte auf dem gestopft vollen Schillerplatz der Bär – Tausende feierten auf der gesamten LU bis in den Abend hinein.

Bis, tja dann doch, gegen 20.30 Uhr Regen und Sturm Mainz heimsuchten – und der Rosenmondnacht auf der LU ein vorzeitiges Ende bescherten. Um kurz vor 21.00 Uhr  musste das Bühnenprogramm schon kurzzeitig wegen Sturms und Regens unterbrochen werden, um 22.20 Uhr war dann endgültig Schluss. Wer es dann nicht mehr in die Kneipen schaffte, machte sich auf dem Heimweg – bereits gegen 23.00 Uhr war die Innenstadt wie leer gefegt. Macht nix – es war ein toller, ein großartiger, ein rundum närrisch gelungener Rosenmontag 2017!

Info& auf Mainz&: Und was wäre ein Bericht über den Rosenmontagszug ohne Fotos? Eben. Nix. Viel Spaß mit unserer Fotogalerie!

Über den Autor / 

Gisela Kirschstein

Gisela Kirschstein ist die Erfinderin von Mainz&, langjährige Journalistin, Filmemacherin & Buchautorin. In Mainz zuhause, schreibt sie am liebsten Geschichten über Menschen, Wein & Kurioses, und frönt im Hauptberuf ihrer Leidenschaft als politische Korrespondentin, in Hessen & Rheinland-Pfalz. Bekannt ist sie seit 1997 unter dem Kürzel gik.

2 Kommentare

  1. Onoff 27. Februar 2017 at 17:27 -  Antworten

    Wo war denn die Zugente? Sie hat uns gefehlt! Schnüff.

    • Gisela Kirschstein 27. Februar 2017 at 18:59 -  Antworten

      Jaa… Es Zugentsche hatte leider einen Motorschaden! Und kam deshalb nicht mal bis zum Startpunkt 🙁 Steht ja auch im Text…

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