Neuer After Work-Abend mit Wein: RGZM lädt ins Schifffahrtsmuseum und zum Blick hinter Umzugs-Kulissen – Tag der offenen Werkstätten

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Die Open-Air-Weinsaison ist ja nun leider vorbei, da trifft es sich gut, dass es einen neuen After-Work-Abend in Mainz gibt: Das Römisch-Germanische-Zentralmuseum (RGZM) lädt jeden ersten Donnerstag im Monat zum After Work-Abend, und zwar wechselseitig ins Museum für Antike Schifffahrt und ins Kurfürstliche Schloss – die Räume im Schloss sind ja eigentlich seit Juni 2017 geschlossen. Der Grund: Das RGZM rüstet sich für den großen Umzug ins neue Haus am Südende der Altstadt, neben dem Schifffahrtsmuseum entsteht ja das neue archäologische Zentrum. Mit den After Work-Abenden will das Museum stärker seine Forschung für die Öffentlichkeit sichtbar machen – und Wein gibt es auch. Am kommenden Wochenende, dem 18. November und 19. November 2017, könnt Ihr zudem beim „Tag der offenen Werkstätten“ das RGZM im Kurfürstliches Schloss erkunden und Restauratoren über die Schulter gucken.

After Work zwischen Römerschiffen: Das RGZM lädt zum Erkunden seines Schifffahrtsmuseums. – Foto: gik

„Als weltweit tätige Forschungseinrichtung für Archäologie möchten wir unsere Forschungsergebnisse nicht nur im internationalen Feld veröffentlichen und den wissenschaftlichen Dialog fördern, sondern vor allem auch lokal und regional offen bleiben“, erklärt Ebru Esmen vom RGZM gegenüber Mainz& die Idee für die neuen Abende. In angenehmer (Museums-)Atmosphäre bei Snacks und Wein sollen die Themen der Forschungseinrichtung erlebbar werden. „Uns ist es wichtig, dass sich alle herzlich willkommen fühlen – auch die, die der Archäologie bisher fern geblieben sind“, betont Esmen.

Denn das Museum ist nicht nur eine Ausstellungsstätte, das RGZM ist vor allem auch eine renommierte Forschungseinrichtung mit archäologischen Spezialsammlungen, eine der europaweit größten Fachbibliotheken sowie Bild- und Schriftenarchiven sowie Restaurierungswerkstätten und Laboren. Auch ein Labor für Experimentelle Archäologie gibt es, in ihm können Rekonstruktionen vor- und frühgeschichtlicher Produktions- und Gewerbeanlagen erprobt werden, und zwar wie plausibel und wirksam sie sind. Die Werkstätten in Mainz sind so bekannt, dass hier sogar die Restaurierung von Kleidung und Ausrüstung der weltbekannten Gletschermumie „Ötzi“ erfolgte.

Blick in eine Restaurierungs-Werkstatt des RGZM: Hier wird gerade an einem Urnengrab gearbeitet. – Foto: gik

Besonders sichtbar wurden die Experten des RGZM aber natürlich mit dem Fund und der Aufarbeitung der Römischen Schiffe, die ab 1981 beim Bau der Erweiterung des Mainzer Hilton-Hotels am Rhein gefunden wurden – eine archäologische Sensation ersten Ranges. Seit 1994 haben sie ihr Zuhause im Museum für Antike Schifffahrt, das eines der weltweit bedeutendsten seiner Art ist und weit mehr als die Römerzeit umspannt. Und hier, zwischen den Nachbauten der Römerschiffe, fand jahrelang das Weinforum Rheinhessen statt.

Die After Work-Abende knüpfen nun ein wenig an diese Weintradition an: Das Weinhaus Michel aus der Mainzer Altstadt präsentiert hier leckere Weine und kleine Snacks. Dazu gibt es stündlich Kurzführungen zu einem aktuellen, wechselnden Thema – am 2. November ist das etwa das Thema „Work in Progress“ – Forschungsprozess und virtuelle Realität“. Dabei geht es um ein Pilotprojekt zur Entwicklung innovativer Methoden zur Vermittlung von Forschungsergebnissen – man könnte es etwas salopp „rekonstruierte Vergangenheit“ nennen. Am 2.11. sollen auf Basis von zwei ausgewählten Schiffsfunden Formen digitaler Rekonstruktionen entstehen. Dabei kommt neueste Technologien zum Einsatz, die in Kooperation zwischen der Hochschule Mainz, dem Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) und der Wissenschaftlichen IT des RGZM eigens für das Vorhaben entwickelt wurde.

Neben dem Museum für Antike Schifffahrt entsteht derzeit das neue Archäologische Zentrum für Mainz. – Foto: gik

Während der After Work-Abende stehen die Wissenschaftler und Restauratoren selbst vor Ort für Gespräche zur Verfügung und führen natürlich auch die Führungen durch. Die Reihe soll künftig von Februar bis Mai an jedem ersten Donnerstag im Monat stattfinden. Bis Ende dieses Jahres gibt es zudem noch zwei Veranstaltungen in den Räumen des RGZM im Kurfürstlichen Schloss, dabei geht es um die Konzeption der neuen Dauerausstellung des RGZM im neuen archäologischen Zentrum. Das gibt einen spannenden Blick hinter die Umzugs-Kulissen – schließlich muss 2020 eine 165 Jahre alte Sammlung mit stolzen 200.000 Objekten umziehen. Die Räume im Schloss werden deshalb als Zwischendepot und zur Vorbereitung benötigt.

„Es bedarf einer sehr guten Planung, um die zahlreichen Objekte des Museums für den Umzug vorzubereiten“, erklärt Koordinator Christian Miks. Dafür sei eigens eine hausinterne Umzugsgruppe zusammengestellt worden, die aus Kuratoren, Restauratoren, Archivaren und Fachkräften für Arbeitssicherheit besteht. Denn begonnen wurde die Sammlung des RGZM schon 1852 mit dem Ziel, „in Mainz eine zentrale Referenzsammlung bedeutendster und aussagekräftigster archäologischer Fundobjekte zu etablieren.“

Die Räume des RGZM im Kurfürstlichen Schloss sind derzeit für den regulären Betrieb geschlossen – hier wird bereits der Umzug vorbereitet. – Foto: gik

Nach dem Umzug wird das RGZM auf einer Fläche von gesamt 14.500 Quadratmetern Raum finden, endlich genug Platz für die Forschungseinrichtung mit den Restaurierungswerkstätten und der stetig wachsenden Bibliothek. Die Sammlung des Hauses soll in einer neuen Dauerausstellung und in wechselnden Sonderausstellungen für die Besucher zugänglich werden. Was das RGZM dabei plant, könnt Ihr Euch beim After Work-Abend im Schloss am 30. November genau erklären lassen.

Einen umfangreichen Blick in die Arbeit der Labore und Restaurierungswerkstätten des RGZM gibt es zudem am 18. und 19. November: Dann lädt das Museum zum „Tag der offenen Werkstätten“ in seine Räume in den Anbauten im Schloss-Innenhof. Dann könnt Ihr Restaurateuren bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen, es öffnen die Eisen- und Buntmetallrestaurierung sowie die Werkstätten für Edelmetall, Glas, Keramik, Abformung und Kolorierung und die Nassholzkonservierung. Zudem werden die zeichnerische, digitale und fotografische Dokumentation, die Archäometrie-Laboratorien und das Studium „Archäologische Restaurierung“ mit dem noch neuen Bachelor-Studiengang vorgestellt.

Info& auf Mainz&: After Work-Abende des RGZM im Schloss und im Museum für Antike Schifffahrt jeden 1. Donnerstag im Monat, der nächste Termin ist Donnerstag, der 2. November 2017, im Schifffahrtsmuseum zum Thema „Work in Progress“ – Forschungsprozess und virtuelle Realität“. Uhrzeit: 18.00-21.00 Uhr, stündliche Führungen. Der Eintritt ist frei, es gibt Wein und Snacks. Donnerstag, 30.11.2017, After Work im Schloss zum Thema „Auf dem Weg zur neuen Dauerausstellung des RGZM“. Samstag, 18. November, und Sonntag, 19. November 2017, zudem „Tag der offenen Werkstätten“ im RGZM, Kurfürstliches Schloss. Mehr zum RGZM sowie noch mehr Termine findet Ihr hier im Internet. Was in der Baugrube für das neue Zentrum an archäologischen Funden zutage trat, lest Ihr hier bei Mainz&.

 

Über den Autor / 

Gisela Kirschstein

Gisela Kirschstein ist die Erfinderin von Mainz&, langjährige Journalistin, Filmemacherin & Buchautorin. In Mainz zuhause, schreibt sie am liebsten Geschichten über Menschen, Wein & Kurioses, und frönt im Hauptberuf ihrer Leidenschaft als politische Korrespondentin, in Hessen & Rheinland-Pfalz. Bekannt ist sie seit 1997 unter dem Kürzel gik.

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