Autobahnkreuz Mainz-Süd wird für drei Jahre zur Baustelle – Rampen im südlichen Teil dauerhaft gesperrt

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Das Autobahnkreuz Mainz-Süd ist zum nächsten Sorgenkind für Autofahrer geworden: Seit Mitte Juli haben dort die Bauarbeiten für die Erneuerung zweier Brücken in der Konstruktion begonnen. Seither ist das Kreuz bereits zum Staugaranten für Pendler geworden – seit den Sommerferien hat sich das noch einmal verschärft. Bis zum 15. November werden nämlich im Bereich des Autobahnkreuzes „Bauarbeiten zur Einrichtung der Verkehrssicherung“ durchgeführt, wie der Landesbetrieb Mobilität das nennt – es handelt sich um Umbau der Schutzeinrichtungen und Markierungen für neue Maßnahmen. Während der Arbeiten steht immer nur eine Fahrspur pro Richtung zur Verfügung, was derzeit nahezu für Dauerstaus sorgt. Dazu finden gerade zwischen den Auffahrten Mainz-Hechtsheim West und Mainz-Weisenau tagsüber zwischen 9.00 Uhr und 15.00 Uhr Mängelsanierungsarbeiten statt, auch das sorgt für Staus. Haltet durch…

Das sind die maroden Brücken: Beide Brücken der A60 (oben) über die A63 im Autobahnkreuz Mainz-Süd müssen neu gebaut werden. Foto: Landesbetrieb Mobilität Worms

Das Autobahnkreuz Mainz-Süd ist seit Juli 2017 Baustelle, weil die Brücken der A60 über die A63 aus dem Jahr 1965 zu marode sind, um noch saniert werden zu können. Nun heißt es Neubau – 2020 will der Landesbetrieb Mobilität, Abteilung Worms, fertig sein. Damit wird das für Pendler zwischen Rheinhessen und dem Rhein-Main-Gebiet so wichtige Autobahnkreuz für die kommenden drei Jahre zur Engstelle und zum Nadelöhr – und für die Mainzer ein wesentlicher Teil der Mainzer Rings.

Die Brücken über die A63 sollten ursprünglich „nur“ saniert werden, doch dann stellte sich heraus: die Schäden an den typischen 1960er-Jahre-Bauwerken sind zu groß. Die Brücken hätten zu starke Bauwerksschäden, eine Sanierung sei unwirtschaftlich, teilte der Landesbetrieb Mobilität mit.

Gravierende Schäden an den Brückenbauwerken aus dem Jahr 1965 machen Erneuerung im Autobahnkreuz Mainz-Süd nötig. – Fotos: LBM Worms

In der Tat: Rost, Abplatzungen des Betons und sogar Fahrbahnabsenkungen sprechen eine klare Sprache, dazu gibt es Wasserstau und durchfeuchtete Überbauten, das Böschungspflaster ist ebenfalls abgesackt. Bei der Brückenprüfung 2015 kam die Konstruktion nur noch auf eine schlechte 3,0, das ist ein „nicht ausreichender Zustand“, der bereits eine Brücke bezeichnet, deren Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet ist. Nun müssen mitten im Autobahnkreuz Mainz-Süd beide parallel liegenden Straßenbrücken komplett erneuert werden – ein 15 Millionen Euro-Projekt.

Die Arbeiten sollen nun in zwei Phasen erfolgen: In der ersten Phase wird die südliche Autobahnbrücke in Fahrtrichtung Bingen-Frankfurt abgerissen und von Grund auf neu gebaut, diese Phase soll bis Jahresende 2017 dauern. In der zweiten Phase, die 2018 nach Ende der Frostperiode starten soll, wird dann das nördliche Bauwerk in Fahrtrichtung Frankfurt-Bingen abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Dabei werden die Brückenbauwerke auf 32 Meter erweitert und auf 95,5 Meter verlängert, die neuen Stützweiten haben laut LBM statische Gründe. Die Stahlbetonstützen werden auf 1,20 Meter dicke Bohrpfähle gegründet, die 25 Meter tief in den Boden getrieben werden – na, hoffentlich geht dabei nicht wieder was schief wie bei der Schiersteiner Brücke…

Das betroffene Autobahnkreuz Mainz-Süd mit Verkehrszahlen. Grafik: Landesbetrieb Mobilität Worms

Der Bauauftrag wurde im Mai an die Mannheimer Firma Schleith GmbH vergeben, im Februar wurden bereits in allen vier Anschlussstellen-Ohren des Autobahnkreuzes die Rodungsarbeiten für das notwendige Baufeld durchgeführt. Im ersten Schritt wurde dann eine Behelfsbrücke gebaut. Der Verkehr wird dann auf den nördlichen Überbau umgelegt, die südliche Brücke abgerissen und neu gebaut und danach umgekehrt für den nördlichen Brückenteil. Geplant sei bei optimalem Bauablauf eine Bauzeit von rund drei Jahren, teilte der Landesbetrieb mit.

Das Problem dabei: Es handelt sich um zwei hoch frequentierte Strecken – auf der A60, dem Mainzer Ring, passieren die Stelle pro Tag rund 100.000 Fahrzeuge, auf der darunter liegenden A63 sind es rund 80.000 Fahrzeuge pro Tag. Den Autofahrern steht damit eine echte Durststrecke bevor: Die Autobahn wird nicht nur einspurig mit Tempo 60, aus bautechnischen Gründen wird es auch zu mehreren Vollsperrungen an Wochenenden kommen.

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Derzeit werden noch bis zum 15.11.2017 im Bereich des Autobahnkreuzes Mainz-Süd die Fahrbahnen immer mal wieder auf eine Fahrspur verengt, das geschieht während der sogenannten verkehrsschwachen Zeiten: also tagsüber zwischen 9.00 bis 15.00 Uhr sowie nachts zwischen 21.00 und 05.00 Uhr. Am kommenden Wochenende ist noch einmal Sonder-Ausnahmezustand: Vom 10. November, 21.00 Uhr, bis 11. November 2017, 24.00 Uhr, wird eine Mittelstreifenüberfahrt erstellt. Während der gesamten Zeit steht in Richtung Bingen und Frankfurt jeweils durchgängig nur eine Fahrspur zur Verfügung. Am Samstag, den 10. November, wird außerdem noch die Ausfahrt und die Auffahrt Hechtsheim-Ost in Fahrtrichtung Mainz- Darmstadt und Bingen- Mainz komplett gesperrt.

Bereits im August waren immer mal wieder Auffahrts- oder Abfahrts-Rampen gesperrt, das setzt sich auch derzeit fort. Die Sperrungen würden, so es geht, bewusst auf die Abendstunden gelegt, um den Verkehr möglichst wenig zu beeinträchtigen, betont der LBM. In der ersten Bauphase sollte zudem die A 60-Abfahrtsrampe von Finthen/Lerchenberg kommend in Richtung Innenstadt – also auf die Pariser Straße – für 18 (!) Monate komplett gesperrt werden, ebenso die Auffahrt aus der Innenstadt in Richtung Weisenau / Frankfurt. Beides sei „unvermeidbar“, wie es beim LBM weiter heißt: „Die Projektgruppe Mainzer Ring des LBM Worms bittet die Verkehrsteilnehmer um Verständnis für die notwendige Baumaßnahme.“

Info& auf Mainz&: Die Infos vom Landesbetrieb Mobilität, Abteilung Worms, zum Neubau der Brückenbauwerke im Autobahnkreuz Mainz-Süd findet Ihr hier im Internet, den ersten Mainz&-Artikel dazu genau hier. Und wer gar nicht mehr kann vor Stau – dem empfehlen wir den ultimativen Pin zur Aufheiterung: den großartigen Baustellen-Pin mit Narrenkappe könnt Ihr hier direkt bestellen.

Über den Autor / 

Gisela Kirschstein

Gisela Kirschstein ist die Erfinderin von Mainz&, langjährige Journalistin, Filmemacherin & Buchautorin. In Mainz zuhause, schreibt sie am liebsten Geschichten über Menschen, Wein & Kurioses, und frönt im Hauptberuf ihrer Leidenschaft als politische Korrespondentin, in Hessen & Rheinland-Pfalz. Bekannt ist sie seit 1997 unter dem Kürzel gik.

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