Bangen um Mainzer Rosenmontagszug: Droht eine Absage wie 2016? – Bedrohliche Sturmlage mit Windböen bis 100 kmh angesagt

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Es wäre wirklich unfassbar: Die Mainzer Narren bangen nun schon zum zweiten Mal binnen drei Jahren um ihren Rosenmontagszug – wegen einer Sturmfront. Droht eine Absage wie 2016? „Die Entwicklung einer bedrohlichen Sturmlage wird aktuell immer deutlicher“, es gebe „ein hohes Potential für stürmisches Wetter zum Rosenmontagszug“, teilte der Wetterdienst Wetter Online mit. Seit Tagen beobachten Meteorologen ein Sturmtief, das sich über der nördlichen Nordsee zusammenbraut, von dort könnten kleine „Schnellläufer“-Tiefs nach Deutschland ziehen – und dann könnten Sturmböen mit mehr als 100 Kilometer pro Stunde drohen. Und genau wegen solcher unkalkulierbarer Sturmböen wurde 2016 der Rosenmontagszug in Mainz abgesagt. Beim Mainzer Carnevals-Verein (MCV) ist man noch entspannt, beobachtet die Wetterlage aber aufmerksam. Eine Entscheidung soll am Sonntag fallen.

Ein leerer Schillerplatz, die Rosenmondnachtbühne geschlossen – so sah der Rosenmontag 2016 in Mainz aus. – Foto: gik

Es war der Super-Gau für alle Narren: Der Höhepunkt der Narrenzeit, der große Rosenmontagszug – abgesagt! 2016 entschieden die Verantwortlichen von MCV und Stadt am Fastnachtssonntag gemeinsam, den Mainzer Rosenmontagszug abzusagen. Eine Kaltfront zog von Nordwesten herein und sollte Sturmböen mit Orkanstärke von 8 bis 10 mit sich bringen. Das Problem: In den Sicherheitskonzepten ist vorgeschrieben, dass ab Windstärke 8 kein Pferd mehr laufen, keine Tribüne mehr besetzt, kein Dixieklo mehr stehen darf. Damals war sogar Windstärke 10 angesagt, dazu unkalkulierbare Fallböen – die Verantwortlichen sahen keine andere Möglichkeit, als den großen Rosenmontagszug abzusagen. Auch die großen Umzüge in Köln und Düsseldorf wurden damals wegen der Sturmlage abgesagt.

Nun braut sich offenbar über den Nordsee eine ganz ähnliche Wetterlage zusammen:  „Die Wettermodelle berechnen derzeit eine mögliche brisante Sturmlage zum Höhepunkt am Rosenmontag“, sagte Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline. Demnach drohten nach jetzigem Stand besonders im Westen und Süden schwere Sturmböen mit über 100 Kilometer pro Stunde – ausgerechnet in den Fastnachtshochburgen entlang des Rheins. „Die Wettermodelle springen aber noch, wann, wo und wie stark es stürmen soll, ist also noch unsicher“, betonte Habel aber auch. Das sei bei solch dynamischen Sturmtiefs drei bis vier Tage vorher ganz normal.“

 

Regenschirm statt Rosenmontagszug – so sah es 2016 dann auf der LU nach Absage des großen Umzuges aus. Wirklich stürmisch wurde es in der Mainzer Innenstadt nicht. – Foto: gik

Das Zentraltief befinde sich in der nördlichen Nordsee, von dort zögen kleinere Randtiefs mit hoher Geschwindigkeit vom Atlantik nach Mitteleuropa, die eng begrenzt enorme Schäden anrichten können, erklärt Habel weiter. Die Zugbahn dieser sogenannten Schnellläufer sei nur sehr kurzfristig zu prognostizieren. „Sicher ist jedoch, dass ein hohes Gefahrenpotential vorhanden ist“, betont der Meteorologe.

Damit gilt für die Mainzer Narren Alarmstufe Rot: Droht eine neuerliche Absage des Mainzer Rosenmontagszuges? MCV-Sprecher Michael Bonewitz beruhigt: „Aktuell gehen alle Beteiligten davon aus, dass der Rosenmontagszug am Montag um 11.11 Uhr pünktlich starten wird“, betont Bonewitz. Aktuell kursierten unterschiedliche Wetterprognosen, die teils stürmisches Wetter für den Rosenmontag voraussagen. Genaue Prognosen könnten die Meteorologen derzeit aber noch nicht abgeben. Der MCV als Veranstalter und die Stadt Mainz stünden deshalb mit den Wetterdiensten in engem Kontakt. „Man werde die Lage weiter beobachten und über etwaige Maßnahmen am Sonntag, wenn genauere Prognosen vorliegen, beraten und entscheiden“, fügte Bonewitz hinzu.

Eine erneute Absage des Zuges wäre insbesondere auch für den Veranstalter, den MCV, ein echter Super-Gau. Der Verein ist ohnehin in Finanzturbulenzen, bei einer Zugabesage drohten weitere erhebliche Einnahmeverluste. Auch bei den Narren würde die zweite Absage wegen Wetters seit 2016 wohl auf wenig Verständnis treffen: 2016 gab es bereits harsche Kritik, nachdem die Wetterlage am Rosenmontag in Mainz dann tatsächlich ausgesprochen wenig stürmisch ausfiel. Der MCV veranstaltete als Ersatz dann einen „Rheinhessenumzug“, der im Mai stattfand und das Jubiläum 200 Jahre Rheinhessen aufgriff.

Info& auf Mainz&: Wie die Absage des Rosenmontagszuges 2016 zustande kam könnt Ihr hier noch einmal auf Mainz& nachlesen. Wie die Mainzer narren trotzdem feierten, lest Ihr hier noch einmal. Wir halten Euch über die aktuelle Entwicklung natürlich auf dem Laufenden.

Über den Autor / 

Gisela Kirschstein

Gisela Kirschstein ist die Erfinderin von Mainz&, langjährige Journalistin, Filmemacherin & Buchautorin. In Mainz zuhause, schreibt sie am liebsten Geschichten über Menschen, Wein & Kurioses, und frönt im Hauptberuf ihrer Leidenschaft als politische Korrespondentin, in Hessen & Rheinland-Pfalz. Bekannt ist sie seit 1997 unter dem Kürzel gik.

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