Brunnensaison 2017: Stadt sucht wieder Spender für sprudelnde Brunnen – Brunnenbarometer online

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Tja, das waren noch Zeiten, als in Mainz alle Brünnlein fröhlich sprudelten – seit 2011 ist das vorbei. Da drehte die hoch verschuldete Stadt Mainz den rund 60 Brünnlein in der Stadt das Wasser ab – aus Kostengründen. Seither werden jedes Jahr im Frühjahr Spender gesucht, die mit Geld die Brunnen wieder fließen lassen. Brunnenbarometer heißt das Instrument, im Internet könnt Ihr dabei genau nachvollziehen, für welchen Brunnen noch wieviel Geld benötigt wird. Die Stadt selbst lässt mit ihrem Geld nur noch einige wenige, touristisch bedeutende Brunnen sprudeln: Den Fastnachtsbrunnen etwa, den Brunnen am Fischtorplatz oder die Fontänen vor der Christuskirche. Alles andere: zu teuer.

Wenn der Drei-Mädchen-Brunnen auf dem Ballplatz wieder fließen soll, muss noch Geld her: Die Stadt sucht wieder Spender für ihre Brunnen. – Foto: gik

Rund 60 Brunnen gibt es über das gesamte Stadtgebiet verteilt, die Kosten für den Betrieb bezifferte die Stadt im Jahr 2013 einmal mit rund 220.000 Euro. Als Mainz 2011 dem Kommunalen Schutzschirm beitrat, fiel das dem radikalen Rotstift zum Opfer: 400.000 Euro mussten im Amt 67, dem Grünamt, eingespart werden, dazu gehörten auch der Blumenschmuck an den Einfallstoren der Stadt, Weihnachtsbäume – und die Brunnen. Der gestoppte Wasserfluss wurde zum wahrhaft augenfälligen Symbol für die Geldflaute der Stadt.

Doch die Mainzer wissen sich zu helfen: Umweltdezernentin Katrin Eder (Grüne) rief prompt das Brunnenbarometer ins Leben und die Mainzer zu Spenden für die trockenen Brunnen auf. Seither kann auf der Internetseite der Stadt jeder Interessierte genau nachvollziehen, was es kostet, das Wasser in den Brünnlein wieder fließen zu lassen. Satte 7.800 Euro kostet es etwa, um den Brunnen am Mainzer Hilton am Rheinufer wieder ans Laufen zu bekommen, für den Brunnen auf dem Leichhof hinter dem Dom werden 2.100 Euro fällig. Beide Brunnen weisen im Brunnenbarometer noch einen roten Kreis auf – demnach wäre noch keine Spende für den Betrieb eingegangen.

Das Brunnenbarometer der Stadt zeigt genau, wieviel an Spendengeldern für einen Brunnen bereits eingegangen ist und wieviel noch gebraucht wird – Foto: gik

Glück hat dagegen der Brunnen auf dem Kästrich: Für ihn gingen bereits 1.430 Euro an Spenden ein, die Stadt legte den gleichen Betrag noch einmal drauf – der Brunnen darf das ganze Jahr über sprudeln. Auch der Brunnen auf dem Neubrunnenplatz wurde mit gerade einmal 1.400 Euro an Spenden wieder flüssig gemacht, der Nixenbrunnen am Fuße der Gaustraße liegt hingegen ebenso trocken (1.400 Euro), wie der Mädchenbrunnen auf dem Ballplatz, für den 2.000 Euro benötigt werden. Durstig ist auch noch der Ignazbrunnen in der Kapuzinerstraße, der für ganze 350 Euro wieder flüssig würde, und im Stadtpark warten gleich drei Brunnen auf hilfreiche Spender – Kosten: jeweils 1.625 Euro für die beiden großen Wasserflächen.

Glück hat hingegen der Schlosshofbrunnen: Für ihn gingen bereits 875 Euro an Spenden ein. Das reicht zwar noch nicht für den Gesamtbetrieb von 2.300 Euro, doch wenn sich noch weitere 550 Euro fänden, würde die Stadt den Rest drauf legen. Spenden kann man nämlich auch Teilsummen, dann kann das Wasser wenigstens ein paar Wochen lang sprudeln – besser als nichts. Düster sieht es hingegen noch in den Stadtteilen aus: In Bretzenheim, Marienborn, Drais oder Hechtsheim herrscht noch Brunnen-Dürre. Dabei ist der Marienborner Kirchbrunnen vor der großen Wallfahrtskirche schon mit 145 Euro wieder flüssig zu bekommen…

Die Stadt hofft denn auch, dass sich jetzt im Frühjahr noch viele willige Helfer finden, für jeden Spenden-Euro lege man einen Euro oben drauf, heißt es. Anfang Mai sollen jedenfalls 30 Brunnen in Betrieb gehen, für die sich schon Spender gefunden haben. Das allerdings ist nur die Hälfte der Mainzer Brünnlein….

Info& auf Mainz&: Mehr zum Mainzer Brunnenbarometer findet Ihr auf dieser Internetseite der Stadt Mainz. Dort gibt es auch einen Link zum Geoinformationssystem, dem interaktiven Stadtplan der Stadt. Auf der Seite „Brunnenspende“ könnt Ihr Euch dann durch die einzelnen Punkte klicken: Blau heißt, der Brunnen ist versorgt, Rot bedeutet, er liegt noch trocken. Wenn Ihr für einen Brunnen spenden möchtet, nehmt bitte Kontakt mit dem Grün- und Umweltamt der Stadt auf, Telefon 06131 und dann 12 28 95 oder per Email unter brunnen(at)stadt.mainz.de.

Über den Autor / 

Gisela Kirschstein

Gisela Kirschstein ist die Erfinderin von Mainz&, langjährige Journalistin, Filmemacherin & Buchautorin. In Mainz zuhause, schreibt sie am liebsten Geschichten über Menschen, Wein & Kurioses, und frönt im Hauptberuf ihrer Leidenschaft als politische Korrespondentin, in Hessen & Rheinland-Pfalz. Bekannt ist sie seit 1997 unter dem Kürzel gik.

2 Kommentare

  1. Herbertro Mittwoch, 12. April 2017 at 18:14 -  Antworten

    Ihr Bericht ist leider nicht korrekt:
    Es werden von der Stadt nicht nur „touristisch bedeutende Brunnen“ sprudeln. Sondern die Stadt übernimmt z.B. auch die Kosten für den Wasserspielplatz im Hartenbergpark.

    Und im Volkspark übernimmt wahrscheinlich auch die Stadt die Kosten der dortigen Springbrunnen.

    PS. Jetzt muss ich ja fairerweise auch einmal die Frau Eder loben… 🙂

    • Gisela Kirschstein Freitag, 14. April 2017 at 2:44 -  Antworten

      Naja, so ganz unkorrekt ist das nicht: Auch die Brunnen im Hartenbergpark und im Volkspark gehören zum touristisch wichtigen Angebot der Stadt – gerade auch die Wasserspielplätze wie der im Volkspark! Das hatten wir darunter mal subsumiert 😉

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