„Demokratischer Volkssport“ – Wahl-O-Mat hilft wieder bei Positionsfindung zur Bundestagswahl

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Am 24. September ist Bundestagswahl, und noch immer weiß die Hälfte der Bundesbürger Umfragen zufolge nicht, wem sie dann ihre Stimme geben will. Seit heute ist dafür wieder ein ausgesprochen beliebter Helfer online: Der Wahl-O-Mat. Das Wahlhilfetool der Bundeszentrale für politische Bildung führt Euch durch einen Fragenkatalog und ermittelt am Ende anhand Eurer Antworten, welcher Partei Ihr am nächsten steht. Dabei geht es nicht um Personen, sondern um Inhalte – es geht um Bildung, Verkehr, Abrüstung oder die Besteuerung von Diesel – der Wahl-O-Mat führt Euch quer durch die aktuelle Themenlandschaft. Und so manch einer erlebt dabei regelmäßig Überraschungen…

Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl. – Foto: Bundeszentrale für politische Bildung

38 Thesen enthält der Wahl-O-Mat in diesem Jahr, ausgewählt wurden die Fragen von einem 26-köpfigen Redaktionsteam aus jungen Wählern. 32 der 33 Parteien, die zur Bundestagswahl antreten, beantworteten deren Fragenkatalog, daraus erstellte das Team den Wahl-O-Mat, unterstützt von Politik- und Sozialwissenschaftlern. „Der Wahl-O-Mat zeigt die Unterschiede zwischen den Parteien und regt mit seiner spielerischen Herangehensweise vor allem junge Menschen dazu an sich mit politischen Themen und der anstehenden Wahl auseinanderzusetzen“, sagte Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, beim Startschuss in Berlin. Krüger betonte dabei übrigens auch, die Daten der Benutzer oder die Ergebnisse würden nicht gesammelt oder gespeichert.

2002 wurde der Wahl-O-Mat erstmals ins Leben gerufen, um der grassierenden Politikmüdigkeit entgegen zu wirken und vor allem junge Wähler zu informieren und zu mobilisieren. Inzwischen sei das Tool eine feste Größe für politische Information im Vorfeld von Wahlen, 2013 wurde der Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl mehr als 13,3 Millionen Mal gespielt. Auch für Europa- und Landtagswahlen wird das Programm inzwischen aufgelegt und so insgesamt mehr als 50 Millionen Mal genutzt. „Der Wahl-O-Mat“, sagte Krüger, „ist inzwischen demokratischer Volkssport.“

Bei jeder Frage kann man sich für die Antwort „Stimme zu“, „stimme nicht zu“ oder „neutral“ entscheiden, aber Achtung: Es empfiehlt sich, genau hinzuschauen und ein bisschen nachzudenken. Die Thesen kommen nämlich ausgesprochen „einfach“ daher, manche erinnern gar an Stammtischparolen. Es empfiehlt sich also, sich vor der Antwort kurz den Hintergrund zu vergegenwärtigen… Am Ende kann man zudem seine Antworten gewichten, also auswählen, welchen Themen einem besonders wichtig sind – diese werden dann doppelt gewichtet. Aus allen Antworten ermittelt der Wahl-O-Mat am Ende das persönliche Profil und vergleicht es mit den Programmen der Parteien.

Acht Parteien kann man dafür auswählen, am Ende erhält der Nutzer eine Rangliste, welcher Partei er mit wie viel Prozent am nächsten steht – so mancher hat dabei schon eine Überraschung erlebt… War man nicht eigentlich mal ein XY-Wähler? Der Wahl-O-Mat liefert zudem im Anschluss Begründungen der Parteien zu ihren Antworten, so kann man die verschiedenen inhaltlichen Ausrichtungen vertieft studieren. Natürlich entscheiden Wähler beileibe nicht allein aufgrund von Inhalten, wen sie wählen – Personen spielen eine durchaus entscheidende Rolle. Aber ein Blick in die Inhalte kann auch nicht schaden – das schützt davor, dass man nach der Wahl eine böse Überraschung erlebt… Der Wahl-O-Mat räumt zudem mit einem weit verbreiteten Vorurteil auf: Dass es keine Unterschiede zwischen den Parteien gebe. Was für ein Irrtum…

Info& auf Mainz&: Den Wahl-O-Mat findet Ihr online auf dieser Internetseite, aber auch als App fürs Smartphone. Dazu geht eine analoge Version als „Wahl-O-Mat zum Aufkleben“ auf Deutschlandtour, Termine und Stationen findet Ihr hier.

Über den Autor / 

Gisela Kirschstein

Gisela Kirschstein ist die Erfinderin von Mainz&, langjährige Journalistin, Filmemacherin & Buchautorin. In Mainz zuhause, schreibt sie am liebsten Geschichten über Menschen, Wein & Kurioses, und frönt im Hauptberuf ihrer Leidenschaft als politische Korrespondentin, in Hessen & Rheinland-Pfalz. Bekannt ist sie seit 1997 unter dem Kürzel gik.

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