Der große Mainz&-Glühweintest 2016: Die unendliche Vielfalt des Winzer-Glühweins

Alles&, Drinnen & Draußen, Rathaus & andere Skandale, Wein & andere Genüsse 3 961

Können 30 Glühweine alle unterschiedlich schmecken? Die Antwort lautet: eindeutig ja. Nelke, Zimt, Orange, Anis, Kardamon und Pflaume – es ist einfach unglaublich, wie groß die Geschmacksvielfalt der Glühweine auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt ist. Ein Dutzend Glühweinstände gibt es im Schatten des Doms, Mainz& hat am Freitag ALLE getestet – mit einer Jury und nach festen Qualitätskriterien. Das Ergebnis: Es gibt ausschließlich Qualität im Glase, alle, wirklich alle Glühweine stammen von Winzern, kein einziger aus dem Supermarkt. Und dieses Mal wurden wir richtig überrascht: Viele Stände haben am Glühwein gefeilt, sind kreativer, spannender geworden. Der Sieger war am Ende ein alter Bekannter, aber wir mussten auch feststellen: Nicht jeder Winzer hat automatisch guten Glühwein. Unsere Empfehlung deshalb: Macht selbst den Glühweintest, probiert Euch unbedingt durch mehrere Stände!

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Glühwein auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt – Mainz& hat den großen Test gemacht! – Foto: gik

„Das ist, als würde man in eine Weinstube gehen und sich durch die Weine testen“, staunt Bianca Wagner: „Dass es hier so gute Weine gibt, das wusste ich nicht.“ Wir stehen auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt, der große Mainz&-Glühweintest 2016 läuft – und die Jury staunt. Bianca, eine Grafikerin aus Mainz-Hechtsheim ist zum ersten Mal dabei, als Vertreterin des interessierten Weintrinkers sozusagen. Und wie wohl die meisten Besucher hat sie sich noch nie quer durch die Glühweine probiert. Meistens gehe man ja einfach auf den Weihnachtsmarkt, besuche einen Stand und bleibe da, sagt Bianca. Bis heute.

Kein einziger Glühwein schmeckt gleich, enorme Vielfalt

Zum dritten Mal schon machte die Internetzeitung Mainz& den großen Glühweintest auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt. Angefangen hatte es 2014, wir wollten damals einfach wissen: Wie gut sind in der Great Wine Capital Mainz die Glühweine auf dem wunderschönen Weihnachtsmarkt? Was wir nicht erwartet hatten: Es gab nur und ausschließlich Glühweine, die von Winzern hergestellt werden. Denn auch die Schausteller beziehen ihre Produkte von Winzern, die meisten sogar aus Rheinhessen oder gar aus Mainz. Und dann wird gefeilt und probiert, wird abgeschmeckt und gewürzt. Das Ergebnis: Kein einziger der von uns probierten Glühweine schmeckte auch nur annähernd gleich, die Vielfalt war riesig. „Abwechslungsreich, vielseitig, da schmeckt wirklich nichts gleich“, staunte Dirk Stelzer, Herausgeber des Weingutscheinführers und ebenfalls zum ersten Mal in der Mainz&-Jury dabei.

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Testen, Recherchieren, Reden – Die Mainz&-Glühweinjury am Stand der Familie Wingender-Barth. Von links: Bianca Weber, Dirk Stelzer, Gisela Kirschstein, Andreas Toschka (mit Hut) – Foto: Mainz&

„Wir sind selbst bei der Weinlese mit dabei“, berichtet uns Martina Wingender-Barth. Die Schaustellerfamilie kommt aus Zotzenheim, ihren Grundwein für den Glühwein bezieht sie vom Weingut Pitthan. „Der hat damals unsere Weinberge gekauft“, erzählt Wingender-Barth. Einen Dornfelder 2016 schenken sie hier bei der Punschmanufaktur am oberen Ende des Weihnachtsmarktes, direkt neben dem Schuh Salamander, aus. „Wir haben dieses Jahr ganz intensiv getestet“, berichtet Wingender-Barth: „Erst in der Küche, aber da hat er uns gar nicht geschmeckt. Dann sind wir vor die Tür, haben im Hof ein Feuer gemacht und richtig Weihnachtsmarktatmosphäre kreiert.“ Aus dem Topf nämlich schmecke der Glühwein ganz anders als aus der Zapfanlage, in der warmen Küche anders als draußen im Kalten.

Das Geheimnis: Feilen an den Rezepten, genaues Dosieren der Gewürze

Die hohe Kunst des Glühweinmachens, sie ist nicht im Handumdrehen erledigt. Das Geheimnis der Qualität, so stellen wir beim Gang über den Weihnachtsmarkt immer wieder fest: Probieren, testen, am Rezept feilen. Zimt, Nelke und Sternanis sind die klassischen Gewürz-Zutaten, die hohe Kunst besteht in der Kombination.

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Riechen, Schmecken, Schreiben – Bianca beim großen Mainz&-Glühweintest – Foto: gik

Natürlich gehört auch ein guter Grundwein dazu, „die fruchtbetonten Rotweine aus den deutschen Anbaugebieten eignen sich sehr gut für einen aromatischen Glühwein“, weiß man beim Deutschen Weininstitut in Mainz. Sprecher Ernst Büscher warnt zudem, die Gewürze vorsichtig zu dosieren: „Zu viel Gewürznelke macht den Glühwein ungenießbar, auch Zimt, Sternanis und Piment können bei zu hoher Konzentration die Fruchtaromen des Weins überdecken.“

Genau diese Erfahrung machen wir auch auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt: Am Feuerzangenbowle-Stand vor dem Gutenberg-Museum verwenden sie zwar den exzellenten Grundwein vom Weingut Escher, doch der Dornfelder wird von seinen Gewürzen erschlagen. „Viel zu viel Gewürz, da schmeckt man vom Wein nichts mehr“, urteilt Andreas Toschka. Andreas ist zum zweiten Mal beim Mainz&-Glühweintest dabei. Der Journalist und Weinexperte kann deshalb gut den Vergleich zum Vorjahr einbringen. Sein Fokus: Glühweine mit viel Wein-Charakter und ausgewogener, aber aussagekräftiger Würze.

Süße, Zimt, Anis – Glühwein ist Geschmackssache

Das aber ist eindeutig Geschmackssache: Wie der perfekte Glühwein schmecken soll, das ist individuell völlig verschieden. Wo der eine den süßeren, Nelken-lastigen Glühwein sucht, will der zweite lieber herben, weinigen Glühwein, während der dritte gerne viel Anis im Glühwein mag. „Wir müssen versuchen, den Geschmack der Masse zu treffen“, gibt Wingender-Barth zu bedenken. Sie selbst trinke ja viel lieber herbere Glühweine, doch das könne man den meisten Kunden nicht einschenken. So gehen denn auch viele Stände dazu über, den Kunden Zuckerstreuer zum selbst Nachsüßen zur Verfügung zu stellen – keine schlechte Idee. Doch Vorsicht: „Beim Süßen lieber zurückhaltend sein“, rät Büscher. „Unbedingt erst probieren!“, betont Wingender-Barth.

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Richtig Arbeit, der Mainz&-Glühweintest! – Foto: gik

In der Tat: Am Stand von Rainer Bodtke machen wir beim Nachsüßen eine unangenehme Erfahrung – völlig überraschend. Lange Jahre war der Glühweinstand an der Pyramide am Höfchen das Maß für sehr weingeschmackslastige, richtig herbe Glühweine, in diesem Jahr sind wir enttäuscht: Der Regent 2015 aus Aspisheim kommt zwar süffig, aber wenig dicht daher. Orangeschale, Zimt und Nelke lugen vorsichtig um die Ecke, doch insgesamt bleibt der Glühwein eher blass. Und er ist deutlich weniger herb als in den Vorjahren, trotzdem süßen wir versuchshalber nach. „Bloß nicht“, sagt Andreas, „mit Zucker wird der Geschmack total flach.“

Bianca schüttelt ebenfalls den Kopf: „Ohne Zucker war der Glühwein lila, mit Zucker wurde er grün und spitz.“ Bianca ist Synästhetikerin, bei ihr lösen Gerüche und Geschmäcker Farben und Formen im Gehirn aus. „Der ganze Kopf ist dann voller Farbe“, erklärt sie uns, die Empfindung ist angeboren und nicht beeinflussbar. Am Stand von Wingenders dagegen entsteht in ihrem Kopf ein roter Kreis mit gelbem Rand, leuchtend und angenehm. Pflaume ist hier der überwiegende Eindruck, „eher Zwetschge“, sagt Bianca. „Super“, sagt Dirk, „ein bisschen süß“, findet Andreas. Am Ende landet der Wingender-Glühwein auf Platz vier und damit ganz weit vorne.

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Toller Glühwein bei der Familie Sottile vor den Markthäusern – hier ein Bild aus 2014. – Foto: gik

Intensiver Weihnachts-Glühwein vor den Markthäusern: Platz 3

Wir ziehen weiter, vor den Markthäusern wartet der traditionelle In-Glühweinstand der Familie Sottile. Das Portugieser-Dornfelder-Cuvee stammt ebenfalls vom Weingut Pitthan, und schmeckt doch völlig anders: Viel Zimt schmecken wir hier, Brombeer-Aromen, runde Weihnachtsdüfte. „Der hat Power“, sagt Bianca. Etwas Ätherisches habe der Glühwein, findet Andreas, „richtig gut gelungen“, lautet das Urteil, „das schmeckt wie Milchreis mit Kirsche und Zimt.“ Am Ende ist das Platz drei für einen Spitzen-Weihnachtsmarktglühwein. Auch die Temperatur ist hier perfekt – und da gab es große Schwankungen.

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Test und Recherche beim Weingut Kissel – Foto: Mainz&

„72 Grad“, sagt Sascha Barth am Feuerzauber, mit der Temperatur gebe er den Glühwein an die Gäste. Zu heiß, finden wir, doch die Erfahrung machen wir auch beim Weingut Kissel – und die haben die Einstellung auf 68 Grad stehen. Nanu, wundern wir uns – des Rätsels Lösung: Es kommt auf die Glühweintasse an. Frisch aus der Spülmaschine ist die Temperatur natürlich höher, bei kalten Tassen wird der Glühwein schneller heruntergekühlt. „Nach ein, zwei Minuten im Glas ist die Temperatur zum Trinken perfekt“, erklärt uns Winzer Kissel. Beim Deutschen Weininstitut empfehlen sie, den Glühwein nicht zu heiß zu servieren, da sonst die filigranen Fruchtaromen verloren gehen und sich unangenehme Bitterstoffe entwickeln können. Heißer als 78 Grad darf der Glühwein nicht sein, warnen sie hier – sonst entweicht auch der Alkohol.

Zu viel Nelke verursacht Bitterstoffe, toller Spätburgunder-Glühwein

Vielleicht lag es ja an der Temperatur: Beim Weingut Geisinger um die Ecke überlagern für uns genau solch unangenehme Bitterstoffe den Weingeschmack. „Pelzig-bitter, da wird die Zunge ganz spitz“, findet Dirk. Bianca widerspricht: „Er riecht toll.“ Möglicherweise habe der Wein zu viel Nelke, vermutet Andreas. 2015 hatte uns Winzer Geisinger noch mit einem Glühwein mit Sangria-Geschmack überrascht, in diesem Jahr habe sein Wein mehr Tannine, erklärt er uns. Vielleicht aber liegt es auch an der Kombination: Ein Spätburgunder aus 2015 wurde hier mit einem Dornfelder aus 2016 zum Cuvee, das Ergebnis überzeugt uns nicht. Dafür gefällt uns die Theke richtig gut: Hier sind echte Traubenkerne eingearbeitet – toll! Und als einziger Winzer verarbeitet Geisinger nur Bioweine, die zudem noch vegan sind. infokasten-mainz-gluehweintest

Intensiv gewürzt, füllig und weitaus weniger süß als im Vorjahr kommt dagegen der Dornfelder des Jahrgangs 2016 von Sascha Barth daher. Der Glühwein hat im Vergleich zum Vorjahr eine tollen Sprung in Sachen Geschmack gemacht, Klasse! „Stark gewürzt, ganz toll“, findet Mainz&-Chefin Gisela Kirschstein, „zu stark gewürzt, zu süß“, findet dagegen Dirk – tja, so ist das mit dem Geschmack 😉 Sensationell findet aber die ganze Jury den Spätburgunder-Glühwein von Sascha Barth: Runder, beeriger, vollmundiger und voll Charakter kommt der Pinot Noir vom Weingut Huff aus Aspisheim auch als Glühwein daher. Zurückhaltender im Zucker gehört er für uns zu den Wow-Entdeckungen des Weihnachtsmarktes.

Basis-Glühwein getestet, Spezialitäten genossen – probiert bloß verschiedene!

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Toller Glühwein und tolle Gespräche bei Alexander Eil – Foto: Mainz&

Grundsätzlich haben wir aber an allen Ständen erst einmal nur den Basis-Glühwein getestet – es ging leider nicht anders. Fünf, sechs, sieben verschiedene Glühweine werden inzwischen an den meisten Weihnachtsmarkt-Buden ausgeschenkt, die Vielfalt reicht vom frischen Riesling-Glühwein bei Sottiles über Spätburgunder- und Merlot-Spezialitäten bis hin zu Rosé-Kreationen. Und so Leid es uns tat: Wir konnten einfach nicht alle testen. So haben wir bei den Basis-Glühweinen intensiv Geruch, Geschmack, Temperatur und Qualität bewertet – und nebenher immer noch einmal die eine oder andere Besonderheit probiert. Die Erkenntnis dabei: Beschränkt Euch bloß nicht auf die einfachen Glühweine, probiert unbedingt die Spezialitäten! Denn da tut sich eine Vielfalt auf, die – da sind wir uns ganz sicher – bundesweit ihresgleichen sucht und der Weinhauptstadt Mainz wirklich alle Ehre macht.

Da war etwa der Rosé-Glühwein von Alexander Eil. Direkt neben der Bühne auf dem Liebfrauenplatz serviert Eil einen duftigen, saftigen, frischen heißen Portugieser-Rosé, der wirklich fantastisch ist. „Ich liebe Rosé, die sind einfach geil“, bekennt Eil, und das schmeckt man. „Wir stimmen den Glühwein intensiv mit dem Winzer ab“, erklärt uns der Schausteller, „die Qualität muss stimmen.“ Und das tut sie: Auch der „normale“ Glühwein, ein Dornfelder 2016 von der Dohlmühle aus Flonheim, gefällt uns ausgesprochen gut: Viel Orange und Zimt schmecken wir hier, „viele kleine gelbe Dreiecke“, sieht Bianca – am Ende ist das Platz fünf.

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Spaß an der Spieluhr bei der Recherche mit Winzer Bernhard Stenner – Foto: Mainz&

Orange-Geschmack bei Eil, Holundersirup unter der Spieluhr

Erfrischend, leicht und mit viel Himbeergeschmack kommt der Glühwein gleich nebenan an der Spieluhr daher. Hier schenken die Mainzer Winzer persönlich aus, die Federführung hat dabei Bernhard Stenner. Das Geheimnis hier ist der Holundersirup, der dem Cuvee aus 80 Prozent Dornfelder sowie Portugieser und Spätburgunder seine ganz eigene Note gibt. „Erfrischend“ finden das die einen. „Lass ihn weg“, rät hingegen Andreas, „der Sirup bindet total viele Wein-Geschmacksstoffe.“

Immer wieder scheiden sich die Geister in der Jury, das ist auch bei der Schwarzwaldstube von Rudolf Narth so. „Angenehm herb, aber ein bisschen schlicht“, findet Bianca, „ein echter Glühwein-Weihnachtsmarkt-Klassiker“, Mainz&-Chefin Gisela.“ „Zu viel Nelke“, urteilen hingegen die Männer. Auch beim Thema Süße wird viel diskutiert, das ist auch an der Glühwürmchenhütte von Rico Becker so. „Zu süß“, findet Bianca, „ein echter Klassiker“, sagt hingegen Dirk. Fest steht: Der Dornfelder vom Weingut Dhom gehört zu den klassisch-gewürzten Weihnachts-Glühweinen.

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Weihnachtsspaß mit Rico Becker an der Glühwürmchenhütte – Foto: Mainz&

„Das wollen die Leute“, sagt Becker, und er hat Recht, zumal die Qualität super ist. Wer allerdings richtig weinigen Glühwein sucht, sollte hier unbedingt zu den Variationen greifen: Ein Schwarzriesling-Glühwein zaubert Leuchten in die Augen der Jury, unser Favorit ist aber der Sankt Laurent – ein rotweiniger, starker, dezent gewürzter und nicht so süßer Glühwein, den wir stundenlang trinken könnten – was für eine Vielfalt!

Spitzenreiter: Intensiv-gwürzter Glühwein mit viel Anis vom Weingut Huf

Die Spitze machen am Ende zwei gute Bekannte unter sich aus: Das Weingut Kissel überzeugt erneut mit seinem Regent-Glühwein und rundem Weihnachtsaroma mit viel Kirsche, Orange und fein eingebundenem Zimt. Kunststück: Es ist genau der gleiche Glühwein wie im Vorjahr, 2015 räumten die Kissels damit beim Mainz&-Glühweintest den ersten Platz ab. Die Überraschung in diesem Jahr: Es reicht „nur“ zu Platz zwei. Die Nase vorn hat ganz klar Winzer Huf aus Ingelheim: Der Überraschungs-Sieger von 2014 erobert mit seinem Spätburgunder-Regent Cuvee aus dem Jahr 2015 unsere Herzen.

Es ist das intensive Aroma von Anis, Zimt und sehr dezenter Nelke, das uns überzeugt, der unglaublich runde und stimmige Geschmack. „Schon der Geruch ist sehr stimmig, die Temperatur perfekt – da passt einfach alles“, findet Andreas. Doch das muss beileibe nicht für jeden gelten: „Da ist ja Anis drin…“, sagt Dirk, „das muss man aber mögen…“ Anis, sagt Winzer Huf, gehöre für viele heute nicht mehr in den Glühwein, in den alten Rezepten finde man es aber als Standard-Zutat. So ist das beim Glühwein – reine Geschmackssache.

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Wieder mal unschlagbar gut: Winzer Huf aus Ingelheim – Foto: gik

Fazit: Spitzenqualität, enorme Vielfalt

Das Fazit fällt denn auch ganz klar aus: „Gut sind sie alle, Wahnsinn, dass es fast 50 verschiedene Glühweine gibt“, findet Dirk, „da ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei.“ – „Das ist Qualität, alles handgemacht, und keiner hat gleich geschmeckt“, staunt Bianca, „das ist echt großartig.“ Die Qualität auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt ist flächendeckend stark, Kopfschmerzen muss hier niemand befürchten. Die Vielfalt ist noch einmal enorm gewachsen – der Trend geht definitiv zum Zweit-, Dritt- und Viert-Glühwein.

„Der  Anspruch ist gestiegen“, findet auch Andreas, „und die Schausteller sind mit ihren Glühweinen wirklich stark geworden.“ Doch leider gebe es auch einen Trend dahin, Weine des aktuellen Jahres zu verwenden – nicht gut, findet der Weinexperte: „Die 2016er Weine sind meist einfach noch nicht so weit“, darunter habe die Geschmacksintensität doch gelegentlich gelitten. „Ausruhen“, lautet deshalb Andreas‘ Fazit, „dürfen sich Winzer und Schausteller nicht.“

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Zeichnung: Bianca Wagner

Info& auf Mainz&: Wo die zwölf Glühweinstände auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt stehen, könnt Ihr auf dem Standplan des Mainzer Weihnachtsmarktes sehen – alle Infos zum Weihnachtsmarkt selbst sowie den Plan findet Ihr hier bei der Stadt Mainz zum Download. Der 42. Mainzer Weihnachtsmarkt geht von Donnerstag, dem 24. November 2016, bis zum 23. Dezember täglich von 11.00 Uhr bis 20.30 Uhr, von Freitag bis Sonntag von 11.00 Uhr bis 21.00 Uhr. Die Tests der vergangenen Jahre könnt Ihr natürlich auch nachlesen: hier der Mainz&-Glühweintest 2015 und hier der Mainz&-Glühweintest 2014.

Danke& auf Mainz&: Ganz, ganz herzlich möchten wir uns bei allen Winzern, Schaustellern und Glühwein-Ausschenkern auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt bedanken! An allen Ständen nämlich  bekamen wir völlig selbstverständlich Testschlucke bereit gestellt, mehr noch: Überall wurden wir super-herzlich empfangen! Und man nahm sich Zeit: Drei Stunden sind wir über den Weihnachtsmarkt gezogen und haben viele, viele Gespräche geführt. Überall wurde mit großer Bereitschaft mit uns gefachsimpelt, wurde offen über die richtige Temperatur, über Gewürze, Weinauswahl und Zubereitung diskutiert. Wir möchten uns ganz herzlich für die große Offenheit und die vielen inspirierenden und erhellenden Gespräche bedanken!

 

 

Über den Autor / 

Gisela Kirschstein

Gisela Kirschstein ist die Erfinderin von Mainz&, langjährige Journalistin, Filmemacherin & Buchautorin. In Mainz zuhause, schreibt sie am liebsten Geschichten über Menschen, Wein & Kurioses, und frönt im Hauptberuf ihrer Leidenschaft als politische Korrespondentin, in Hessen & Rheinland-Pfalz. Bekannt ist sie seit 1997 unter dem Kürzel gik.

3 Kommentare

  1. Nils 4. Oktober 2017 at 13:09 -  Antworten

    Glühwein ist, wie ich finde ein interessantes Thema. Es hört sich verrückt an, aber ja, man kann Menschen auch in die Glühweinarten einteilen.

    Zum Beispiel sind Glühweintrinker, die gerne roten Glühwein konsumieren etwas konservativer. Es wird auf den Glühwein zurückgegriffen, den man kennt. Und das war lange Zeit in Deutschland nur der rote Glühwein. Der ist bekannt. Meist ein trockener Rotwein als Grundwein, ein paar Gewürze und natürlich je nach Qualität des Grundweins weniger oder mehr nachgesüßt.
    Die Personen, die auch Mal den weißen Glühwein probieren, sind eher offen für neues im Leben. Sie probieren gerne etwas neues aus und beharren nicht nur auf bekannten Sachen.

    Es ist schon ganz witzig, aber Sie sollten, wenn Sie einmal in der Nähe eines Glühweinstandes sind die Kundschaft beobachten. Ich möchte hiermit aber nicht alles pauschalisieren. Ausnahmen bestätigen schließlich die Regel.

    Nach so vielen Proben sind die Probanten natürlich schon sehr gut angeheitert. Vielleicht sollten Sie bei der nächsten Probe die Reihenfolge der untersuchten Glühweine ändern? 😀

    In diesem Sinne: Hoch die Tassen und schöne Grüße aus Trier!

    • Gisela Kirschstein 4. Oktober 2017 at 18:21 -  Antworten

      Hallo Nils, gute Beobachtungen in Sachen Glühwein! Wir haben Ähnliches auch schon beobachtet, aber man sollte vorsichtig sein: Manchmal kann ja auch einem modern-neugierigen Menschen einfach nach einem leckeren traditionellen Glühwein zumute sein 😉 Und zumindest in der Great Wine Capital Mainz müssen wir feststellen: der Trend geht hin zu außergewöhnlichen Glühweinen, weißen, verschiedenen Roten, und und und – weswegen wir überlegen, in diesem Jahr mal beim Mainz&-Glühweintest die Weißen zu testen. Und was das angeheitert angeht: Das hält sich tatsächlich in Grenzen. Einfach, weil wir an jedem Stand nur ein, zwei Schlückchen nehmen – richtig professionell wie bei einem Weintest auch.

  2. Nils 8. Oktober 2017 at 8:28 -  Antworten

    Hallo Gisela,

    dass hört sich doch nach einer professionellen Glühweinverkostung an :-). Ich finde es gut, wenn sich Winzer und Verkäufer immer neuere Ideen für Glühwein einfallen lassen. Ich meine, der Markt ist ja dafür da. Ich warte immer noch gespannt auf einen Rosé-Glühwein 😀

    Viele Grüße

    Nils

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