Dom und Stadt retten Teddyklinik – Klinik jetzt im Rathaus

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Die Teddyklinik ist ja eine Veranstaltung, bei der Medizinstudenten von der Mainzer Uniklinik Kindern die Angst vor dem Krankenhaus nehmen und Vorgänge wie Spritze oder Röntgen erklären. Die Teddyklinik findet gerade zum 15. Mal statt – zumindest war das der Plan. Doch die Zelte und Geräte der Teddyklinik wurden am Dienstagnachmittag auf dem Domplatz vom Sturm zerlegt und unter Wasser gesetzt. Doch Hilfe kam buchstäblich von oben: Der Dom öffnete seine Pforten und gewährte Asyl. Und für den Tag morgen gewährte das Rathaus Unterschlupf.

Mainzer Dom - Foto: gik

Zuflucht vor Sturm und Regen: der Mainzer Dom – Foto: gik

„Es war wirklich ganz dramatisch“, berichtete Teddyklinik-Organisatorin Angela Hess am Mittwoch Mainz&. Die Studierenden hatten am Dienstagabend die Klinik aufgebaut, da ging es los mit Sturm und Regen. „Uns flogen Tische und Zelte um die Ohren, unsere Sachen waren triefend nass – und wir standen mit den Sachen in der Dunkelheit auf dem Domplatz“, berichtet Hess.

Der Dom öffnete Tore, Asyl im Rathaus

Das Rote Kreuz half, und irgendjemand muss wohl auch den Mainzer Kardinal Karl Lehmann alarmiert haben. „Der Dom öffnete für uns seine Tore“, berichtet Hess noch immer völlig überrumpelt von so viel Hilfsbereitschaft, Domdekan Heinz Heckwolf schloss den Gebeutelten die Türen auf. „Wir durften im Dom über Nacht unsere Sachen parken“, sagt Hess.

Erstis auf Kneipentour packten mit an

Orgateam der Teddyklinik vor der Apotheke im Mainzer Rathaus - Foto Teddyklnik

Das Dr.ted.-Team Engelchen, Milchreis und Pfefferkuchen vor der Teddyklinik-Apotheke im Ratgaus – Foto Teddyklinik

Aber damit nicht genug: Auch beim Verstauen der Sachen im Dom gab es noch Hilfe. „Etwa einhundert Erstsemester, die gerade auf der Ersti-Kneipentour unterwegs waren, haben spontan mit angepackt“, erzählt Hess – Wahnsinn! Klar war aber auch, dass die Teddyklinik auf dem Domplatz nicht stattfinden konnte, die Sicherheit der Kinder sei nicht zu gewährleisten gewesen. „Wir haben dann im Rathaus gefragt: wir sind ratlos, habt Ihr einen Raum für uns?“ erzählt Hess weiter. Und so wurde der Teddyklinik für heute und morgen Asyl im Rathausfoyer gewährt.

Was für eine Hilfsbereitschaft! Aber das sind die Geschichten, die eben typisch für Mainz sind, und wofür wir diese Stadt so lieben 😉

Teddyklinik nimmt Angst vor Krankenhaus und weißem Kittel

Teddy auf dem OP-Tisch in der Teddyklinik - Foto Teddyklnik

Teddy auf dem OP-Tisch in der Teddyklinik – Foto Teddyklnik

„Die Kinder lieben Verbände“, weiß die angehende Medizinerin, deshalb wird dann der Teddy, der vom Hochbett gefallen ist, fachgerecht verarztet. Und bei den Zahnärzten dürfen die Kinder mit Spiegel und Bohrer ihrem Teddy auf den Zahn fühlen und in der Teddyklinik-Apotheke Schmerz-weg-Bärchen auf Rezept mit nachhause nehmen.

Dr. ted. Angela Engelchen und Dr.ted. Rany Milchreis

Ein Team von rund einhundert Studenten der Humanmedizin und der Zahnmedizin machen bei der Teddyklinik mit. „Auch für uns ist das super, wir lernen, wie man Kindern umgeht und wie man mit ihnen über Medizin spricht“, sagt Hess. Die Kinder seien meist zwischen 3 Jahren und 9 Jahren alt, viele Kindergärten kommen mit ihren Gruppen zur Teddyklinik. Die Vormittage sind damit meist ausgebucht, ab etwa 12.00 Uhr mittags können aber auch Neugierige mit ihren Kindern ohne Termin vorbeikommen.

Etwa 1.000 Kinder lernen so jedes Mal viel über Krankenhäuser, Ärzte und eben auch über Krankheit und Gesundheit. Und damit die Kinder wirklich die Scheu verlieren, operieren in der Teddyklinik eben keine „Doktor med.s“, sondern „Doktor ted.s“, und die haben natürlich auch die passenden Namen: Die Organisatorin „Dr.ted. Angela Engelchen“ wird da von ihren mit-Organisatoren unterstützt – von „Dr.ted. Simone Pfefferkuchen“ und „Dr. ted. Rany Milchreis“.

Info& auf Mainz&: Teddyklinik am Donnerstag, den 23. Oktober, von 8.00 Urh bis 16.30 Uhr im Rathaus, Erfurter Zimmer und Foyer. Patienten ohne Termin bitte ab 12.00 Uhr kommen, vorher sind Kindergärten und Schulklassen da. Mehr Infos unter www.teddyklinik-mainz.de .

Über den Autor / 

Gisela Kirschstein

Gisela Kirschstein ist die Erfinderin von Mainz&, langjährige Journalistin, Filmemacherin & Buchautorin. In Mainz zuhause, schreibt sie am liebsten Geschichten über Menschen, Wein & Kurioses, und frönt im Hauptberuf ihrer Leidenschaft als politische Korrespondentin, in Hessen & Rheinland-Pfalz. Bekannt ist sie seit 1997 unter dem Kürzel gik.

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