Eulchen Brauerei zieht in die alte Kupferberg Sektkellerei: Brauanlage soll bis 2018 entstehen

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Ihr Bier ist schon lange Kult in Mainz, nun holen die Macher des Eulchen Biers auch die Produktion nach Mainz: Im Sommer 2018 wollen Leonidas Lazaridis und Philip Vogel ihre Eulchen Brauerei in Mainz eröffnen – und zwar in der Kupferberg Sektkellerei. Damit ziehen die beiden Jungunternehmer in eines der historischsten Gebäude in Mainz, das allerdings bisher eher ein Hort der Sektherstellung war: Kupferberg gehörte zu den Mit-Erfindern des deutschen Sektes, die Kupferberg-Keller sind bis heute die tiefsten Sektkeller der Welt. Auf rund 500 Quadratmetern Produktionsfläche soll hier nun bis 2018 eine Brauanlage mit eigener Abfülllinie entstehen: Eulchen goes Kupferberg!

Die alte Mainzer Kupferberg Sektkellerei, heute nur noch ein Museum mit Restaurant. – Foto: gik

Das wunderschöne ehrwürdige Gebäude, das der Kupferberg-Terrasse seinen Namen gegeben hat, hat eine lange und wechselvolle Geschichte hinter sich. 1850 gründete hier Christian Adalbert Kupferberg seine Sektkellerei, die schnell zu den berühmtesten und besten Häusern Deutschlands wurde. Sekt wird hier schon lange nicht mehr hergestellt, die Marke Kupferberg gehört heute zur Sektkellerei Henkell in Wiesbaden. 2012 eröffnete in den Räumen auf dem Kupferberg ein edles Restaurant, das bis Frühjahr 2017 von der rheinhessischen Spitzenköchin Eva Eppard geleitet wurde – ihr Vertrag wurde von der Besitzerfamilie Richter nicht verlängert. Schon da hieß es, Richters planten mit der Sektkellerei Neues, nun wissen wir was.

„Mit dem Kupferberg haben wir einen einzigartigen Ort gefunden, wie wir ihn uns nicht hätten träumen lassen“, freut sich Lazaridis auf den neuen Standort von Eulchen Bier: „Ich bin stolz und überglücklich, dass wir uns mit unserer Eulchen Brauerei endgültig mit der Mainzer Biergeschichte fest verwurzeln. Unsere ganze Geschichte, unsere Namensgebung, unsere Biere – einfach alles basiert auf der Mainzer Biergeschichte.“ In der Tat haben die beiden Verlegenheits-Brauer mit ihrem Startup erheblich dazu beigetragen, die Mainzer Bierszene wieder zurück ins Bewusstsein zu rücken. 2013 brauten sie ihr erstes Bier, eigentlich „nur“ als Abschlussarbeit an der Hochschule Mainz.

Eulchen Bier in der Trinkhalle in der Mainzer Neustadt goes Kupferberg. – Foto: Eulchen Bier

Was mit 2.000 Flaschen begann, hat sich längst zu einem florierenden Kult-Unternehmen entwickelt, die überwältigende Resonanz ließ die beiden Studenten das Ganze weiterdenken. Mittlerweile verkaufen sie ihr Bier an ausgewählte Getränkemärkte, Cafés, Bars und Kneipen in Mainz und im Rhein-Main Gebiet. 2014 erweckten sie das jahrelang leerstehende letzte historische Wasserhäuschen in Mainz mit einem Eulchen-Verkaufsstand zu neuem Leben, seit 2016 betreiben sie den Eulchen Schlossbiergarten im Innenhof des Kurfürstlichen Schlosses. „Wir wollen Orte des Austauschs und der Interaktion schaffen, Plätze beleben, um mit unserem Engagement einen positiven Beitrag zur Mainzer Stadtentwicklung zu leisten“, erzählt Vogel.

Ihr Bier brauten Vogel und Lazaridis bislang aber noch in einer Brauerei in Süddeutschland, auf Dauer war das keine Lösung. Jetzt sei einfach Zeit gewesen, die gesamte Produktion der Eulchen Brauerei an einem Ort zusammenzuführen, berichten die beiden Unternehmer, doch die Suche nach einer passenden Location war ausgesprochen schwierig: „Wir wollten nicht irgendein altes Gebäude in Mainz umbauen oder in ein anonymes Industriegebiet umziehen“, berichten die beiden, „es sollte ein historischer Ort sein – im Herzen der Stadt – um Mainz eine Brauerei zum Anfassen zu geben.“

Die beiden Eulchen Bier-Gründer Leonidas Lazaridis und Philipp Vogel auf dem Dach der Trinkhalle in der Mainzer Neustadt . – Foto: Eulchen Bier

Die soll nun auf dem Kupferberg entstehen, auf rund 500 Quadratmetern Produktionsfläche der alten Sektkellerei wird es künftig eine 10 Hektoliter große Brauanlage mit eigener Abfülllinie für Flaschen und Fässer geben. Es werde ein komplett in sich geschlossenes, hochmodernes System, ohne Geruchs- und Geräuschemissionen, verspricht Vogel: „Unsere Brauerei wird man erleben können, ob bei einer Brauereiführung oder bei einem Tasting in der Braustube.“ Dort soll es auch einen kleinen Shop geben, wo man Eulchen Biere erwerben kann. Auch im weiter bestehenden Restaurant Kupferberg – unter neuer Leitung der Eigentümerfamilie Richter – soll man künftig ein frisch gezapftes Eulchen Bier genießen können.

„Eine spannende Zeit liegt vor uns, wir haben unendlich viele Ideen und spannende Biere, die wir brauen wollen“, sagen Vogel und Lazaridis. Ziel sei auch, das Thema Craftbeer weiter voranzutreiben und die Mainzer Bierkultur weiter wiederaufleben zu lassen. So ganz falsch sind sie damit auf dem Kupferberg nicht: Auf der Anhöhe in Mainz standen einst die Brauereigebäude der 1859 gegründeten Mainzer Aktienbräu ( MAB), die mit rund 300.000 Hektolitern Ausstoß zeitweise zu den zehntgrößten Brauereien Deutschlands gehörte. Der Zweite Weltkrieg zerstörte die Brauerei auf der Kupferbergterrasse, die Brauerei fand nie wieder zurück zur alten Größe. Die Mission Wiederbelebung Mainzer Bierszene läuft…

Info& auf Mainz&: Die ganze Geschichte von Philipp Vogel und Leonidas Lazaridis und ihrem Eulchen Bier erzählen wir Euch hier – und dazu die der 600 Jahre alten Mainzer Biergeschichte.

Über den Autor / 

Gisela Kirschstein

Gisela Kirschstein ist die Erfinderin von Mainz&, langjährige Journalistin, Filmemacherin & Buchautorin. In Mainz zuhause, schreibt sie am liebsten Geschichten über Menschen, Wein & Kurioses, und frönt im Hauptberuf ihrer Leidenschaft als politische Korrespondentin, in Hessen & Rheinland-Pfalz. Bekannt ist sie seit 1997 unter dem Kürzel gik.

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