Fassenacht für Neubürger – Buchautor Günter Schenk erklärt Fastnacht im Offenen Wohnzimmer

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Ihr könnt mit dem ganzen Fastnachtsrummel nichts anfangen? Versteht diesen ganzen albernen Rummel nicht? Nun, Euch kann geholfen werden: Am morgigen Samstag klärt Euch ein absoluter Experte im Offenen Wohnzimmer in Mainz-Kostheim auf: Günter Schenk, Journalist und Buchautor, ist seit vielen Jahren absoluter Fastnachtsexperte. Der Mainzer kann genau erklären, woher die Fastnacht kommt, was ihre Bräuche sollen – und er hat ein durchaus kritisches Auge darauf. Schenk gehört zu den profiliertesten Kritikern der etablierten und kommerziellen Fastnacht – und zu den größten Verfechtern der ursprünglichen Fastnacht, die den Oberen auf die Finger klopft und der Gesellschaft den Spiegel vorhält.

Kulturpreisträger Günter Schenk kleiner - Foto Schenk

Günter Schenk, Journalist und Buchautor, bei der Verleihung des Kulturpreises der Deutschen Fastnacht – Foto: Schenk

„Karneval zwischen Tradition und Kommerz“ heißt denn auch Schenks vorletztes Buch, der Gebrauch des Wortes „Karneval“ sei ihm verziehen, denn Schenk analysiert darin gerade auch die wachsende Kommerzialisierung des Kölner Karnevals. Da redet der Journalist vom „Schleuderkreis der Automatismen“ der Unterhaltungsindustrie, bei der jedes Event größer, schöner, aufregender sein muss als das vorherige. Er seziert, wie Karneval als sinnfreier Party-Kommerz in die falsche Richtung abgleitet, er analysiert Karneval als Ideologie, als Wirtschaftsfaktor und als Freizeit-Kommerz.

Aber Schenk bricht auch eine Lanze für den ursprünglichen, den echten Karneval: „Viele verstehen den Karneval noch immer falsch“, schreibt Schenk, denn er schreie geradezu danach, dass sich der, der es feiert, aktiv einmischt. Karneval (und Fastnacht), das sei „ein Spiel mit Gestalt und Format“, mit festen Regeln, aber ein Fest, das gleichzeitig befreit von starren Zwängen. „Ein Spiel, in dem die Hoffnung immer siegt, das Staunen und Lernen verlangt und im besten Fall einen neuen Blick auf die Welt und sich selbst schafft.“ Übertrieben? Mitnichten: Die Eulenspiegelei des Narren ist die wahre Natur des Festes, zumindest in der Meenzer Fastnacht.

Die erklärt Schenk in seinem jüngsten Werk: 2016 erschien der Bildband „Die Mainzer Fastnacht“, darin erklärt der Journalist, dass die Geschichte dieses Festes bis ins Mittelalter zurückreicht, warum Narren Kappen tragen und wie der Narhallamarsch entstand. Es ist beileibe nicht Schenks erstes Buch über die Mainzer Fastnacht: Legendär ist sein „Fastnachts-ABC“, dazu schrieb er ein „Handbuch zur Mainzer Fastnacht“ und ein Werk über die Geschichte von „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht.“

An diesem Samstag könnt Ihr Schenk kennenlernen mit seinem Blick auf die Fastnacht: Im Offenen Wohnzimmer gibt der Fastnachtsexperte einen kleinen Einblick in die Geschichte der Mainzer Fassenacht und erklärt, woher die merkwürdigen Bräuche kommen:  Seit wann gibt es die Garden und die Karnevalsvereine? Wer hat das Helaurufen erfunden? Und seit wann wird gekleppert? „Ein Nachmittag, der nicht nur für Neu-Mainzer interessant wird“, versprechen die Organisatoren. Dazu gibt’s Kaffee, selbstgebackene Kreppel „und jede Menge Tipps, wie man sich in der närrischen Zeit in Mainz korrekt benimmt.“ Das ist nicht das Unwichtigste in dieser Stadt….

Info& auf Mainz&: Samstag, den 11. Februar 2017, um 15.00 Uhr, „Fassenacht für Neubürger (und alle, die mehr über die Geschichte der Mainzer Fastnacht wissen wollen)“ mit dem Kulturpreisträger der deutschen Fastnacht Günter Schenk im Offenen Wohnzimmer, Mainz-Kostheim, Winterstraße 13. Das Offene Wohnzimmer ist ein Stadtteiltreff, getragen von einer unabhängigen Initiative. Im Offenen Wohnzimmer finden auch Konversationskurse, Strickabende und Schachtreffs statt. Mehr Infos dazu hier im Internet. Mehr über die gesammelten Werke Schenks findet Ihr auf dieser eigenen Amazon-Seite.

Über den Autor / 

Gisela Kirschstein

Gisela Kirschstein ist die Erfinderin von Mainz&, langjährige Journalistin, Filmemacherin & Buchautorin. In Mainz zuhause, schreibt sie am liebsten Geschichten über Menschen, Wein & Kurioses, und frönt im Hauptberuf ihrer Leidenschaft als politische Korrespondentin, in Hessen & Rheinland-Pfalz. Bekannt ist sie seit 1997 unter dem Kürzel gik.

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