Großer Warnstreik am 13. April in Mainz – Busse und Bahnen fallen aus – 33 Kitas zu – Müllabfuhr und Wertstoffhöfe betroffen

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Das wird ein heiterer Freitag, der 13.: Am kommenden Freitag lädt die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di erneut zum großen Warnstreik in Mainz. Als Ergebnis wird wohl ab Betriebsbeginn, also ab dem frühen Morgen, kein Bus und keine Straßenbahn fahren, so kündigt es die Mainzer Mobilität auf ihrer Internetseite an. Auch die Stadt Mainz ist erneut betroffen: Von den 53 städtischen Kitas werden 33 geschlossen, 18 sind teils eingeschränkt geöffnet. Auch Müllabfuhr und Straßenreinigung werden wohl bestreikt, die Recycling- und Wertstoffhöfe haben nur teilweise geöffnet.

Am Freitag wird wohl kaum ein Bus durch Mainz wollen: Es ist Warnstreik. – Foto: gik

Stadt und Mainzer Mobilität können derzeit die Ausfälle nicht genau beziffern – die Gewerkschaft legt ihre Streikpläne natürlich vorher nicht detailliert offen. Ver.di hat aber alle Arbeitnehmer, Auszubildende und Praktikanten bei der Stadtverwaltung Mainz zu einem ganztägigen Warnstreik am Freitag, 13. April 2018, aufgerufen. Der Grund: In der Tarifauseinandersetzung zwischen Kommunen und Arbeitgebern haben die Arbeitgeber bis heute nicht einmal ein Angebot vorgelegt.

Ver.di fordert für die rund 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Darüber sollen Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro pro Monat steigen, Auszubildende nach einem erfolgreichen Abschluss verpflichtend übernommen werden. Die nächste Verhandlungsrunde steht am Sonntag an, vorher will Ver.di noch einmal ordentlich Druck aufbauen. Am Dienstag traten bereits nach Angaben der Gewerkschaft 1.200 Beschäftigte in Wiesbaden in den Ausstand – mit erheblichen Folgen für den Nahverkehr.

Kindergartenkinder müssen am Freitag unter Umständen auch anderweitig betreut werden: Auch die städtischen Kitas werden bestreikt. – Foto: Bistum Mainz

In Mainz teilte die Stadt am Mittwoch mit wird sich wohl die Müllabfuhr in manchen Stadtteilen verzögern oder sie wird sogar ganz ausfallen. „Die Bürger werden gebeten, die Müllgefäße stets zugänglich zu halten, so dass eine Entleerung stattfinden kann“, heißt es von Seiten der Stadt. Die Abholung der Abfalltonnen könne am Freitag, Samstag oder im Laufe der Folgewoche stattfinden, genaue Abholtermine seien nicht benennbar. Auch die Recycling- und Wertstoffhöfe werden am Freitag nur teilweise geöffnet sein, seien am Samstag aber wieder regulär nutzbar.

Betroffen sind zudem wieder einmal in hohem Umfang die städtischen Kitas: Von den insgesamt 53 städtischen Kitas werden am Freitag 33 streikbedingt geschlossen. Zwei städtische Kitas haben „Teamtage“ und sind daher geplant geschlossen, teilte die Stadt mit. 18 städtische Kitas werden geöffnet sein, teilweise jedoch nur eingeschränkt. Von diesen 18 Kitas haben acht regulär – unterstützt von nicht-streikendem Personal aus anderen Kitas – geöffnet. Die anderen zehn Kitas müssen streikbedingt ihre Öffnungszeiten einschränken, bieten aber in dieser Zeit die übliche Betreuung für alle Plätze an, heißt es weiter.

Alle Eltern der vom Streik tangierten städtischen Kitas würden derzeit per Elternbrief darüber informiert, in welcher Weise ihre Kita vom Streik betroffen ist. Die Leitungen der Kindertagesstätten vermittelten zudem Kontakt unter den betroffenen Eltern, damit diese sich bei der Betreuung gegenseitig helfen können. Auch in städtischen Ämtern und bei Dienstleistungen der Stadt könne es allgemein zu Einschränkungen und längeren Wartezeiten kommen.

Info& auf Mainz&: Infos zum Warnstreik im Öffentlichen Dienst am Freitag, 13. April 2018, findet Ihr hier bei der Stadt Mainz, zu den Bussen und Bahnen informiert die Mainzer Mobilität hier im Internet.

Über den Autor / 

Gisela Kirschstein

Gisela Kirschstein ist die Erfinderin von Mainz&, langjährige Journalistin, Filmemacherin & Buchautorin. In Mainz zuhause, schreibt sie am liebsten Geschichten über Menschen, Wein & Kurioses, und frönt im Hauptberuf ihrer Leidenschaft als politische Korrespondentin, in Hessen & Rheinland-Pfalz. Bekannt ist sie seit 1997 unter dem Kürzel gik.

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