Herbert Bonewitz beendet Bühnenkarriere – Kabarettist sagt wegen schwerer Erkrankung Bühnenauftritte ab

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Schock für die Mainzer: Der Mainzer Kabarettist und frühere Herzblut-Fastnachter Herbert Bonewitz sagt alle seine Bühnenauftritte ab. Bonewitz werde seine Bühnentätigkeit „ab sofort beenden“, teilte sein Sohn Michael Bonewitz am Dienstag in Mainz mit. Grund seien schwere Gesundheitsprobleme: Anfang August sei der 83-Jährige an einer schweren Infektion erkrankt und acht Tage lang auf der Intensivstation des Katholischen Klinikums Mainz behandelt worden. Bonewitz sei zwar auf dem Weg der Besserung, aber dauerhaft geh- und sehbehindert. Der Kabarettist sei deshalb außerstande, wieder auf die Bühne zu gehen. Bonewitz‘ nächster Auftritt im Mainzer Unterhaus am 18. Dezember ist deshalb ebenso abgesagt wie seine Teilnahme an der Nachtvorlesung am 21. Dezember.

Herbert Bonewitz bei einer Präsentation seines Buches „Spaß muss sein“ 2016 – Foto: Alexander Sell

 

Der 83 Jahre alte Mainzer gehörte zu den großen Mainzer Fastnachtsstars der 1970er Jahre, als er als „Prinz Bibi“ der Gesellschaft die Leviten las. 1975 wurde Bonewitz Profi-Kabarettist und begeisterte mit seinem feinsinnigen, kritischen Blick sein Publikum. Noch vor einem Jahr, im November 2016, stellte er im Unterhaus sein neues Buch vor, in „Spaß muss sein“ präsentierte er „die bonewitzige Hausapotheke“ aus heiteren Glossen, spaßigen Kommentaren, komischen Erzählungen und ulkigen Gedichten als Gegengift zu den beängstigenden Zeiten von grassierender Barbarei.

Doch das Jahr 2017 meinte es nicht gut mit dem Altmeister: Eine schwere Infektion warf ihn Anfang August nieder, Bonewitz lag acht Tage lang auf der Intensivstation. „Herzlichen Dank an dieser Stelle den Notärzten, dem Personal und den behandelnden Ärzten, sie haben einen tollen Job gemacht, dank ihnen kann ich sagen: Hurra, ich lebe noch“, ließ Bonewitz mitteilen. Es folgten ein fast dreiwöchiger Krankenhausaufenthalt und eine mehrwöchige Reha, zurück blieben aber erhebliche körperliche Einschränkungen. Auch seine Ehefrau Bärbel habe sich einem mehrwöchigen Klinikaufenthalt unterziehen müssen, teilte Bonewitz mit: „Wir leiden beide zudem an diversen Alterserkrankungen und wollen uns nach unserer Rekonvaleszenz in den kommenden Jahren ins Privatleben zurückziehen.“

Herbert Bonewitz als Alt-Fastnachter und aktiv am Flügel. – Fotos: gik/Boneqitz-Verlag

 

Sein geplanter Auftritt im Unterhaus am 18. Dezember muss deshalb aus gesundheitlichen Grünen ebenso abgesagt werden wie sein Auftritt bei der Nachtvorlesung am 21. Dezember. „Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, zumal das Unterhaus für mich ja schon fast wie ein zweites Wohnzimmer war, und auch die Nachtvorlesung bei Christian Vahl war eine liebgewonnene Tradition“, sagte Bonewitz bedauernd. Vahl, Leiter der Herz-Thorax-Chirurgie an der Universitätsmedizin Mainz, hatte Bonewitz vor ein paar Jahren eigens zum „Dr. humoris causa“ ernannt – einfach, weil Lachen wirklich die beste Medizin für den Menschen sei. Bonewitz betonte, sofern es ihm seine Gesundheit erlaube, wolle er auch künftig noch hie und da publizistisch in Erscheinung treten. Da würden wir uns sehr freuen!

Info& auf Mainz&: Die Karten für das Unterhaus-Gastspiel werden ab sofort im Unterhaus-Vorverkauf zurückgenommen und erstattet, Infos zu den Öffnungszeiten und den Telefonnummern gibt es hier.

Über den Autor / 

Gisela Kirschstein

Gisela Kirschstein ist die Erfinderin von Mainz&, langjährige Journalistin, Filmemacherin & Buchautorin. In Mainz zuhause, schreibt sie am liebsten Geschichten über Menschen, Wein & Kurioses, und frönt im Hauptberuf ihrer Leidenschaft als politische Korrespondentin, in Hessen & Rheinland-Pfalz. Bekannt ist sie seit 1997 unter dem Kürzel gik.

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