KUZ kehrt zurück – Kulturzentrum am Winterhafen wird am 14. Dezember wiedereröffnet – Tag der Offenen Tür, Kulturwoche

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35 Jahre lang war es DER Szenetreff von Mainz, dann rollten die Bagger – nun ist es endlich soweit: das KUZ kehrt zurück. Das legendäre Mainzer Kulturzentrum schloss Ende 2015 seine Tore, weil die alten Betreiber keine Zukunft mehr sahen. 2017 startete dann endlich der Umbau mit den dringend notwendigen Sanierungsmaßnahmen, nun soll am Ende alles gut werden: Am 14. Dezember öffnet das neue-alte KUZ am Winterhafen wieder seine Tore. Ein ganzes Wochenende lang wird die Wiedereröffnung mit einem Festival aus Walking Acts, Streetfood und natürlich viel Musik gefeiert, daran schließt sich nahtlos eine KUZ-Kulturwoche bis zum 22. Dezember an. Die soll einen Vorgeschmack auf das Programm im neuen Jahr geben – das KUZ 2.0 soll erneut mit musikalischen Highlights und kulturellen Veranstaltungen von Poetry Slam bis Lesung punkten.

Kündigten stolz die Wiedereröffnung des KUZ am Winterhafen an: KUZ-Programmmacher Ulf Glasenhardt (links) und OB Michael Ebling. – Foto: Mainzplus Citymarketing, Tozigrafie

Jahrzehnte lang war das KUZ Ort heißer Parties und cooler Musik, Generationen junger Mainzer feierten hier ihre ersten heißen Nächte. Hier trafen sich Studis, Gruftis und Junggebliebene, hier tobten Kubanische Nächte, wurden die Ü30-Parties erfunden, wurde Kabarett zelebriert und zahllose andere Kulturveranstaltungen. Das KUZ war ein eigenes Gesamtkunstwerk,. als die Betreiber deshalb Ende 2015 ziemlich plötzlich die Tore schlossen, saß der Schick tief: Würde das KUZ bleiben, würde es seinen Charakter behalten oder von der Luxusbebauung am Winterhafen am Ende sogar vertrieben?

Das größte Problem: das denkmalgeschützte Backsteingebäude war dringend sanierungsbedürftig, ein Verkauf an die Betreiber aber scheiterte eins ums andere Mal an den Kosten. Nach der Übernahme stellte die Stadt das KUZ unter die Ägide der Mainzplus Citymarketing Gesellschaft, zum 1. Dezember 2016 ein neuer Koordinator installiert: Ulf Glasenhart, Exleiter des Wiesbadener Kulturpalastes.  Die Angst um die Zukunft des KUZ blieb, machten die neuen Nachbarn aus den Luxuswohnungen doch noch im September 2015 starken Druck auf die Stadt – die wummernden Bässe und heißen Parties bis in die frühen Morgenstunden waren ein Dorn im Auge der neune Anwohner, obwohl die in ihren Kaufverträgen die Nähe zum KUZ billigend unterschrieben hatten.

So sah das KUZ vor seinem Umbau im Jahr 2015 von außen aus. – Foto: gik

Die Stadt aber warf sich für das KUZ in die Bresche, Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) und Bürgermeister Günter Beck (Grüne) versicherten persönlich, am KUZ werde nicht gerüttelt. Die dauerhafte Sicherung des KUZ als Veranstaltungsort sei „eine wichtige Maßnahme für den Kulturstandort Mainz“, betonte Ebling etwa im Dezember 2016, das KUZ solle auch zukünftig ein Ort der Begegnung und kulturellen Entfaltung bleiben. Die Stadt besserte am Konzept nach, stellte den Raumplan um und verstärkte den Schallschutz, all das und der Fund von Asbest in der alten Glashalle verzögerte den Baubeginn um rund ein Jahr. Im November 2016 erhielt die Stadt die Baugenehmigung, 2017 dann rollten die Bagger für das vier bis fünf Millionen Euro-Projekt. Nun sind die Arbeiten fast beendet, die Baustelle sei „in den letzten Zügen“, verkündeten die neuen KUZ-Macher am Dienstag: Das Ende sei in greifbare Nähe, die Vorfreude steige.

Es soll nichts weniger als ein großer Neuanfang werden: das KUZ 2.0 will auf den alten Säulen aufbauen, aber gleichzeitig junge, neue Kultur einbringen. „Das Beste aus dem alten und neuen KUZ“ lautet denn auch das Motto für das Eröffnungswochenende, es soll einen „Vorgeschmack auf das spätere KUZ-Programm in all seiner Vielfalt“ geben. Los geht’s am Freitag, den 14. Dezember, mit der Eröffnungsfeier. Ab 21.00 Uhr wird das neue KUZ dann seine Pforten für das Publikum öffnen und mit einer großen Eröffnungsparty mit „alten und neuen“ DJs die neue Ära des KUZ einläuten. Es gibt Auftritte von Aaden und Whiskydenker, dazu gibt es Walking Acts, Streetfood und „die eine oder andere Überraschung“, hieß es weiter.

Die alte Konzerthalle musste abgerissen werden: marode, fast ohne Schallschutz, dafür mit Asbest im Gebälk… Es entstand ein neuer Anbau. – Foto: gik

Am Samstag, den 15. Dezember, geht dann das bunte Eröffnungsprogramm weiter, ab 20.00 Uhr sollen die Auftritte der Mainzer Künstler Hanne Kah und TripAdLib sowie die anschließende KUZ-Party den großen Saal des KUZ – genannt Werkhalle – mit Leben füllen. Am Sonntag, den 16. Dezember, gibt es dann einen „Tag der offenen Tür“ mit zahlreichen Informationsständen, an denen die Besucher alles zur Geschichte, den Sanierungs- und Umbaumaßnahmen sowie über den KUZ-Förderverein und das geplante Kulturprogramm erfahren können. Das beliebte Format „Kids im KUZ“ werde auch zukünftig eine große Rolle spielen und sich an diesem Tage in Form eines Kindertheaters präsentieren, versicherte Glasenhardt. Parallel dazu werden lokale Singer-Songwriter ihre musikalischen Kostproben zum Besten geben.

Dem Eröffnungswochenende folgt unmittelbar eine „KUZ-Kulturwoche“ vom 18. bis 22. Dezember, die einen weiteren Vorgeschmack auf das Programm im neuen Jahr geben soll. „Die KUZ-Besucher können sich auf musikalisch-kulturelle Highlights freuen“, heiß es am Dienstag, darunter seien Konzerte von The Notwist und Blumfeld, DASDING Partybash sowie kulturelle Darbietungen von Poetry Slam bis zu Theateraufführungen der „Jungen Bühne Mainz“. Im neuen Jahr stehen dann bereits Künstler wie Jan Plewka („Singt Rio Reiser“, Erobique und die Band Pussy Riot bereit, neben Lesungen, Kleinkunst und diversen KUZ-Partys.

Info& auf Mainz&: Wiedereröffnung des alten-neuen KUZ Kulturzentrum am Mainzer Winterhafen am Freitag, 14. Dezember 2018 ab 21.00 Uhr. Alle Infos zum Eröffnungswochenende, der Kulturwoche und dem Programm im neuen Jahr findet Ihr demnächst auf der neu gestalteten Internetseite des KUZ. Natürlich findet Ihr das neue KUZ auch auf Facebook und Instagram. Der Vorverkauf startet am 24. September 2018, Tickets sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen und auf der Homepage erhältlich. Mehr zur Baugeschichte des KUZ und den Planungen vor Baubeginn lest Ihr hier bei Mainz&, die früheren Auseinandersetzungen mit den Anwohnern könnt Ihr hier noch einmal nachlesen. KUZ-Koordinator Ulf Glasenhardt stellen wir Euch hier vor.

 

  

 

Über den Autor / 

Gisela Kirschstein

Gisela Kirschstein ist die Erfinderin von Mainz&, langjährige Journalistin, Filmemacherin & Buchautorin. In Mainz zuhause, schreibt sie am liebsten Geschichten über Menschen, Wein & Kurioses, und frönt im Hauptberuf ihrer Leidenschaft als politische Korrespondentin, in Hessen & Rheinland-Pfalz. Bekannt ist sie seit 1997 unter dem Kürzel gik.

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