Mainzer Herzchirurg Vahl will Römisches Bühnentheater zu seinem Projekt machen – Benefizkonzert als Liedermacher am 15. April

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Man kennt ihn in Mainz als Direktor der Mainzer Klinik für Herz-,Thorax- und Gefäßchirurgie und als Förderer von Kunst und Künstlern: Christian-Friedrich Vahl. Doch was nur wenige wissen: Der Mediziner steht seit den 1970er Jahren auch als Liedermacher auf der Bühne. Mehr als 400 Lieder habe er geschrieben, verriet Vahl Mainz&, nun will er sein Talent und seine Musik-Leidenschaft für ein ganz besonderes Projekt einsetzen: „Ich trete im Sommer die Präsidentschaft des Mainzer Rotary Clubs an“, sagte Vahl, und dafür habe er sich ein ganz besonderes Projekt vorgenommen, bei dem er etwas bewegen wolle – die Wiederbelebung des Römischen Bühnentheaters am Mainzer Südbahnhof. Dafür lädt Vahl am 15. April um 11.00 Uhr morgens zu einem Benefizkonzert in den Erbacher Hof. Auf der Bühne wird er selbst stehen, als Liedermacher, ihn begleiten werden der Percussionist Thomas Rück und der international bekannte Künstler Cyrus Overbeck.

Liedermacher Christian Vahl bei einem öffentlichen Konzert im Jahr 2017. – Foto: privat

Das Römische Bühnentheater am Mainzer Südbahnhof ist das größte, jemals gefundene nördlich der Alpen und ein archäologisches Schmuckstück – eigentlich. Denn 20 Jahre nach seiner Wiederentdeckung und Teilausgrabung dümpelt das Bühnentheater vor sich hin. Archäologen schlugen zuletzt Alarm, weil die wenigen ausgegrabenen Mauerreste dem Verfall preisgegeben sind – dem Theater droht eine neuerliche Zerstörung. Das will Vahl nun ändern: Der Direktor der Mainzer Klinik für Herz-,Thorax- und Gefäßchirurgie veranstaltet am 15. April ein Benefizkonzert zugunsten des Römischen Bühnentheaters.

 

Mainzer kennen Vahl ja als Sänger beim Mainzer Carneval-Verein, doch was nur wenige wissen: Der Chirurg steht auch seit den 1970er Jahren als Liedermacher auf der Bühne. „Ich habe mit vielen bekannten und weniger bekannten Liedermachern gemeinsam auf unterschiedlichen Bühnen gestanden“, berichtet er im Gespräch mit Mainz&: „Mein Liedermacherweg begann als Duo gemeinsam mit Fritz Baltruweit, dessen Lieder heute Eingang in das evangelische Kirchengesangbuch gefunden haben.“

Wahrlich nicht präsentiert wie ein Schmuckstück: Das Römische Bühnentheater in Mainz gammelt am Südbahnhof vor sich hin. – Foto: gik

Mehr als 400 Lieder habe er seit 1970 selbst geschrieben, erzählt Vahl, „ich verstehe mich als Geschichtenerzähler, der von Glück, von Träumen und Tränen, von Einsamkeit und Alltagsfreuden, von Sorgen und Träumen und Begegnungen erzählt.“ Der Liedermacher Vahl entwickelte bei seinen Solo-Auftritten zudem ein ganz eigenes Markenzeichen: Er selbst stand im Dunkeln, während ein Diaprojektor zu seine Liedtexten korrespondierende Bilder an die Leinwand oder an die Wände warf.

Diese Machart will Vahl nun für sein Benefizkonzert zugunsten des Römischen Theaters wieder aufgreifen. Die Gestaltung der Bildprojektionen hat der bekannte Künstler Cyrus Overbeck übernommen, der Duisburger Künstler hatte 2011 in der Mainzer Neustadt ein Offenes Atelier eröffnet und Anfang dieses Jahres bereits zum dritten Mal seine Werke in Mainz ausgestellt. „Auch Cyrus Overbeck ist ein begnadeter Geschichtenerzähler“, sagt Vahl, der Overbeck gut kennt, „nicht umsonst gilt er als der Begründer des narrativen Realismus und sieht sich nicht nur als Künstler, sondern als eigenständige Erkenntnisquelle.“

Christian Vahl mit Fritz Baltruweit bei einem Auftritt im Jahr 1973. – Foto: Vahl

Overbeck musste als Kind aus Persien fliehen, wurde in Deutschland heimisch und lebt heute im ostfriesischen Esens, in New York und in Duisburg. „Overbeck ist davon überzeugt, dass selbst eine so arme Stadt wie Duisburg, wenn sie auch nur eine Spur eines römischen Theaters hätte, alles dafür tun würde, dieses zu erhalten, zu zeigen, und einer Nutzung zuzuführen“, sagt Vahl. Nur habe Duisburg eben kein römisches Bühnentheater – Mainz aber schon. „Deshalb nimmt sich Overbeck die Zeit, dieses Projekt zu begleiten“, sagt Vahl.

 

Dritter im Bunde des Benefizkonzerts ist der Vollblutpercussionist Thomas Rück alias „Uncle Gulu“. Gemeinsam mit Rück habe er schon beim Mainzer Carneval-Verein auf der Bühne gestanden und das Genre Fastnachtslieder in Liedermachermanier und finger-picking-style neu entwickelt, erzählt Vahl: „Wir drei wollen zeigen, dass es noch Liedermacher gibt, dass sie leben, frei herumlaufen, schreiben und singen und vor allem: dass sie sich einmischen.“ Auch die Generation nach Hannes Wader und Franz-Josef Degenhardt habe etwas zu erzählen. „Es wird ein wunderbarer Morgen voller Lieder und Leben werden“, sagt Vahl. Es soll nicht das einzige Event für das historische Gebilde werden, er plane bereits weitere Aktionen für seine Amtszeit als Rotary-Präsident. „Mein Traum wäre, dass ich in einem Jahr ein weiteres Benefizkonzert geben kann“, sagt Vahl, „aber dann im wieder bespielbaren Römischen Theater.“

Info& auf Mainz&: Benefizkonzert zugunsten des Römischen Bühnentheaters am Sonntag, den 15. April 2018, um 11.00 Uhr im Ketteler Saal des Erbacher Hofs. Der Eintritt von 11,- Euro geht komplett an das Projekt Römisches Theater, alle Beteiligten haben auf Mieten, Anfahrtskosten, Spesen und Aufwandsentschädigungen verzichtet. Mehr zum Römischen Theater in Mainz erzählen wir Euch in diesem Mainz&-Artikel.

 

 

Über den Autor / 

Gisela Kirschstein

Gisela Kirschstein ist die Erfinderin von Mainz&, langjährige Journalistin, Filmemacherin & Buchautorin. In Mainz zuhause, schreibt sie am liebsten Geschichten über Menschen, Wein & Kurioses, und frönt im Hauptberuf ihrer Leidenschaft als politische Korrespondentin, in Hessen & Rheinland-Pfalz. Bekannt ist sie seit 1997 unter dem Kürzel gik.

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