Rathaussanierung: Mindestens 60 Millionen Euro für Sanierung – Ebling: Alternative wäre WestLB – Bürgerentscheid kommt

Alles&, Rathaus & andere Skandale 4 198

Paukenschlag im Mainzer Rathaus: Der von Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) vor zwei Jahren verkündete Deckel für die Rathaussanierung in Höhe von 50 Millionen Euro ist nicht zu halten. Ebling räumte am Dienstag ein, eine Sanierung werde mindestens 60 Millionen Euro kosten, das hätten die Gutachten des Generalsanierers ergeben. Der OB präsentierte deshalb zwei Varianten: Eine umfangreiche Sanierung des Arne Jacobsen-Baus samt Verbesserungen an Mensa, Foyer und Dach – oder eine Verlegung des Rathauses. Das Gebäude der Westdeutschen Immobilienbank in der Großen Bleiche wird der Stadt aktuell angeboten, Kosten: unter 25 Millionen Euro, dafür ohne Ratssaal oder Tagungsräume – die müssten ebenso extern angemietet werden wie zusätzliche Büroräume. Über all das sollen nun der Stadtrat, aber auch die Mainzer entscheiden: Ebling kündigte einen Bürgerentscheid an: „Wir entscheiden jetzt über die Zukunft des Rathauses.“

Das Mainzer Rathaus ist komplett marode, erste Bauzäune sichern die Passanten vor herunterfallenden Steinen der Fassade. – Foto: gik

 

Es war im Oktober 2015, als Ebling mit großer Entschiedenheit verkündete: Es werde einen Deckel für die Rathaussanierung geben, mehr als 50 Millionen Euro werde die Überholung des 43 Jahre alten Baus nicht kosten. Der Ideenwettbewerb für das Rathaus habe zu einem „Wunschkatalog“ geführt, das habe „falsche Erwartungen geweckt“, sagte Ebling damals, nun werde man abspecken – und auf Dinge wie Arbeiten an der Außenfassade oder eine Öffnung zum Rhein hin eben verzichten. Zumindest ersteres erwies sich aber als Wunschdenken: Der im Juli 2016 eingesetzte Generalplaner sollte das Rathaus gründlich unter die Lupe nehmen – nun legte Architekt Stefan Nixdorf vom Büro agn die Ergebnisse vor.

Und die sind verheerend: Das Rathaus ist offenbar noch viel maroder als bislang schon bekannt. Wasser im Keller, Schimmel in den Wänden und ein undichtes Dach – das wussten die Mainzer bereits. Nun aber fanden Nixdorf und die Gutachter Schadstoffe wie PCB, PAK und Glaswolle in Decken und Wänden. „Hier sind alle Dinge verbaut worden, die man nicht haben will“, sagte Nixdorf. Das sei zwar nicht akut gesundheitsschädlich, betonte Nixdorf, in dem Moment aber, wo man Decken und Wände aufmache, müssten die Stoffe entsorgt werden. Und das wird teuer: Mehrkosten in Höhe von drei Millionen Euro verursacht allein dieser Posten.

Dazu drohen inzwischen die Natursteinplatten von der Fassade zu stürzen, auch die Verankerung der Gitter vor den Fenstern sind völlig marode. „Leider Gottes hat man sich für einen Stein entschieden, der die 40 Jahre nicht überlebt hat“, sagte Nixdorf – die Fassadensteine kommen aus dem hohen Norden. Der Beton darunter sei zudem aufgrund eindringenden Wassers korrodiert, deshalb seien alle Fenster-Verankerungen marode. Das eigentliche Skelett des Gebäudes, der Beton, sei zwar in einem vergleichsweise guten Zustand, an einer Sanierung führe aber kein Weg vorbei. „Der Stein muss angepackt, der Beton saniert werden“, betonte Nixdorf, Mehrkosten: 3,9 Millionen Euro für den Austausch der Natursteinfassade, 3,3 Millionen Euro für die Sanierung der Gitterfassade.

Ratssaal der Stadt Mainz, ebenfalls designed von Arne Jacobsen – Foto: Carsten_Costard

Dazu muss die gesamte Haustechnik ausgetauscht werden, die sei nämlich nicht mehr sanierungsfähig, sagte der Architekt weiter. Dazu werden sämtliche Fenster des Hauses ausgetauscht, damit die künftig für die Mitarbeiter zu öffnen sind – derzeit werden alle Räume über eine Klimaanlage betrieben, die aber kurz vor dem Kollaps steht. „Das sind alles Dinge, die man heute nicht mehr so macht und nicht machen sollte“, sagte Nixdorf, dazu gehöre auch die Situation mit den Eingängen, und dass das Gebäude keinerlei Bezug zum Rhein habe. „Wir holen das Rathaus in die Jetztzeit“, kündigte Nixdorf an – die Sanierung biete auch die Chance für Verbesserungen. So soll es tatsächlich ein „Bürgerdach“ geben, also ein begehbares Dach mit Terrasse samt Rheinblick.

Die fünfte Etage soll zu Büroraum umgebaut werden, um mehr Platz zum Arbeiten zu schaffen. Die hier gelegene Kantine wiederum soll in den Keller wandern, dorthin wo derzeit noch der alte Weinkeller aus den 1970er Jahren ist, der schon länger nicht mehr benutzt wird. Die Kantine soll sich aber nicht auf diesen einen Raum beschränken, sondern größer werden – und sich zur Rheinpromenade hin öffnen. So soll nach Vorstellung des Architekten auch ein neuer Zugang zum Rathaus entstehen, samt einer neuen Seitentreppe hinauf zum Rathausplateau. Durch den neuen Eingang könne auch ein direkterer Zugang zum Ratssaal gebaut werden, schwärmte Nixdorf: „Wir haben heute ja einen Eingang, der kein richtiger ist, und den Weg in den Ratssaal findet man ja gar nicht.“

Idee des Architekturbüros agn für ein neues Bürgerforum im Rathaus.

 

Überrascht zeigte sich der Architekt nämlich von der Situation im Rathausfoyer: Das sei ja sehr dunkel und regelrecht drückend, „ich hätte erwartet, dass dort sehr viel mehr Mitte ist“, sagte Nixdorf. Das Rathaus sei doch „das Wohnzimmer“ der Mainzer Bürger, hier müsse Raum sein, um sich zu treffen und Veranstaltungen sowie Ausstellungen abhalten zu können. „Da unten sind 1.000 Quadratmeter Fläche“, sagte Nixdorf, wahrnehmbar als Raum seien die aber nicht. Die Idee sei deshalb, ein neues Bürgerforum entstehen zu lassen, und zwar zweigeschossig, mit Luft nach oben, und einer Galerie.

Dafür müsste die Decke des darüber liegenden Innenhofs lediglich angehoben werden, sagte Nixdorf weiter – die sei sowieso sanierungsbedürftig. Von der neuen Foyer-Galerie wiederum könne ein neuer und weitaus besserer sowie barrierefreier Zugang zum Ratssaal geschaffen werden, rund um die Galerie bürgernahe Dienstleistungen angeordnet werden – ein echtes Bürgerforum eben. Das übrigens sei ganz im Sinne des Erbauers Arne Jacobsen, betonte Nixdorf: „Wir sind in den Keller gegangen und haben alle Pläne raufgeholt, zum Teil waren die sehr verstaubt“, berichtete er. Gefunden hätten sie darin, dass Jacobsen selbst so ein Bürgerfoyer vorgesehen habe. Gleichzeitig schwärmte Nixdorf auch, das Rathaus sei Spiegel des Selbstverständnisses der Bürger: „Wenn wir von moderner Demokratie sprechen, dann vertritt dieses Gebäude die moderne Demokratie.“

Skizze agn für eine neue Mensa am Rheinufer mit neuem Aufgang.

Drei Varianten einer Rathaussanierung entwickelte der Generalplaner am Ende: Eine Bestandssanierung, eine Vorzugssanierung – und eine Konsensvariante. Alle drei unterschieden sich „nicht wesentlich in den Kosten“, sagte Nixdorf. Das Fazit laute aber in jedem Fall: „Die Sanierung dieses Gebäudes ist immer noch als wirtschaftlicher zu betrachten als ein Neubau“, sagte Nixdorf, „der Patient ist überlebensfähig, und es ist eine lohnenswerte Sache.“

Klar ist damit aber auch: Der von Ebling versprochene Kostendeckel von 50 Millionen Euro ist nicht zu halten. „Das geplante Budget kann nicht eingehalten werden“, räumte Ebling ein. Der Generalplaner habe „einen Bombenjob“ gemacht, „die fundierte, genau Grundlage, die wir wollten, haben wir bekommen.“ Nun aber stelle sich die Frage, wie es weiter gehe – und dafür präsentierte der Oberbürgermeister eine überraschende Alternative: Neben der Rathaussanierung wäre auch eine Aufgabe des Baus am Rhein und ein Umzug denkbar. Zur Verfügung stehe dafür die Immobilie der Westdeutschen Immobilienbank an der Großen Bleiche, verkündete Ebling: Das Gebäude werde der Stadt gerade „für unter 25 Millionen Euro angeboten.“

Die Westdeutsche Immobilienbank an der Großen Bleiche steht zum Verkauf – zieht hier das Mainzer Rathaus ein? – Foto: Stadt Mainz

Allerdings reichten die Büroräume an der Großen Bleiche nicht aus, dort könnten nur rund 72 Prozent der Büroflächen aus dem Rathaus untergebracht werden, sagte Ebling weiter. Notwendig sei deshalb, weitere Büroflächen anzumieten, das werde die Stadt rund 500.000 Euro pro Jahr kosten. Weiterer Haken: Die West LB müsste ebenfalls noch umgebaut werden, ein Ratssaal oder Veranstaltungsräume stehen hier auch nicht zur Verfügung. Immerhin: Es bestehe eventuell die Möglichkeit, den derzeitigen Interims-Plenarsaal des Landtags zu nutzen – und der liegt gerade auf der anderen Straßenseite im Landesmuseum. Ob der Saal dauerhaft in der dortigen Steinhalle verbleibe, sei noch nicht entschieden, sagte Ebling. Zudem könnten die sanierten Bürgerhäuser oder das Schloss weitere Flächen bieten.

„Ich sehe mich in der Notwendigkeit, über eine Alternative zu reden“, betonte Ebling, „sollte sich keine Mehrheit für eine Sanierung finden, könnte man eine Alternative organisieren.“ Denn er wisse genau, wie kontrovers der Arne Jacobsen-Bau in der Öffentlichkeit diskutiert werde, betonte Ebling. Tatsächlich gehen die Meinungen zwischen Gegnern und Befürworters weit auseinander: Während die einen den Bau als Architekturdenkmal von besonderer Qualität rühmen, kritisieren andere die menschenfeindliche Ästhetik mit Gittern vor den Fenstern, winzigen Eingängen und einer Abschottung nach außen. Bereits 2012 hatte deshalb eine Initiative rund um Junge Union und FDP-Jugend einen Bürgerentscheid zur Rathaussanierung gefordert, damals war das strikt abgelehnt worden.

Zumindest gibt’s bei der Westdeutschen Immobilienbank an der Großen Bleiche schon schöne Innenhöfe… – Foto: Stadt Mainz

Nun kündigte Ebling einen Bürgerentscheid zur Rathaussanierung für das kommende Jahr an: „Wir entscheiden über die Zukunft des Rathauses“, betonte er, und das sei keine leichte Entscheidung. Denn erstmals habe Mainz 1974 mit dem Arne Jacobsen-Bau in seiner 2000-jährigen Geschichte ein Rathaus bekommen, und das am schönsten Standort der Stadt und mit „dem schönsten Ratssaal der Welt.“ Doch die Entscheidung für oder gegen eine Rathaussanierung müsse sorgfältig diskutiert werden, „und wir brauchen eine breite Mehrheit“, betonte Ebling: „Mainz kann sich die 60 Millionen Euro leisten, ohne dass andere Baumaßnahmen hinten anstehen.“ Denn 60 Prozent der Sanierungskosten werde das Land aus Hauptstadtmitteln tragen.

Eines machten die Gutachten aber auch unmissverständlich klar: „Das jetzige Gebäude bröselt uns unter den Händen weg“, sagte Ebling, „wir steuern immer schneller auf den Tag X zu – im Hintergrund läuft die Uhr in einer brutalen Art und Weise.“ Was Mainz deshalb jetzt nicht gebrauchen könne, sei eine lange Debatte, „ich dränge auf eine schnelle Entscheidung Anfang 2018.“  Keine Alternative sei hingegen ein Rathaus-Neubau: Der würde 15 Millionen Euro teurer werden, sagte Ebling, ein Neubau wird von den Experten derzeit mit rund 75 Millionen Euro veranschlagt. Und dann stelle sich noch das Problem des Standorts: In Mainz stehe in der Innenstadt schlicht keine Fläche für 10.000 Quadratmeter Bürofläche zur Verfügung – von den Kosten ganz abgesehen.

Das Problem der Mainzer ist nämlich: der Arne Jacobsen-Bau wurde vor wenigen Jahren flugs unter Denkmalschutz gestellt, obwohl man von seinem maroden Zustand wusste. Ein Abriss wäre deshalb äußerst schwierig, eine weitere Verwendung ausgesprochen unklar – die CDU hatte 2015 vorgeschlagen, das Rathaus an einen Investor zu verkaufen, der es sanieren und etwa zum Hotel machen könne. Allerdings müsste im Fall einer Rathaussanierung die gesamte Verwaltung in ein Ausweichquartier umziehen, eine Sanierung im Bestand sei nicht möglich, machte der städtische Rathausbeauftragte Ferdinand Graffé klar. Eine Sanierungszeit veranschlagte eher auf mindestens zwei, eher drei Jahre – und wegen des Planungsvorlaufs könne damit ohnehin nicht vor Ende 2019 begonnen werden.

Oder eben so: Den Arne Jacobsen-Bau am Rhein sanieren – für 60 Millionen Euro und mehr. – Foto: Stadt Mainz

Mit den Jahren würden aber auch die Kosten für die Sanierung steigen, warnte Graffé: Für fünf Jahre müsse man weitere 6 bis 8 Millionen Euro oben drauflegen, und da seien „Risiken wie zusätzliche Schäden oder der Denkmalschutz nicht eingerechnet.“ Deshalb sei schon jetzt klar: „Die 60 Millionen Euro werden nicht reichen.“

Deshalb komme für ihn auch ein Rathausneubau auf keinen Fall in Frage, sagte Ebling: „Wir würden dann die Diskussion um ein Rathaus auf einen Nullpunkt stellen: was wollen wir denn bauen? “ Es wäre nicht weniger als „der neu gebaute Stolz der Stadt Mainz im 21. Jahrhundert zu definieren“, es würde um „den modernen Arne Jacobsen unserer Zeit reden“, – und über internationale Architekturwettbewerbe. Das wäre weder erfolgversprechender noch schneller, und schon gar nicht billiger, betonte Ebling: „Ich will eine Klammer um dieses Projekt haben, die heißt: wir entscheiden jetzt.“

Die CDU spricht derweil von einer „Bankrotterklärung“ des Stadtchefs: „Jetzt steht fest, was wir von Anfang an gesagt haben: die von der Verwaltung und der Ampelkoalition durchgesetzte Kostendeckelung einer Sanierung des Arne Jacobsen-Baus auf maximal 50 Millionen Euro kann nicht eingehalten werden“, sagten CDU-Fraktionschef Hannsgeorg Schönig und die CDU-Kreisvorsitzende Sabine Flegel: „Dieser Deckel war nichts anderes als eine reine Mogelpackung.“ Ebling selbst, aber auch die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP hätten „den Menschen in unserer Stadt bewusst Sand in die Augen gestreut und ihnen vorgegaukelt, dass mit diesem Betrag eine Sanierung des Rathauses möglich sei.“ Jetzt plötzlich einen Bürgerentscheid zu fordern, sei „ein Taschenspielertrick und ein plumper Versuch, vom eigenen Versagen abzulenken“, kritisieren die beiden Politiker.

Info& auf Mainz&: Wir haben natürlich schon mehrfach über die Rathaussanierung berichtet, unter anderem über den Ideenwettbewerb im Januar 2015. Den Kostendeckel von 50 Millionen Euro findet Ihr hier. Unseren Text zum Start des Generalplaners findet Ihr hier, aber Achtung: Aus technischen Gründen fehlen in dem Artikel leider ganze Textpassagen, die hat das System einfach geschluckt. Wir suchen noch nach den fehlenden Stellen, also habt bitte Nachsicht mit uns in dem Fall. Praktisch alle Studien, Bildmaterial und Informationen zur Rathaussanierung findet Ihr zudem hier bei der Stadt Mainz im Internet.

 

 

 

Über den Autor / 

Gisela Kirschstein

Gisela Kirschstein ist die Erfinderin von Mainz&, langjährige Journalistin, Filmemacherin & Buchautorin. In Mainz zuhause, schreibt sie am liebsten Geschichten über Menschen, Wein & Kurioses, und frönt im Hauptberuf ihrer Leidenschaft als politische Korrespondentin, in Hessen & Rheinland-Pfalz. Bekannt ist sie seit 1997 unter dem Kürzel gik.

4 Kommentare

  1. Heinz-Georg Diehl 16. November 2017 at 2:15 -  Antworten

    Das war doch abzusehen! Ich wiederhole den Vorschlag, die Büros des Stadtvorstandes (IB und Dezernenten, vielleicht noch Hauptamt und Standesamt) zusammen mit Empfangs- und Sitzungsäume ins Schloss. Der Ratsaal uund Fraktionsbüros könnte entsprechend des Vorschlages von CDU-MdL Schreiner an Stelle des freiwerdenden Gebäudes des Römisch-Germanischen Zentralmuseums entstehen. Die Verwaltung könnte in die Westdeutsche Immobilienbank oder, wenn die Räumlichkeiten immer noch nicht reichen, in einen Neubau an Stelle des jetzigen Allianzhauses. Die ausländischen Mitnürger werden ja dort nicht suf Dauer wohnen bleiben, sondern in die Gesellschaft integriert werden.
    Das Rathaus am Rhein gehört mit einer Hitelnutzung dem Kongresszentrum zugeschlagen. Tagungsräume könnten dort genügend geschaffen werden.
    Ein Bürgerentscheid ist absurd! So kann die Stadt sich nicht aus der Verantwortung ziehen. Diese Entscheidung ist mit viel Geld verbunden! Darüber wird selbst in der Schweiz nicht per Volksentscheid abgestimmt. Wen könnte man da bei einer finanziellen Kathastrophe zur Verantwortung ziehen? Ein Stadtvorstabd der sich aus der Verantwortung stiehlt!? So zerstört man die parlamentarische Demokratie! Und auch über Architektur kann man nicht abstimmen lassen. Die Geschmäcker sind zu unterschiedlich. Auf die Bilder der Impressionisten sind die Parieser mit den Regenschirmen los und haben sie zerstochen. Kunst -und Architektur gehört dazu – kann man nicht „dem gesunden Volkswmpfinden“ überlassen.

    • Gisela Kirschstein 16. November 2017 at 2:27 -  Antworten

      Nun ja, also ein Volksentscheid könnte immerhin dazu führen, dass sich die Mainzer nach mehr als 40 Jahren endlich mal mit ihrem Rathaus identifizieren – oder eben auch nicht. Und warum unterschätzen Sie die Mainzer so? Die halte ich sehr wohl für in der Lage, sich eine qualifizierte Meinung über so ein Gebäude zu bilden. Ich würde ja nun nicht bei jedem Bauvorhaben die Mainzer befragen – aber bei so einem zentralen Gebäude? Das – so der Architekt – „die moderne Demokratie“ repräsentieren soll? Da würde ich die Demokratie schon mal fragen, ob sie so repräsentiert werden will…. Das mit dem Aus-der-Verantwortung-ziehen ist allerdings ein Faktor 😉

  2. Matthias D. 16. November 2017 at 12:41 -  Antworten

    Liebe Gisela, die WestLB gibt es nicht mehr. Die WestImmo war früher einmal Tochter der WestLB und gehört mittlerweile zur Aareal-Bank-Gruppe. LG Matthias

  3. Heinz-Georg Diehl 17. November 2017 at 2:03 -  Antworten

    Liebe Frau Kitschstein, Demokratie ist auch unsere verfasste parlamentarische Demokratie! Diese Form der Demokratie hat sich vor allem deswegen in allen westlichen Demokratien durchgesetzt, um dem Gemeinwesen Verlässlichkeit zu geben und Verantwortlichkeitern für die Entscheidungen sicherzustellen. Wer trägt die Verantwortung bei einem Volksentscheid? Demnächst wird über die Ludwigsstraße bis hin zu einzelnen Baumaßnahemen per Bürgerbefragung entschieden, siehe Bibelturm.
    Bei Volksentscheiden haben oft Populisten das große Wort, während z.B. komplizierte Fragen der Organisation einer Verwaltung und die finanziellen Rahmenbedingungen kaum beurteilt werden können. Wie das aussehen kann, habe ich bei einem Besuch in der Schweiz erlebt. Da kamen gemäßigte Schweizer gegen die Rechtspopulisten nicht an. Das Verbot von Minaretten in der Schweiz ging glatt durch und würde auch bein uns durchgehen. Was passiert, wenn sich die Kosten für das Rathaus oder die Alternativlösung aus dem Ruder laufen? Erneut eine Bürgerbefragung wie es jetzt weitergeh?
    Wenn man das Rathaus will, muss man das im Rathaus sagen. Stadtrat und Stadtvorstand sind zur Führung berufen und stehen in der Verantwortung. Da muss man klar sagen, dass man die Rathaussanierung will, auch wenn sie 80 oder gar 100 Mio Euro kostet. Weil das eine stadthistorische Entscheidung ist und es das Selbstbewußtsein unserer Stadt verlang. Unser Rathaus in ausgediente gesichtslose Bürogebäude zu verlagern ist eine Schande!!! Da kann die Verwaltung rein, aber nicht der Stadtvorstand und der Stadtrat. Der gehört beim Alternativstandort Große Bleiche ins Schloss. So viel Selbstbewußtsein einer 2000-jährigen Stadt sollte schon sein. Her Ebling will nicht ins Schloss, weil er das mit seinem Demokratieverständnis nicht vereinbarn kann. Aber der Landtag sitzt in einem Schloss und die Landesregierung auch. Auch der Bundespräsident. Überall in Europa haben sich zu recht die Bürger die Paläste des Adels angeeignet. Herr Ebling will mit dem Stadtrat völlig beschwerdefrei in den Reitsaal des Kurfürsten, in die heute sogenannte Steinhalle, dem heute provisorischen Sitz des Landtags.

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