Rosenmontagszug wird nicht nachgeholt – Stadt mahnt schnelle Entscheidung über Rheinhessen-Umzug an

Alles&, Narretei & andere Mainzer Spezialitäten 1 395

Der Rosenmontagsumzug wird wohl zum Rheinhessen-Umzug werden: Der wegen Sturms ausgefallene Umzug könnte im Rahmen des Rheinhessen-Jubiläums nachgeholt werden. Das ist der Stand der Überlegungen beim ausrichtenden Mainzer Carnevals-Verein (MCV). Damit steht nun fest: Einen „echten“ nachgeholten Rosenmontagszug als Fastnachtsumzug wird es in Mainz nicht geben. Stattdessen wird nun ein Termin im Frühjahr oder Sommer gesucht, um einen Festzug im Rahmen des Jubiläums 200 Jahre Rheinhessen durchzuführen. Die Stadt Mainz signalisiert Zustimmung – und mahnt eine schnelle Entscheidung an.

Körperkultur nach Meenzer Art: mit Obermessdiener Andreas Schmitt - Foto: gik

Weck, Worscht und Woi – die Rheinhessen-Symbole könnten im Sommer bei einem Festumzug durch Mainz rollen – Foto: gik

„Wir warten auf ein Signal“, sagte Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr am Dienstagabend Mainz&. Die Stadt Mainz stehe prinzipiell einem Umzug zum Rheinhessen-Jubiläum positiv gegenüber: „Bei uns stehen alle Türen auf für alle Varianten, die Sinn machen“, betonte Peterhanwahr, „wir stehen Gewehr bei Fuß.“ Allerdings ist der Mainzer Festkalender bereits proppevoll, deshalb sei nun Eile geboten, um rechtzeitig die Vorbereitungen treffen zu können.

„Sinn machen“ – das ist aus Sicht der Stadt ein wichtiges Kriterium. „Es muss zusammen passen“, sagte Peterhanwahr. Klar ist: Am Marathon-Wochenende (22.5.) oder an der Mainzer Johannisnacht (24.-27-6-) würde ein zusätzlicher Umzug wenig Sinn machen. Anders sieht es am Tag des Festakts zum Geburtstag des 200. Rheinhessen-Jubiläums aus, dem 8. Juli: „Das ist ein denkbares Datum“, sagte Peterhanwahr. Hatte Mainz& ja schon mal vorgeschlagen 😉

Die Entscheidung für einen Termin liegt allerdings beim MCV – und da ist noch keine Entscheidung für einen Termin gefallen. Vergangene Woche einigten sich Vorstand und Aufsichtsrat der neuen Dachgesellschaft Mainzer Fastnacht eG erst einmal darauf, dass der Rosenmontagszug nicht eins zu eins nachgeholt wird, wie das etwa in Trier vergangenen Samstag der Fall war. Offenbar setzten sich hier die Traditionalisten durch, die strikt gegen einen Fastnachtszug im Sommer waren – das Rosenmontagszug sei Höhepunkt der Kampagne, das könne man nicht einfach in den Sommer übertragen, lautete die Argumentation.

Rosenmontag 2016 - Leerer Schillerplatz

Einen nachgeholten Rosenmontag wird es dafür 2016 nicht geben – Foto: gik

Nun also denkt man über eine Art Rheinhessen-Festumzug nach. „Es wurde allerdings noch nicht entschieden, dass ein solcher Zug auch wirklich stattfindet, da noch viele Unwägbarkeiten zu klären sind“, betonte MCV-Sprecher Michael Bonewitz gegenüber Mainz&. Erst einmal sollten zunächst die Garden und Vereine in Mainz und Rheinhessen informiert werden, um zu eruieren, ob sie sich an einem solchen Zug beteiligen würden und in welcher Form.

Ferner müsse nun zeitnah eine Konzeption für so einen Zug erarbeitet, und es müssten auch die Kosten für einen solchen Festzug sondiert werden – der Rosenmontagszug 2016 hatte runde 400.000 Euro gekostet. Möglicherweise würde ein Rheinhessen-Umzug nicht ganz so teuer werden, billig wird das Vergnügen aber auch nicht. Auflagen, Sicherheitskonzept, Koordination mit Feuerwehr, Polizei, Sanitätsdiensten – ein Rheinhessen-Umzug ist ein neues Mammut-Projekt. Bonewitz betonte deshalb, erst nach den Absprachen könne entschieden werden, „wann und in welcher Form ein solcher Festzug stattfindet.“

 

Über den Autor / 

Gisela Kirschstein

Gisela Kirschstein ist die Erfinderin von Mainz&, langjährige Journalistin, Filmemacherin & Buchautorin. In Mainz zuhause, schreibt sie am liebsten Geschichten über Menschen, Wein & Kurioses, und frönt im Hauptberuf ihrer Leidenschaft als politische Korrespondentin, in Hessen & Rheinland-Pfalz. Bekannt ist sie seit 1997 unter dem Kürzel gik.

1 Kommentar

  1. Kosten des Umzugs Samstag, 15. April 2017 at 9:59 -  Antworten

    Das dabei solche kosten aufkommen… „der Rosenmontagszug 2016 hatte runde 400.000 Euro gekostet“

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