Stadionsprecher Mainz 05, CCW-Präsident: Klaus Hafner legt Ämter nieder – Nachfolge beim CCW bereits geregelt

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Er gehört zu den Persönlichkeiten in der Mainzer Fastnacht und war lange Jahre die Stimme im Stadion von Mainz 05: Klaus Hafner, Stadionsprecher, CDU-Stadtrat und gewichtiger Präsident des Carneval Clubs Weisenau (CCW). Zwei dieser Ämter gibt Hafner nun ab: Am 30. Juni 2019 ist Schluss im Stadion – und kommendes Jahr wird Hafner auch den Präsidentenstuhl beim CCW frei machen. „Ich werde am 29. Mai 2018 als Präsident ausscheiden“, kündigte Hafner am Donnerstag an. Er sei dann im neunten Jahr Präsident, das reiche, sagte Hafner. Der 63-Jährige erlitt im April einen Schlaganfall und will in Zukunft kürzer treten: „Ich kümmere mich dann mal um mich selbst“, sagte er.

Klaus Hafner 2017 auf der Tribüne beim Jugendmaskenzug in Mainz im Mantel des CCW-Präsidenten. – Foto: gik

Seit 1989 ist Hafner die Stimme von Mainz 05, Kult-Stadionsprecher und der fairste Mann der Liga am Stadionmikrofon. Legendär wurde er, weil er auch der gegnerischen Mannschaft die Möglichkeit gab, ihre Spieler bei der Namensaufstellung zu begrüßen – für Hafner schlicht eine Form der Fairness und des Respektes vor dem sportlichen Gegner. „Ich bin ein Teamplayer, schon immer gewesen, nur so erreicht man was“, betont Hafner im Gespräch mit Mainz& und anderen Journalisten. Vor allem aber hat sich der 1,94 Meter-Hüne nie groß darum geschert, was Konvention ist: „Ich bin ein ‚Deutscher Michel‘, ich sage, was ich denke.“

Selbst in der Fastnacht war Hafner damit eine ungewöhnliche Figur. Mit 13 Jahren trat er in die Burggrafengarde ein – obwohl er Hechtsheimer ist. „Mein Großvater hat den Hechtsheimer Narrenclub gegründet“, erzählt Hafner, „wie der rausgekriegt hat, dass ich nach Weisenau bin, da war ein halbes Jahr Totenstille.“ Hafner aber wollte Musik machen, seine Eltern hatten ihn auf eine Sitzung der Burggrafengarde mitgenommen. „Ich sah den Musikzug und sagte: da muss ich mitmachen.“ Hafner lernte Schlagzeug, war später der erste Amateur, der Steeldrums gespielt habe, erzählt er. Benzinfässer aus Jamaika seien das damals gewesen, „wie die kamen, hab‘ ich vier Wochen Urlaub genommen und jeden Tag fünf Stunden geübt.“

25 Jahre lang machte er Musik bei den Burggrafen, wurde Leiter des Musikzuges, vor acht Jahren Präsident des CCW. „Ich war auch mal Sitzungspräsident des Hausfrauennachmittags, 900 Frauen – ein Traum“, sagte Hafner schmunzelnd. „Mit Leib und Seele“ sei er CCWler, „wenn man was macht, muss man es ganz machen“, sagt er. Trotzdem soll im kommenden Jahr Schluss sein, „ich bin nur ein Teil des Vereins, und nur auf Zeit Präsident“, betont er.

Klaus Hafner auf der Bühne bei „Mainz bleibt Mainz“ gemeinsam mit Fastnachtslegende Margit Sponheimer bei einem Geburtstagsständchen für Mainz 05. – Foto: gik

1948 wurde der CCW gegründet, es war Nachkriegszeit, und „14 gestandene Männer“ hoben den neuen Fastnachtsverein aus der Taufe, vermeldet die Vereinschronik. Heute gehört der Verein zu den wichtigsten Fastnachtskorporationen der Stadt und vermeldet mit Stolz knapp 800 Mitglieder und über 300 Aktive. Tragende Säule ist die 1954 gegründete Burggrafengarde und der ganzjährig agierende Musikzug „Sound of Weisenau“, dazu kommen zwei Balletts. Aktive Redner des CCW sind Rüdiger Schlesinger, Beate Dietz und Markus Mehlinger. Elf Sitzungen hält der CCW in der Kampagne 2018 ab, urtümliche Mainzer Saalfastnacht auf hohem Niveau.

Die Gesundheit bremste am Ende den Power-Mann Hafner aus: Schon 2011 erwischte es ihn hart, durch den nachlässigen Umgang mit seiner Krankheit Diabetes hätte er fast seinen Fuß verloren. 29 Wochen saß Hafner im Rollstuhl, moderierte natürlich trotzdem die 05-Spiele. Doch im April dieses Jahres kam es dann ganz hart: Schlaganfall, Hafner musste in die Klinik. „Das hätte auch das Ende sein können“, sagt er heute ganz nüchtern.

Und so wird die Jubiläumskampagne 70 Jahre CCW seine letzte als Präsident sein, die Nachfolge ist längst geregelt: Vizepräsident Wilfried Klein soll Hafner im Präsidentenamt folgen, CCW-Sitzungspräsident Steffen Feldmann neuer Vereinsvize werden. „Wir können stolz sein als CCW, was wir in den 70 Jahren erreicht haben“, sagt Hafner: „Für mich ist das eine hohe Ehre, Präsident dieses Vereins und ein Teil dieser Geschichte gewesen zu sein.“

Info& auf Mainz&: Zum 70. Jubiläum veranstaltet der CCW gemeinsam mit dem Karneval Klub Kastel (KCK) am 28. Januar 2018 eine große Gemeinschaftssitzung in der Mainzer Rheingoldhalle. Mehr zu dem besonderen Fastnachtsevent lest Ihr hier bei Mainz.

 

 

Über den Autor / 

Gisela Kirschstein

Gisela Kirschstein ist die Erfinderin von Mainz&, langjährige Journalistin, Filmemacherin & Buchautorin. In Mainz zuhause, schreibt sie am liebsten Geschichten über Menschen, Wein & Kurioses, und frönt im Hauptberuf ihrer Leidenschaft als politische Korrespondentin, in Hessen & Rheinland-Pfalz. Bekannt ist sie seit 1997 unter dem Kürzel gik.

1 Kommentar

  1. Verona Silbereisen 10. November 2017 at 19:57 -  Antworten

    Er ist und bleibt ein toller Kerl:
    Respekt und Hofknicks !!!

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