Summer in the City 2017 geht in die zweite Halbzeit: Mariza, Amy Macdonald, Gregory Porter und Namika

Alles&, Drinnen & Draußen, Events& 0 159

Sommerzeit ist traditionell auch Summer in the City-Zeit, und mitten in den Sommerferien geht die Musik-Kultur-Reihe noch einmal so richtig in die Vollen: Die portugiesische „Königin des Fado“, Mariza, spielt an diesem Donnerstag, den 13. Juli auf, gefolgt vom britischen Singer-Songwriter Tom Odell am 21. Juli. Ende des Monats gibt es mit Gregory Porter dann noch ein richtig großes Highlight, bevor sich zum Abschluss Amy Macdonald und Namika die Ehre geben – was für ein Summer in the City 2017!

Summer in the City mit Fanta 4, als die Bühne noch im Zollhafen stand. – Foto: gik

Die Pet Shop Boys waren schon da, Sarah Connor auch, und Mark Forster brachte die Fanherzen im Volkspark zum Schmelzen – der Summer in the City 2017 läuft auf Hochtouren. Seit 1997 veranstaltet der Frankfurter Hof Konzerte mit international renommierten Künstlern, alles begann damals mit einem Zelt im Volkspark – bis 2009 das Zeltfestival aufgegeben werden musste. 2011 wurde dann die Nachfolgereihe Summer in the City ins Leben gerufen und lockte bereits Superstars wie Sing, Neil Young oder Dire Straits-Frontmann Mark Knopfler nach Mainz.

Die großen Stars kamen auch, weil die große Bühne im Zollhafen mit ihrer sensationellen Kulisse lockte, doch die Location fiel leider dem Baugebiet im Zollhafen zum Opfer – super schade! Vergangenes Jahr war das Highlight das Konzert von Herbert Grönemeyer, der auf dem Messegelände gastierte. Knapp 85.000 Besucher kamen zu den insgesamt 18 Konzerten, allein Grönemeyer zog 16.000 Besucher an. Und weil der Zollhafen wegfiel, wich man sogar mit vier Konzerten nach Wiesbaden aufs Bowling Green vor dem Kurhaus aus – etwa mit dem Sting-Konzert.

In diesem Jahr verteilt sich das Sommerfestival nun auch fünf verschiedene Orte: viele Konzerte finden auf der Zitadelle statt, diverse im Volkspark, gelegentlich ist auch der Domplatz mit seiner grandiosen Kulisse zu Füßen des Doms dabei – wie gerade mit Ben Becker. Kleinere Konzerte finden zudem im Frankfurter Hof statt, und zweimal ist auch die Burgkirche Ingelheim dabei: Auf dem Open Air-Gelände an der Burgkirche geben sich an diesem Freitag die sieben Blechbläser von Mnozil Brass die Ehre.

Die Glorreichen Sieben der Brass Music sind seit April mit ihrer klingenden Hommage an die Welt des Zirkus unterwegs. Die Trompeter, Posaunisten und Flügelhorn-Spieler loten, wenn man ihrer Selbstdarstellung glauben darf, die Grenzen ihrer Instrumente weidlich aus und verwandeln die Welt in eine Zirkusmanege voller Humor und Magie. Von „French Kisses“ über „Serbische Fledermäuse“ bis zum „Lippenfresser-Marsch“ reicht der Bogen ihrer Eigenkompositionen. Die Kunst des Klassik-Arrangements beherrschen sie genauso meisterhaft – ob bei Haydn, Strauß oder Strawinsky, heißt es in der Ankündigung zu Mnozil Brass weiter.

Tierisches gibt es auch: Fledermaus und Feuervogel, einen Tiger Ragtime und ein Tanzmausfinale nach Borodin. Fetzig wild geht es in den Jazz- und Rock-Nummern zu, bei Standards von Bernhard Hermann bis zu Sting und Jimmy Guiffre. Wenn es richtig fetzt, sind die glorreichen Sieben in ihrem Element. Mnozil Brass wäre aber nicht die erfolgreichste Brass Band Europas, wenn sie nicht auch (B)Österreich im Gepäck hätten: beißende Ironie, morbiden Wiener Witz und lautes Lachen in jeder Form. Daten: Freitag, , An der Burgkirche in Ingelheim, Beginn: 20.00 Uhr, Einlass: 18.30 Uhr, Karten kosten zwischen 33,- Euro und 44,- Euro. Alle Infos dazu hier im Internet.

Mariza, die Königin des Fado, kommt nach Mainz. – Foto Carlos Ramos

Bereits am Donnerstag, den 13. Juli – also schon morgen – könnt Ihr auf der Zitadelle in Mainz Weltstar Mariza mit ihrer unvergleichlichen Stimme und atemberaubenden Ausstrahlung erleben. Die „Königin des Fado“ hat in ihrer nunmehr 15 Jahre währenden Karriere unter anderem drei World Music Awards, vier Preise der Deutschen und den WOMEX Artist Award, den Grammy der Worldmusik eingeheimst. Die Sängerin hat ihr Ende 2016 erschienenes Studioalbum „Mundo“ im Gepäck, ihr nunmehr sechstes Album der Königin des sehnsuchtsvollen portugiesischen Fado-Stils. Fado ist eine sehr melancholische portugiesische Musikrichtung, die voller Sehnsucht und schmelzenden Melodien ist.

Auf dem neuen, von Grammy-Gewinner Javier Lemón produzierten Album, schickt die Sängerin aus Lissabon ihre Zuhörer in eben diese Mundo, also in die Welt. „Mundo“ ist eine Art Reisetagebuch, der Bericht einer Reise, die vom Kap Verde nach Spanien, von Argentinien nach Portugal führt. „Ebenso jedoch ist das Album eine Reise in die innere Welt der Mariza: Mit tiefer Leidenschaft und viel Sehnsucht trägt sie den klassischen Fado in die Welt und schlägt dabei zugleich eine Brücke zu vielen anderen Stilen“, so heißt es in der Ankündigung zu ihrem Konzert. Diese Infos sowie alle Daten und Karten gibt es hier im Internet, die Eckdaten: Mariza am Donnerstag, Zitadelle Mainz, Beginn: 20.00 Uhr, Einlass: 18.30 Uhr. Karten kosten zwischen 32,- Euro und 55,- Euro.

Kenny Wayne Shepherd in Action. – Foto: Frankfurter Hof

Weiter geht’s direkt am 18. Juli mit dem Bluesrock Gitarristen Kenny Wayne Shepherd und seiner Band. Der fünfmalige Grammy nominierte Musiker hat sein neues Album „Lay It On Down“ und eine grandiose Band im Gepäck. Auf dem Album gewährt Shepherd Einblicke in seine Gedankenwelt, aber auch in die Welt, aus der er kommt, etwa mit dem Song „Louisiana Rain“, einer Hommage an seine Heimat. Geprägt wurde der Gitarrist von Größen wie Stevie Ray Vaughan – nach der ersten Begegnung begann er nur wenige Monate später, sich selbst das Gitarrenspiel beizubringen.

Mit 16 Jahren erhielt Shepherd seinen ersten Plattenvertrag, sein Debütalbum „Ledbetter Heights“, das sich millionenfach verkaufte, gilt bis heute als Visitenkarte seines gefühlvollen Spiels und seines ehrlichen Songwritings. Platten wie „Trouble Is…“ (1997), „Live On“ (1999) und „The Place You’re In“ (2004) wurden Millionenseller. Auf seiner jüngsten Platte kombiniert er aggressives Gitarrenspiel mit rockigen Grooves und eloquenten Lyrics-Schnappschüssen – und wer jetzt mehr wissen will, findet eine wirklich ausführliche Würdigung seines Lebens und seines jüngsten Albums hier beim Frankfurter Hof. Die Daten: Dienstag, , Frankfurter Hof, Beginn: 20.00 Uhr, Einlass: 19.00 Uhr, die Karten kosten 37,70 Euro.

Jazzig geht es dann einen Tag später, am 19. Juli, im Frankfurter Hof weiter: Der Jazz-Gitarrist und -Komponist Lee Ritenour und Jazz-Pianist Dave Grusin geben sich die Ehre. Beide verbindet eine jahrelange Zusammenarbeit, 1985 veröffentlichten sie gemeinsam das Album Harlequin, das zu den stilprägenden Westcoast Jazz Platten der 1980-er Jahre gehört, mit einem Grammy ausgezeichnet wurde und zwei weitere Nominierungen erhielt. 2000 veröffentlichten sie das Album „Two Worlds“, auf dem sie klassische Musik neu und jazzy arrangieren. Unterstützt werden die beiden von dem Internet-Phänomen Kinga Głyk, die mit ihren 19 Jahren nicht nur die einzige Frontfrau einer Jazzband in ihrer Heimat Polen ist, sondern die derzeit größte Jazz-Sensation auf allen sozialen Netzwerken europaweit, wie der Frankfurter Hof schreibt. Spannend. Die Daten: Mittwoch, , Frankfurter Hof, Beginn: 20.00 Uhr, Einlass: 19.00 Uhr. Tickets zwischen 30,- Euro und 46,50 Euro.

Die Kanadierin Leslie Feist kommt auch. – Foto: Frankfurter Hof

Weiter geht’s am 20. Juli mit der kanadischen Singer-Songwriterin Leslie Feist, die mal als Punksängerin begann, dann als Gast-Sängerin und -Komponistin bei dem norwegischen Folk-Duo Kings of Convenience wirkte und schließlich Gründungs-Mitglied der begeisternd unkonventionellen kanadischen Indie-Band Broken Social Scene wurde. Ihr erstes offizielles Album „Let It Die“ gewann zwei Juno-Awards und manifestierte Feists Ruf als eine der spannendsten neuen Künstlerinnen in der internationalen Singer-/Songwriter-Oberliga, schreibt der Frankfurter Hof. Über ihr neuestes Album schrieb der Musikexpress: „Ihr neues Album ‚Pleasure‘ ist mehr als bezaubernder Folk- und Indie-Pop: Es ist der Versuch, sich selbst zu genügen. „Na dann 😉 Daten: Donnerstag, , Zitadelle Mainz, Beginn: 20.00 Uhr, Einlass: 18.30 Uhr, Karten zwischen 36,- Euro und 54,- Euro. Infos hier.

Einen Tag später, am 21. Juli, kommt dann der Brite Tom Odell nach Mainz, dessen Erfolg ihn schon bis ins Vorprogramm der Rolling Stones führte. Der Brite mit den gefühlvollen Balladen sang sich 2013 aus dem Nichts an die Spitze der britischen Charts – unter anderem mit Hits wie „Another Love“. Nun kommt er nach Mainz und hat sein jüngstes Album „Wrong Crowd“ im Gepäck, das laut Ankündigung Lieder enthält, die groß und dramatisch klingen: Streicher und starke Melodien sollten die Songstrukturen stärker betonen und die reichhaltige Musikalität zum Ausdruck bringen, schreibt der Frankfurter Hof. Als Support hat Odell die junge Frankfurter Singer-Songwriterin Fee dabei – das wird sicher ein besonderer Abend. Die Daten: Freitag, , Zitadelle Mainz, Beginn: 19.00 Uhr, Einlass: 17.30 Uhr, Karten 39,- Euro, es gibt nur Stehplätze. Infos hier.

Superstar Tom Odell gibt sich ebenfalls die Ehre. Foto: Frankfurter Hof

Amerikanisch-mexikanisch-italienisch wird es dann am 28. Juli, wenn Vinicio Capossela nach Mainz kommt. Der Sprach-Magier wird immer wieder gerne mit Tom Waits verglichen, seine Konzerte gelten Theateraufführungen, schreibt man beim Frankfurter Hof. Der Italiener gilt als „Italiens faszinierendster Musikreisender“ und verbindet seine vielfältige italienische Musikwelt mit dem amerikanisch-mexikanischen Grenzbereich, also der Welt der Los Lobos und Calexico und Flaco Jiménez. Immer geht es um Welten, die letztlich etwas mit Globalisierung zu tun haben: Migranten, Armut, stillgelegte Eisenbahnlinien, Staub und Sand, und alles wird verbunden von einer Musik, die „der Sonne abgerungen werden muss“. Vielfältig, faszinierend, ein Schelm, Hexenmeister, Troubadour  – Vinicio Capossela eben. Die Daten: Freitag, , Frankfurter Hof, Beginn: 20.00 Uhr, Einlass: 19.00 Uhr. Karten 28,90 Euro, Infos hier.

Am 29. Juli wird dann der Ernst-Ludwig-Platz zum Beben gebracht, wenn Rapper Cool Savas mit dem Mainzer Hip Hop Open Air loslegt. Mit dabei hat der „King of Rap“ Deutschrap-Legende Azad sowie Curse, Vega und Olli Banjo – das kann was werden. Die Daten: Samstag, , Ernst-Ludwig-Platz, Beginn: 18.00 Uhr, Einlass: 17.00 Uhr, Karten zwischen 36,- und 42,- Euro – wenn Ihr noch welche bekommt. Der Online-Vorverkauf ist bereits beendet. Alle Infos zu den Künstlern hier. Am gleichen Abend gibt sich eine weitere Legende in Mainz die Ehre, mal wieder muss man ja schon sagen: Patti Smith gastiert auf der Zitadelle. Die mittlerweile 70 Jahre alte „Schamanin des Rock“ trug vergangenes Jahr bei der Nobelpreisverleihung in Stockholm Bob Dylans Song „A Hard Rain’s A-Gonna Fall“ vor, ein unvergessener Auftritt, gerade weil Smith patzte. Die Daten: Samstag, 29. Juli 2017, Zitadelle Mainz, Beginn: 20.00 Uhr, Einlass: 18.30 Uhr. Karten gibt’s zumindest online nur noch zu 50,80 Euro, Infos hier.

Einen Tag später geht es weiter mit den Legenden: Kein geringerer als Gregory Porter gibt sich die Ehre. Sein drittes Album „Liquid Spirit“ ist mit über 20 Millionen Streams das meistgestreamte Jazzalbum der Gegenwart. Mit „Take Me To The Alley“, dem heißerwarteten Nachfolger seines sensationellen Blue-Note-Debüts „Liquid Spirit“, festigt der Mann mit der seltsamen Mütze nun seinen Ruf, der beeindruckendste Jazzsänger und Songwriter seiner Generation zu sein, schreibt der Frankfurter Hof. Mit dabei hat er die Wahl-Mainzerin und gebürtige Aserbaidschanerin Aziza Mustafa Zadeh mit ihrem musikalischen Crossover aus Jazz, Scat-Gesang, Elementen der klassischen Klaviermusik und traditioneller aserbaidschanischer Improvisationsmusik (Mugam). Die Daten: Sonntag., , Zitadelle Mainz, Beginn: 19.00 Uhr, Einlass: 18.00 Uhr. Karten zwischen 46,- Euro und 63,- Euro, Infos hier.

Jazzstar Gregory Porter gibt sich am 30. Juli die Ehre. – Foto: Frankfurter Hof

Kann man das noch steigern? Man kann: Am 4. August kommt Amy Macdonald auf die Zitadelle. Die schottische Singer-Songwriterin mit der unverwechselbaren dunklen Stimme wurde 2007 praktisch über Nacht zum Star mit ihren folkigen und locker-leichten Melodien zu eingängigen Lyrics. Fünf Jahre lang ließ sie sich Zeit für ihr neues Album Paper Tigers, jetzt könnt Ihr live das Ergebnis bestaunen. Die Daten: Freitag, , Zitadelle Mainz, Beginn: 19.00 Uhr, Einlass: 17.30 Uhr. Karten online nur noch für 50,- Euro zu haben, Infos hier.

Den Abschluss von Summer in the City 2017 machen Namika, Teesy und ein Special Guest am 5. August. Namika kennt Ihr von ihrem Hit „Lieblingsmensch“, die Frankfurterin mit den Wurzeln in der marokkanischen Küstenstadt Nador versteht sich als Kulturhybrid mit Zeitgeist, in deren Brust zwei Herzen im gleichen Beat schlagen. Musikalisch bewegt sich Namika zwischen harten Beats und weichen Sounds, verbindet Alternative-Pop mit Hip-Hop-Beats und orientalischen Klängen. Ihre Songs handeln von Liebe, komplizierten Beziehungen, gespaltenen Identitäten und schmerzhaften Erfahrungen. Mit dabei hat sie Teesy, der einst beim Bundesvision-Song-Contest den dritten Platz errang, nach seinem Album „Glücksrezepte“ ging es bei Teesy Schlag auf Schlag. Jetzt könnt Ihr den smarten Jungstar mit Deutsch-Pop in Mainz erleben. Die Daten: Samstag, , Frankfurter Hof, Beginn: 19.00 Uhr, Einlass: 17.30 Uhr. Karten 35,50 Euro, Infos hier.

 

Über den Autor / 

Gisela Kirschstein

Gisela Kirschstein ist die Erfinderin von Mainz&, langjährige Journalistin, Filmemacherin & Buchautorin. In Mainz zuhause, schreibt sie am liebsten Geschichten über Menschen, Wein & Kurioses, und frönt im Hauptberuf ihrer Leidenschaft als politische Korrespondentin, in Hessen & Rheinland-Pfalz. Bekannt ist sie seit 1997 unter dem Kürzel gik.

Kommentar verfassen