Tag des Offenen Denkmals am 9.9.2018 in Mainz: Alter Dom, Römisches Theater, Schulmuseum und Kasematten – Nacht der Offenen Kirchen heute

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Seit 25 Jahren gibt es nun schon den Tag des Offenen Denkmals, an jedem zweiten Sonntag im September öffnen dabei Denkmäler ihre Türen, die sonst nicht der Öffentlichkeit zugänglich sind. In diesem Jahr steht der Tag unter dem Motto „Entdecken, was uns verbindet“, das Thema bezieht sich auf das Europäische Kulturerbejahr und soll Europaweit auf das geteilte Erbe aufmerksam machen. In Mainz könnt Ihr an rund 15 Stationen einen tiefen Blick in die Mainzer Geschichte werfen: Da könnt Ihr tief in die Kasematten unter dem Fort Josef in der Oberstadt eintauchen, der Christuskirche auf den Turm steigen, das Schulmuseum in der alten Schillerschule besuchen oder im Römischen Bühnetheater am Südbahnhof ein „Lieblings-Liedermacher-Lieder“-Mitsingkonzert mit Christian Vahl erleben. Besonderes Highlight: In der Johanniskirche werden Modelle und ein Film zur Rekonstruktion der Kirche im Jahr 1906 gezeigt – das könnt Ihr auch schon heute Abend bei der Nacht der Offenen Kirchen erleben.

Das Römische Theater, einst das größte Bühnentheater nördlich der Alpen, könnt Ihr am Tag des Offenen Denkmals besichtigen. – Foto: gik

Der Denkmaltag war in den vergangenen Jahren ja in Mainz ein bisschen in den Hintergrund gerückt, in diesem Jahr aber gibt es gleich ein ganzes Festival spannender Themen und Orte. So öffnet das Mainzer Staatstheater ebenso seine Tore wie die alte jüdische Synagoge in Mainz-Weisenau oder das Ziegeleimuseum in Mainz-Bretzenheim. Die Seminarkirche in der Augustinerstraße und das angeschlossene Priesterseminar öffnen ihre Türen zu Führungen, auch das Seminar ist eine Tür, die sonst den Mainzer verschlossen bleibt. Rechts des Rheins lädt das Museum Castellum zur Führungen am römischen Germanicus-Bogen, einem der größten Ehrenmale zur Römerzeit nördlich der Alpen.

Apropos Römerzeit: Endlich ist wieder einmal das Römische Theater am Mainzer Südbahnhof am Tag des Offenen Denkmals für Besucher geöffnet. Die Initiative Römisches Mainz lädt zwischen 11.00 Uhr und 17.00 Uhr zu Führungen, es gibt Wein und Backwaren, und der Steinmetzbetrieb Sauer wird Steinbearbeitungstechniken vorführen und über die Konservierung römischen Mauerwerks informieren. Alle Infos mit Uhrzeiten dazu hier im Internet.

Drususstein und Zitadellenfest locken ebenfalls am Sonntag. – Foto: gik

Um 12.30 Uhr und um 14.30 Uhr gibt es zudem ein besonderes Highlight: Christian Vahl, im normalen Leben Herzchirurg, wird wieder einmal als Liedermacher auftreten. Vahl steht seit den 1970er Jahren als Liedermacher auf den Bühnen der Republik, am Sonntag lädt er im Rund des Römischen Bühnentheaters zum Lieblings- Liedermacher-Lieder-Mitsingkonzert mit Songs wie „Heute hier, morgen dort“,  „Über den Wolken“ oder „Blowing in the wind“ ein. Vahl ist seit dem Sommer Präsident des Mainzer Rotary Clubs und will seine Amtszeit nutzen, um für die dringend notwendige Konservierung des antiken Baus zu werben.

In enger Beziehung zum Römischen Theater steht natürlich der Drususstein, das Ehrenmal für den römischen Feldherrn Drusus auf der Mainzer Zitadelle gleich oberhalb. Auch dort finden am Sonntag Führungen statt, dabei könnt Ihr Euch auch gleich über die gerade begonnenen Restaurierungsarbeiten informieren. Auf der Zitadelle findet am Sonntag natürlich auch, wie immer am Tag des Offenen Denkmals, das Zitadellenfest statt – alle Informationen dazu hier im Internet.

Ein weiteres, sehr viel versteckteres Highlight findet Ihr nur wenige Meter weiter: Die alte Neutorschule könnt Ihr am Sonntag ebenfalls mit Führungen erkunden. Hier findet sich eines der ältesten Schulgebäude von Mainz aus dem Jahr 1905, dazu ein Schulmuseum, aber auch Exponate aus der Römer- und der Frankenzeit. Und noch eine Tür öffnet sich am Sonntag, die demnächst für lange Zeit verschlossen bleiben wird: Die Landesdenkmalpflege lädt zu Führungen durch den Erthaler Hof. Der alte Rokokobau an der Bauhofstraße beherbergt eine Sammlung historischer Baumaterialien und bietet bis heute Originalausstattung. Zudem wurde ein Teil des Erthaler Hofes jüngst verkauft, der beliebte Club 50 Grad musste deshalb bereits schließen. Höchste Zeit also, dem Erthaler Hof noch mal einen Besuch abzustatten. Führungen finden um 15.30 Uhr und um 16.30 Uhr statt, durchgeführt von Landesdenkmalpfleger Markus Fritz-von Preuschen – wobei wir nicht genau wissen, welche Teile des Gebäudes dabei genau besichtigt werden.

Die Ausgrabungen in der Johanniskirche förderten jede Menge Sensationen zutage. – Foto: gik

Ein besonderes Highlight findet sich zudem noch in der Innenstadt: die Johanniskirche öffnet zum Tag des Offenen Denkmals wieder ihre Tore. Die von außen unscheinbar wirkende evangelische Kirche gleich hinter dem Dom entpuppte sich ja durch umfangreiche Ausgrabungen als „Alter Dom von Mainz“, als eine der ältesten Kirchen Deutschlands und als archäologische Sensation.  Die Ausgrabungen im Kirchenschiff sind inzwischen abgeschlossen, geforscht wird weiter: Am Sonntag erwacht der „Alte Dom“ virtuell wieder zum Leben.

Gezeigt werden erstmals öffentlich Modelle und Zeichnungen des renommierten Glasmalers Otto Linnemann aus dem Jahr 1907, der Glasfenster und Wandmalereien im Jugendstil für Kirchen entwarf – auch vier Glasfenster für die Johanniskirche, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden. Auch tauchten bei den Forschungen zwei Jugendstil-Pfauen an der Langhauswand sowie Pfauenfedern im Gewölbe des Chors auf.

Auf der Grundlage neuester Forschung wurden so Modelle und Filmsequenzen zur Farbgestaltung der damaligen „Evangelischen Gemeindekirche“ im Jahr 1906 sowie Modelle und ein Film zur Baugeschichte der Kirche entwickelt, die nun erstmals zu sehen sind. Auch „die atemberaubende Kassettendecke“ können die Besucher nun künftig bei Gruppenführungen mithilfe von 3D-Cookies anschauen, sagt Pfarrer Gregor Ziorkewicz, zuständig für die Stadtkirchenarbeit an St. Johannis. Und wenn Ihr dafür am Sonntag keine Zeit habt: Heute Abend könnt Ihr die Ausstellung in der Johanniskirche bereits bei der Nacht der Offenen Kirchen zwischen 19.30 Uhr bis 24.00 Uhr erleben. Achtung: Für die Johanniskirche braucht Ihr wegen des großen Andrangs Eintrittskarten, die am Eingang ausgegeben werden. Der Eintritt kostet aber nichts – wie es geht steht hier.

Bei der Nacht der Offenen Kirchen laden knapp zwanzig Kirchen in der Mainzer Innenstadt zum meditativen Entdecken der Kirchenräume, zu Musik, Begegnung und dem Staunen über die wunderbaren Räume. Die zentrale Eröffnung ist um 19.30 Uhr in St. Quintin in der Altstadt, bis Mitternacht könnt Ihr durch die Kirchen der Innenstadt flanieren – das volle Programm dazu findet Ihr hier. Viele der Kirchen machen auch am Tag des Offenen Denkmals am Sonntag mit, so schließt sich der Kreis.

Info& auf Mainz&: 25 Jahre Tag des Offenen Denkmals am Sonntag, 9. September 2018. Die rund 15 Denkmäler in Mainz und Mainz-Kastel öffnen in Regel zwischen 11.00 Uhr und 17.00 Uhr, alle Einzelheiten zu Führungen und Öffnungszeiten findet Ihr hier auf der Internetseite zum Denkmalstag. Einfach „Mainz“ in die Suchmaske eingeben, dann führt Euch eine interaktive Karte zu allen Stationen. Dort kann man dann natürlich auch nachsehen, welche Denkmäler in Wiesbaden oder im rheinhessischen Umland ihre Tore öffnen. Das Programm im Römischen Bühnentheater findet Ihr außerdem genau hier, Informationen zur Johanniskirche auf dieser Internetseite. Alle Informationen zur Nacht der Offenen Kirchen gibt es hier im Internet. Informationen zum Zitadellenfest – hier entlang, bitte.

Über den Autor / 

Gisela Kirschstein

Gisela Kirschstein ist die Erfinderin von Mainz&, langjährige Journalistin, Filmemacherin & Buchautorin. In Mainz zuhause, schreibt sie am liebsten Geschichten über Menschen, Wein & Kurioses, und frönt im Hauptberuf ihrer Leidenschaft als politische Korrespondentin, in Hessen & Rheinland-Pfalz. Bekannt ist sie seit 1997 unter dem Kürzel gik.

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