Ärztin, Mutter, Unternehmerin – Michaela Hagemann gründete mit 25 Jahren die Babykosmetikserie „Das boep“ – Produkte in allen dm-Märkten

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Michaela Hagemann war gerade einmal 25 Jahre alt, als sie ein eigenes Unternehmen gründete. Die angehende Ärztin wurde Mutter – und fand einfach keine Babypflegeprodukte, die ihr gefielen. Drei Jahre später stehen die Öle und Cremes von „Das Boep“ bundesweit in den dm-Drogeriemärkten – und Hagemann ist eine Unternehmerin mit zwei Firmensitzen und dazu Mutter zweier kleiner Kinder. Inzwischen ist die gebürtige Frankfurterin in Mainz zuhause und investiert ihr Herzblut in den weiteren Aufbau ihrer Kosmetikserie. Von „Das Boep“ gibt es inzwischen Öler, Cremes, Schampoo, Schaumbad und Babylotion – alles selbst von Hagemann entwickelt. Wie man das macht, und wie alles das passierte – Mainz& hat Michaela Hagemann getroffen. Und das Beste: Am Mittwochabend könnt Ihr sie bei der CineLady im Cinestar-Kino live erleben! Bei der Vorpremiere des neuesten Til Schweiger-Films „Klassentreffen“ haben wir Michaela live im Kino zu Gast!

Michaela Hagemann in ihrem Büro in Mainz mit Produkten ihrer Babykosmetik-Serie „das Boep“. – Foto: gik

Michaela Hagemann stand vor dem Regal in den Drogeriemärkten und hatte ein Problem: „Ich wollte ein Babyöl, aber es gab einfach keines, das gut riecht“, erzählt die 28-Jährige. Da waren natürlich die klassischen Pflegeprodukte, doch die basieren auf synthetischen Ölen wie Parafinen. „Ich wollte keine synthetischen Inhaltsstoffe auf meinem Kind“, sagt Hagemann fest – und die Naturkosmetiksachen „rochen wie ein Kräutergarten.“

Hagemann war schwanger mit ihrer ersten Tochter, und es ging ihr, wie vielen Müttern: „Ich wollte einen dezenten Geruch und natürliche Inhaltsstoffe“, sagt sie. Doch in vielen Babyprodukten sei „ein sehr hoher Anteil Parfüm“, drin, Hagemann fand: Das passt nicht zu Babys. „Man will doch den Babyduft“, sagt sie. Dazu kam für die junge Ärztin noch der wichtige Aspekt der Pflege der Babyhaut. Hagemann ist gebürtige Frankfurterin, in Eschersheim ging sie in den Kindergarten, später in Bad Homburg in die Grundschule. In München studierte sie Medizin, spezialisierte sich auf Kinderheilkunde. Noch während des Studiums kam die erste Tochter, 2017 die zweite.

Die Pflegewirkung von synthetischen Ölen sei „eher nachrangig“, sagt Hagemann. Dazu seien in klassischen Babyprodukten viele Duftstoffe enthalten und Parabene als Konservierungsstoffe. „Die sorgen dafür, dass die Haut einen Schutzfilm bildet und die tatsächlichen Pflegestoffe gar nicht in die Haut eindringen können“, erklärt Hagemann. Für eine Babyhaut gebe es keine bessere Pflege als natürliches Öl, „aber ein Baby voller Olivenöl riecht dann wie Salatdressing, das passte nicht“, sagt sie: „Es gab einfach keine Produkte, die natürliche Inhaltsstoffe mit zartem, dezentem Duft verbinden.“

Kisten, Reisen, Produkte entwickeln – aus der Ärztin Michaela Hagemann wurde inzwischen einen Vollzeit-Unternehmerin. – Foto: gik

Im Geburtsvorbereitungskurs stellte die angehende Mutter fest: Es geht noch anderen so. „In meinem jugendlichen Leichtsinn habe ich gedacht: dann mache ich es eben selbst“, erzählt sie und lacht. Hagemann suchte sich einen Naturkosmetikhersteller im Allgäu. „Die fanden spannend, dass ich eine Vision hatte“, sagt Hagemann, „und sie haben gesehen, dass ich mit meiner Expertise als Ärztin zu Inhaltsstoffen und Haut eine gute Partnerin bin.“

Gemeinsam entwickelten sie ein Babyöl auf der Basis von Mandelöl und Aprikosenkernöl, versetzt mit leichten Inhaltsstoffen wie Vanille und Zitrusnote, Ringelblume und Sheabutter. „Das ist alles sehr frisch und dezent“, sagt Hagemann, „der Duft war für mich wahnsinnig wichtig.“ 2015 gründete sie „Das Boep“, im Dezember ging sie mit einem kleinen Internetshop online. „Überschaubare Mengen waren das am Anfang“, sagt sie lachend, „wir dachten, wir schauen mal, ob es außer dem Family and Friends-Kreis noch jemanden gibt.“

Eine Freundin, die im Marketing arbeitete, sagte ihr: Du musst auf Instagram posten. Hagemann schrieb junge Mütter an, ob die die Produkte ausprobieren und darüber schreiben wollten. Es war zu Beginn der „Influencer“-Welle, „die Mama-Blog-Szene war im Aufbau“, sagt Hagemann, Themen waren gesucht. „Das Boep“ funktionierte sofort: „Wir hatten wirklich täglich Bestellungen“, sagt Hagemann, „die Pakete habe ich von zu Hause aus dem Schlafzimmer gepackt.“ Ein Jahr später verkaufte sie schon eine Palette pro Monat.

Hagemann und ihr Bruder kratzten Geld aus dem Familienkreis zusammen und gründeten eine GmbH. Nach einem halben Jahr boten sie ihre Produkte Apotheken und Kinderläden an, nach einem Jahr listeten die Basic Bio Supermärkte „Das Boep“. Inzwischen gab es eine Handcreme, eine Wundcreme für den Windelbereich, ein mildes Shampoo und eine Bodylotion für Kindergartenkinder. Auf einer Kindermesse in Köln lernte Hagemann den Einkäufer der dm-Drogeriemärkte kennen, seit September 2017 steht „Das Boep“ bundesweit in 1.100 der größeren dm-Filialen mit Babyabteilung.

Fünf Mitarbeiter hat die Firma inzwischen, aus der Ärztin ist eine Vollzeit-Unternehmerin geworden mit Geschäftsreisen und Presseterminen. Seit einem Jahr lebt sie mit ihrer Familie in Mainz, ihr Mann, ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt will nun seinen Job reduzieren – dem „Boep“ zuliebe. „Es ist einfach ein Herzensprojekt, es macht wahnsinnig Spaß“, sagt Hagemann. Eine Sonnencreme und eine Schwangerenserie würde sie gerne noch entwickeln, Ziel ist aber vor allem: „Ich möchte mich gerne als Marke etablieren.“

Info& auf Mainz&: Alle Produkte und Informationen zur Babykosmetik von „das boep“ findet Ihr hier im Internet, die Produkte sind vegan, dermatologisch getestet und erfüllen alle Kriterien von Naturkosmetik. Dazu könnt Ihr die Produkte von „das boep“ in allen dm-Drogeriemärkten kaufen, die eine Babyartikelabteilung haben. Infos und Karten zum GlamPreview von „Das Klassentreffen“ am Mittwoch, 19. September, 19.45 Uhr findet Ihr hier im Internet beim Cinestar-Kino.

Über den Autor / 

Gisela Kirschstein

Gisela Kirschstein ist die Erfinderin von Mainz&, langjährige Journalistin, Filmemacherin & Buchautorin. In Mainz zuhause, schreibt sie am liebsten Geschichten über Menschen, Wein & Kurioses, und frönt im Hauptberuf ihrer Leidenschaft als politische Korrespondentin, in Hessen & Rheinland-Pfalz. Bekannt ist sie seit 1997 unter dem Kürzel gik.

3 Kommentare

  1. Jule Felsgraf 21. September 2018 at 9:40 -  Antworten

    Fragen über Fragen!
    „Das Boep“, wie wird’s ausgesprochen? Bööp? Boh-Epp? Buuhp (holländisch)? Oder wie?
    Und was bedeutet’s? Autohupe? Geräusch eines Bäuerchens? Oder ist es ’ne Abkürzung? Oder was?
    Fragen über Fragen.

    • Gisela Kirschstein 21. September 2018 at 11:28 -  Antworten

      Oh Verzeihung, da klären wir aber dich gerne auf: „Boep“ steht für „Babyölprojekt“ und wird „bööp“ ausgesprochen 😉

  2. Jule Felsgraf 22. September 2018 at 9:49 -  Antworten

    Das ist lieb. Danke für deine Antwort!

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