#watch22: Kunst und Datenschutz – Veranstaltungen 26. bis 30. Mai

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Im 22. Stock des Bonifaziusturms A findet, wie wir Euch bereits berichtet haben, noch bis zum 7. Juni die Ausstellung #watch22 statt. Die Kunstausstellung rund um das Thema Datenschutz, spielt mit Blickwinkeln auf und über unser Leben, unsere Stadt, unsere Datennutzung. Sie will das sperrige Thema, statt es mit Paragraphen zu erklären, sinnlich erlebbar machen. Neben der Hauptausstellung im Turm gibt es deswegen auch noch viele begleitende Veranstaltungen. Die Veranstaltungen für die diese Woche stellen wir Euch hier vor.

#watch22 - Thomas Brenner Ausgeliefert - Foto kir

Totale Überwachung, hier im Foto von Thomas Brenner – Foto: gik

Dienstag, 26. Mai um 20.30 Uhr: „Der Roman 1984 – eine negative Utopie im Film“

In diesem Vortrag stellt Ausstellungskurator Günther Minas die Rezeptionsgeschichte von “1984” in Text- und Filmbeispielen vor. George Orwell befasst sich in dem Roman von 1948, lange vor der Zeit von Kameraüberwachung und Internet, mit der erschreckenden Vision des totalen Überwachungsstaats und dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft und das Individuum.

Orwells Dystopie gehört nicht nur zur Standardlektüre im Deutschunterricht, sie wurde von 1954 bis 1984 auch mehrere Male verfilmt. Jede einzelne Verfilmung des Romans ist ein wenig anders, denn es spiegelt sich immer auch die zur ihrer Zeit aktuelle Fragestellung zu dem Thema wider. Wie dachte man also 1954 über den Datenschutz und die totale Staatskontrolle? Entstanden ist dieser Vortrag in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung.

Dienstag, 26. Mai um 20.30 Uhr: „Der Roman 1984 – eine negative Utopie im Film“ im Ciné Mayence in der Schillerstraße 11. Der Eintritt kostet 5,- Euro, ermäßigt 4,- Euro.

Mittwoch, 27. Mai um 19.00 Uhr: „Jedes Bild ist ein leeres Bild“

Aktionskünstler Faulhaber - Foto Faulhaber

Aktionskünstler Faulhaber in Aktion – Foto: Faulhaber

In der Ausstellung selbst gibt es als Sonderveranstaltung am Mittwoch einen Film und ein Gespräch mit dem Künstler Christoph Faulhaber. Der Hamburger fällt immer wieder durch seine provokativen und gesellschaftskritischen Aktionen auf – und gerät nicht selten deswegen in Schwierigkeiten mit den Behörden. So zogen seine Aktionen, wie die Gründung des fiktiven Sicherheitsdienstes Mister Security erst die Befragung durch das FBI und dann den Verlust seines Stipendiums in den USA nach sich. Faulhaber landete sogar auf der Terrorliste der USA.

„Jedes Bild ist ein leeres Bild“ ist ein autobiographischer Film Faulhabers, in dem der Avatar Nico Bellic als Alter Ego des Künstlers auftritt, und über die Projekte des Künstlers Faulhaber reflektiert. Das Besondere an dem Film ist, dass Faulhaber Teile des Films mit dem Videoeditor des Computerspiels „Grand Theft Auto“ gedreht hat. Man kann den Film so als einen Schulterschluss zwischen physischer und digitaler Welt bezeichnen.

Mittwoch, 27. Mai um 19.00 Uhr: Film “Jedes Bild ist ein leeres Bild” und Gespräch von und mit Christoph Faulhaber. Im Bonifaziusturm A, 22. Stock. Der Eintritt ist für Besucher der Ausstellung frei.

Freitag, 27. Mai um 20.30 Uhr: Crossover Konzert von Vitold Rek und East West Wind

Am Freitagabend gibt es ein Konzert hoch oben im 22. Stock des Turmes A. Vitold Rek, Kontrabassist aus Polen, unterrichtet Jazzkontrabass und leitet Ensembles an der Hochschulen für Musik in Mainz. Zusammen mit Jaroslaw Bester, einem Akkordeonspieler aus Polen, und Ramesh Shotham, Schlagzeuger und Percussionmusiker aus Indien, bildet er das Trio East West Wind.

Die drei Profimusiker mischen alt bekannte Volksmusikstile aus Polen, Indien, Schottland, Griechenland und sogar der traditionellen jüdischen Musikrichtung Klezmer und transportieren das Ganze in die Gegenwart – ein Crossover verschiedener Kulturen und Musikstile.

Freitag, 29. Mai um 20.30 Uhr: Vitold Rek und East West Wind spielen im Bonifaziusturm A. Der Eintritt kostet 12,- Euro, der Ausstellungsbesuch ist im Preis enthalten.

Samstag, 30. Mai: #watch22 bei der 10. Mainzer Museumsnacht

#watch22 - Sessel und Fenster mit Dom - Foto kir

Watchtower by Night in der Museumsnacht – Foto: gik

In der Nacht von Samstag auf Sonntag öffnen die Mainzer Museen wieder bis 1.00 Uhr nachts ihre Tore – und natürlich ist #watch22 dabei! Auch die Ausstellung über Datenschutz hoch oben über Mainz ist bis 1.00 Uhr geöffnet – eine einmalige Gelegenheit, den Ausblick vom 22. Stock bei Nacht zu genießen. Und natürlich die Ausstellung selbst in einem anderen Licht zu sehen.

Um 18:00 Uhr und um 19:00 Uhr gbt es unter dem Titel „watch the smart city“ eine Stadtführung von oben. Ab 21.00 Uhr stehen im Sundowner Gespräche mit den Künstlern der Ausstellung und Cocktails über dem nächtlichen Mainz an. Special Guest ist Emilio Vavarella aus New York, der auf seiner Europareise in Mainz macht. Um 23.00 Uhr und um 23.30 Uhr zeigt Solotänzerin Mattia de Salvo vom Mainzer Staatstheater kurze Tanzausschnitte aus der Produktion MUCH | LESS.

10. Mainzer Museumsnacht am Samstag, den 30. Mai, von 18.00 Uhr bis 1.00 Uhr Bonifaziusturm A, 22. Stock. Eintritt für Museumsnachtbesucher mit Bändchen frei.

Samstag, 30. Mai: „Die menschliche Stimme/ La voix humaine“ bei der Museumsnacht

#watch22 wandert mit seiner Veranstaltung zur Museumsnacht allerdings aus: in die Westdeutsche Immobilienbank in der Großen Bleiche. Dort gibt es Francis Poulencs Mono-Oper „Die menschliche Stimme/La voix humaine“ nach einem Text des französischen Schriftstellers und Malers Jean Cocteau. Thema ist das Ende einer Liebesbeziehung, allerdings besteht das Stück lediglich aus der Verlassenen, die ein ad absurdum geführtes Telefonat mit ihrem Geliebten führt, begleitet von extremen Gefühlsschwankungen.

Das zunehmend absurde Stück wirft Fragen auf: droht Gefahr von der scheinbar instabilen Frau? Gibt es die Person am anderen Ende des Hörers überhaupt? Und wenn nicht, ist die Kommunikation überhaupt Wirklichkeit? Bei diesem Stück gilt dann ausnahmsweise einmal: Bitte Handy und Smartphone einschalten! Denn während der Vorstellung kann man Nachrichten auf das eigene Smartphone bekommen, geheime Codes und Botschaften entschlüsseln. So werweitert das Stück die Dimension des Telefons und die des modernen Handys und unser aller Datenwelt…

Emilio Vavarella - Foto Vavarella

Emilio Vavarella, Kunst und Selbstbildnis – Foto: Vavarella

10. Mainzer Museumsnacht am Samstag, den 30. Mai, 20.15 Uhr: „Die menschliche Stimme / La voix humaine“ im Foyer der Westdeutschen Immobilien Bank, Große Bleiche 46. Der Eintritt ist frei.

Sonntag, 31. Mai: Lesung „Geek Pray Love“

Am Sonntag dann gibt es um 16.00 Uhr hoch oben im 22. Stock die Lesung aus dem Buch „Geek Pay Love“, ein Werk, das die Subkultur der Geeks und Nerds erklärt – „in einer galaktischen Mischung aus Roman und Sachtext.“ Das reicht von den Anfängen der Conventionszene bis zu den Untiefen der Fanfiction, vom Schicksalsberg bis nach Hogwarts, vom Turnbeutelvergesser bis zur großen Liebe. Ein praktischer Leitfaden für ein komplettes Lebensgefühl, erzählt von dem Mainzer Christian Humberg.

Humberg arbeitet seit Ende der 1990er als freier Autor von Romanen und Sachbüchern für Kinder und Erwachsene sowie als Übersetzer und Lektor. Bis heute veröffentlichte er über vierzig Titel in verschiedenen Genres, darunter Fantasy und Science Fiction, die zum Teil in andere Sprachen übersetzt wurden. Er lebt vor einem PC-Monitor, der ihm die Sicht auf den Mainzer Dom versperrt. Mehr zu ihm unter www.christian-humberg.de.

Lesung „Geek Pray Love“ mit Christian Humberg am Sonntag, 31. Mai, 16.00 Uhr, Bonifaziusturm A, 22. Stock. Eintritt für Ausstellungsbesucher frei.

Über den Autor / 

Birte Jenk

Birte Jenk ist die neue Praktikantin von Mainz&. Neuerdings auf der Suche nach davongelaufenen Buchstaben, verschollenen Absätzen und technischen Schwierigkeiten.

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