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Tägliche Archive: 12. Mai 2019

Starke Frauen: Lesung mit Margit Sponheimer und Mainz& am 29. Mai 2019 im Weinhaus Michel

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Wenn es um Leistungen in der Gesellschaft geht, stehen oft Männer im Vordergrund, geht es um Unternehmenschefs, Politiker, Professoren, Büttenredner. Dabei ist das bestenfalls die halbe Wahrheit: Frauen leisten großartiges, sie sind Erfinderinnen, Ingenieurinnen, Wissenschaftlerinnen, Winzerinnen und Gesangsstars, Comedians und Chefvolkswirtinnen. Mainz&-Chefin Gisela Kirschstein hat anderthalb Jahre lang spannende Frauenpersönlichkeiten in Mainz und dem ganzen Rhein-Main-Gebiet aufgespürt, sie hat sie interviewt und porträtiert – Ende 2018 wurde daraus das Buch „Starke Frauen Porträts“. Und das könnt Ihr nun persönlich und ganz hautnah erleben: Am Mittwoch, den 29. Mai, findet im Weinhaus Michel die Lesung „Starke Frauen“ statt – und unser Gast ist niemand Geringeres als Margit Sponheimer.

Starke Frauen: Lesung mit Margit Sponheimer und Mainz& am 29. Mai 2019 im Weinhaus Michel
So kennt man sie: Margit Sponheimer auf der Fastnachtsbühne mit dem Rosenmond, unter dem sie geboren ward. – Foto: gik

Die Grande Dame der Mainzer Fastnacht wurde 2018 75 Jahre alt, und zu diesem Anlass machte sie die Stadt Mainz zur Ehrenbürgerin der Landeshauptstadt. Kein Wunder: Niemand hat Mainz und sein Lebensgefühl so in die Welt hinaus getragen und bekannt gemacht, wie Margit Sponheimer. Geboren am 7. Februar 1943 in Frankfurt, wuchs Margit Sponheimer in Mainz auf, machte eine Lehre als Groß- und Einzelhandelskaufmann – Karriere machte sie in der Fastnacht.

Von 1964 an trat sie bei „Mainz bleibt Mainz“ als Sängerin auf, sie war die erste Frau überhaupt, die auf einer Fastnachtsbühne sang. Und wie sie das tat: 1965 hatte sie mit „Gell, Du hast mich gelle gern“ ihren ersten großen Hit, über Nacht wurde „die Margit“ zum Star und zur gefeierten Sängerin. Dass sie als Frau solo auftrat und sang, war eine Sensation. „Ich habe die Tür aufgemacht in dieser Männerdomäne“, sagt Sponheimer heute selbstbewusst. „Wähle 06131“, „So wie mein Papa“, mit immer neuen Hits sang sich „Es Margittche“ in die Herzen der Zuschauer, mit „Am Rosenmontag bin ich geboren“ wurde sie unsterblich – den Song kennt man heute in ganz Deutschland und sogar darüber hinaus.

Starke Frauen: Lesung mit Margit Sponheimer und Mainz& am 29. Mai 2019 im Weinhaus Michel
Margit Sponheimer im November 2017 mit Mainz&-Chefin Gisela Kirschstein. – Foto: gik

In den 1980er Jahren tourte die Sponheimer durch die Bühnen der Republik, 1998sagte sie der Fastnacht adé und ging zum Volkstheater Frankfurt als Schauspielerin. Bis heute steht sie immer wieder auf den Brettern, die definitiv ihre Welt sind, zuletzt etwa im Gutenberg Musical in Mainz. Geheiratet hat sei erst spät, Bühne und Ehe – das war in ihrer Jugendzeit unvereinbar. „Freiberufler, Frau, nicht verheiratet, das war ich“, sagt la Sponheimer heute. Es waren diese überraschenden Facetten ihres Lebens, in die Margit Sponheimer Mainz&-Chefin Gisela Kirschstein einen tiefen Einblick für das Porträt gewährte, das nun im Buch „Starke Frauen“ zu lesen ist.

30 starke Persönlichkeiten hat Gisela Kirschstein im Laufe von anderthalb Jahren aufgespürt und besucht. Da ist die Chefvolkswirtin der Hessischen Landesbank, die Islamismus-Professorin Susanne Schröter und die heutige Staatssekretärin Ayse Asar, damals Kanzlerin der Hochschule Rhein-Mainz. Da sind aber auch Weinköniginnen und Winzerinnen, eine Fluglotsin und eine Nonne. Die Kapitänin und Chefinder Schifffahrtslinie Rössler lud Gisela Kirschstein auf eines ihrer Schiffe, die Leiterin der Justizvollzugsanstalt Wiesbaden öffnete die Türen ihres Gefängnisses.

Starke Frauen: Lesung mit Margit Sponheimer und Mainz& am 29. Mai 2019 im Weinhaus Michel
Das Porträt von Margit Sponheimer findet sich in dem Buch „Starke Frauen Porträts“ als eines von 30 spannenden Porträts von Frauen auf Mainz und dem Rhein-Main-Gebiet. – Foto: gik

Astrid Michel, Chefin des Weinhauses Michel, erzählte, wie sie von der Floristin zur Sommelière wurde, Julia von Dreusche, wie sie N’Eis gründete und Comedian Woody Feldmann, wie sie entdeckt wurde. In den Gesprächen ging es um Meteorologie und Salafismus, um Wein, Kinder und Schweizer Käse. Auf dem Rheinschiff und im Kuhstall diskutierten wir Gleichberechtigung und männliche Vorurteile, 100 Jahre Frauenwahlrecht und wie frau ihren Mann steht.

Viele der Frauen waren die ersten in ihrem Job oder arbeiten bis heute allein unter Männern – das Buch will auch zeigen, was Frauen leisten, und dass das leider noch immer nicht selbstverständlich ist. Heraus kamen Portraits, die Mut machen, die starke Powerfrauen zeigen – manchmal auf High Heels -, die allen Widrigkeiten zum Trotz Träume und Ziele realisieren, Kinder und Karrieren vereinbaren und am Ende selbst zu Vorbildern werden. So gestalten Frauen Gesellschaft, Wirtschaft und Alltag mit, oft leise und selbstverständlich und nicht im Rampenlicht – genau darauf will das Buch ein Schlaglicht werfen.

Und weil wir das gerne immer wieder tun, könnt Ihr den Geschichten hinter den Geschichten, den Porträts und ihrer Entstehung am Mittwoch, den 29. Mai 2019, ganz hautnah nachspüren. Im Weinhaus Michel wird Autorin Gisela Kirschstein das Buch vorstellen, verschiedene Porträts lesen und von den Hintergründen erzählen. Und eine ganz besondere Ehre ist es uns, dass Margit Sponheimer dabei unser Gast sein wird: Die 76-Jährige wird aus ihrem Leben erzählen.

Info& auf Mainz&: Autoren-Lesung „Starke Frauen“ am Mittwoch, 29. Mai 2019, um 19.30 Uhr mit Gast Margit Sponheimer im Weinhaus Michel in der Jakobsbergstraße im „Keller für Kenner“. Einlass ist ab 18.30 Uhr, der Eintritt kostet 12,- Euro – Karten gibt es hier beim Weinhaus Michel oder auch einfach per Email unter info(at)michel-wein.de. Das Buch „Starke Frauen-Portraits – 30 außergewöhnliche Frauen aus Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft“ von Gisela Kirschstein ist im Axel Dielmann-Verlag erschienen und kostet 18,- Euro (Hardcover mit Lesebändchen). Bestellen könnt Ihr es direkt beim Axel Dielmann-Verlag oder in jeder guten Buchhandlung – oder bei der Lesung am 29. Mai 2019 kaufen.

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40 Rosinenbomber lassen Berliner Luftbrücke wieder auferstehen – 70. Jahrestag wird an Pfingstmontag auf Airbase Wiesbaden-Erbenheim gefeiert

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Sie war die größte humanitäre Hilfsaktion in der Geschichte, legendär ist sie sowieso: In diesem Jahr jährt sich das erfolgreiche Ende der Berliner Luftbrücke zum 70. Mal. 13 Monate lang versorgten zwischen Juni 1948 und September 1949 Flugzeuge der Amerikaner und der Briten die von den Russen abgeriegelte Stadt mit Lebensmitteln und Steinkohle aus der Luft, eine beispiellose Aktion. Mehr als 270.000 Flüge waren nötig – einer der ersten Flüge hob am 26. Juni 1948 von der US-Airbase Wiesbaden-Erbenheim ab. Heute ist hier das US-Hauptquartier für Deutschland angesiedelt, das Jubiläum 70 Jahre Berliner Luftbrücke wird deshalb groß an Pfingstmontag in Erbenheim gefeiert. Fast 40 der damaligen Rosinenbomber sollen an dem Tag zu Besuch kommen und die Luftbrücke noch einmal im Originaltakt aufleben lassen – Süßigkeitenabwürfe inklusive. Wie es dazu kam: Mainz& hat bereits vor Jahren mit dem Mann gesprochen, der die süße Aktion erfand.

40 Rosinenbomber lassen Berliner Luftbrücke wieder auferstehen - 70. Jahrestag wird an Pfingstmontag auf Airbase Wiesbaden-Erbenheim gefeiert
Gail Halvorsen, vermutlich im Jahr 1983, in Berlin-Tempelhof. – Foto: von Noop/Norbert Klähn via Wikipedia

Es war am 17. Juli 1948, als Gail Halvorsen sich eine kurze Auszeit von seinen pausenlosen Flügen nach Berlin gönnte. An einem Zaun des Flughafen Tempelhofs kam er mit ein paar deutschen Kindern ins Gespräch, es war eine Begegnung, die sein Leben veränderte: „Diese Kinder hatten nichts und baten dennoch um nichts. Ihnen war die Freiheit wichtiger als etwas zu essen – das machte mich fassungslos“, erzählte Halvorsen einmal, fast 60 Jahre später.

Was dann passierte, ging in die Geschichte ein: Halvorsen verteilte zwei Streifen Kaugummi, die er in seiner Tasche fand, die traurigen Augen der rund 30 Kinder aber ließen ihn nicht los. So wurde die Operation „Kaugummi und Schokolade“ geboren, denn Halvorsen war einer der Piloten der Berliner Luftbrücke. Am 26. Juni 1948 hoben die ersten Maschinen der US-Luftwaffe zur „Operation Vittles“, der „Operation Proviant“, in Richtung Berlin-Tempelhof ab, fast elf Monate lang versorgten die Flugzeuge die von den Sowjets eingeschlossene und abgeriegelte Stadt aus der Luft.

40 Rosinenbomber lassen Berliner Luftbrücke wieder auferstehen - 70. Jahrestag wird an Pfingstmontag auf Airbase Wiesbaden-Erbenheim gefeiert
Gail Halvorsen beim Packen von Süßigkeitenpäckchen für die Berliner Kinder. – Foto: via Wikipedia commons (gemeinfrei)

Am 12. Mai 1949 endete die Blockade Berlins, und genau dieser 70. Jahrestag wird nun groß gefeiert: Am Pfingstmontag, dem 10. Juni, lädt die US-Army zum großen Tag der Offenen Tür auf das Wiesbadener Airfield in Erbenheim. Genau von hier flog 1948 die erste US-Maschine in Richtung Berlin, zeitgleich mit einem Flieger aus Frankfurt. Mehr als 270.000 Flüge folgten bis September 1949 nach Berlin, die Bomber brachten Lebensmittel wie Mehl, Gemüse oder Trockenkartoffeln nach Berlin, aber auch Steinkohle. Bis zu 7.000 Tonnen pro Tag schaffte die Kette an Transportflugzeugen – Gail Halvorsen war einer der Piloten.

Am 11. Juli war der 27 Jahre junge Amerikaner auf der Frankfurter Rhein-Main-Airbase angekommen, drei Mal pro Tag flog er durch den Korridor nach Berlin und zurück. Nach der Begegnung mit den Berliner Kindern am Flughafenzaun sammelte Halvorsen unter seinen Kameraden Süßigkeiten und warf sie vor seiner Landung in Tempelhof ab. Die Päckchen hatte er mit kleinen Fallschirmen aus Taschentüchern versehen, damit sie unbeschadet zur Erde schwebten. Mit den Kindern hatte er ausgemacht, vor dem Abwurf mit den Flügeln seiner Maschine zu wackeln, damit sie die Päckchen auch fanden.

40 Rosinenbomber lassen Berliner Luftbrücke wieder auferstehen - 70. Jahrestag wird an Pfingstmontag auf Airbase Wiesbaden-Erbenheim gefeiert
Flughafen Wiesbaden Erbenheim 1949 zur Zeit der Luftbrücke. – Foto: Stadtarchiv Wiesbaden

Die Operation klappte – und die Gruppe der Kinder wuchs stetig. „Wir legten alle zusammen, ließen unsere Maschine beim Anflug auf Tempelhof mit den Flügeln wackeln, entfachten einen Jubelsturm und warfen unsere Ladung zielgenau ab“, notierte Halvorsen in seinen 2005 auf Deutsch erschienenen Erinnerungen. Als ein Berliner Journalist einige Wochen später herausfand, was vor sich ging, wuchs die Aktion „Kaugummi und Schokolade“ zu einer richtigen Operation.

Mehrere Tonnen Süßigkeiten warfen Halvorsen und seine Kollegen bis zum Ende der Luftbrücke 1949 über Berlin ab, als „Rosinenbomber“ und „Schokoladenflieger“ wurden sie berühmt. „Zwei kleine Streifen Kaugummi haben mein ganzes Leben verändert“, sagte Halvorsen einmal bei einem Besuch in Deutschland 2005. Als Halvorsen 1970 zum Kommandanten des Flughafen Tempelhofs und Vertreter der US-Airforce in Berlin ernannt wurde, lautete die Anfrage aus dem Pentagon: „Colonel, sind Sie Onkel Wackelflügel?“

Halvorsen ist heute der letzte noch lebende Pilot der Berliner Luftbrücke, ob der inzwischen 98-Jährige zum Jubiläumsfest nach Erbenheim kommen kann, ist noch ungewiss. Falls nicht, werde ihn sein Sohn vertreten, teilte die Stadt Wiesbaden mit – das Jubiläum soll ein Fest zum Anfassen werden. Knapp 40 echte Rosinenbomber von damals werden dazu in Erbenheim erwartet, mit ihnen soll die Luftbrücke noch einmal mit den Original-Zeitabständen nachgestellt werden – Süßigkeitenabwürfe inklusive. Zum ersten Mal seit damals wird die Luftbrücke damit für die heutige Generation sichtbar und erlebbar sein.

Info& auf Mainz&: Das große Jubiläumsfest „70 Jahre Luftbrücke“ findet am Pfingstmontag, den 10. Juni, auf dem Flugplatz Wiesbaden-Erbenheim statt. Das Fest ist mit einem „Tag der Offenen Tür“ auf dem Airfield verbunden, die Clay-Kaserne öffnet dafür ihre Tore – benannt ist sie nach genau jenem US-General Lucius D. Clay, der 1948 die Luftbrücke ins Leben rief. Der Einlass auf das Gelände erfolgt nur mit einem Ticket, das 5,- Euro für Erwachsene und 2,- Euro für Kinder kostet.

40.000 Tickets sind ab dem 2. Mai online auf wiesbaden.de oder bei der Wiesbadener Touristinfo am Markt erhältlich – auf dieser Seite findet Ihr den direkten Link zum Ticketing. Alle Infos zum Jubiläumstag gibt es hier im Internet bei der Stadt Wiesbaden. Bitte beachten: Die Anreise kann am Pfingstmontag nur zu Fuß, mit dem Rad oder mit Shuttle-Bussen von ausgewiesenen Parkplätzen in der Umgebung erfolgen. Das Jubiläum wird mitorganisiert vom Förderverein Luftbrücke Berlin, Informationen zu dem Verein und dem Event 70 Jahre Luftbrücke gibt es hier im Internet. Gail Halvorsen hat übrigens seine Geschichte als Biographie unter dem Titel „Kaugummi und Schokolade“ veröffentlicht, das Buch ist für 19.90 Euro im Buchhandel zu haben – ein echtes Stück Zeitgeschichte. Und auch ein Kinderbuch gibt es dazu: „Mercedes und der Schokolade Pilot“ erzählt die wahre Geschichte der kleinen Mercedes, die 1948 in Berlin lebte und einen Brief schrieb – an „Onkel Wackelflügel“.

 

 

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