Seit Donnerstag hat der Altstadtmarkt seinen alten Platz am Hopfengarten zurück: Nach einer intensiven Umbauphase des früheren Parkplatzes am Ende der Augustinerstraße können die Marktstände nun in neuem Ambiente ihre Waren verkaufen. Geändert hat sich in dem Areal so einiges seit Sommer 2016: die Autos sind verschwunden, nun laden Sitzmöglichkeiten rund um vier große Platanen zum Verweilen ein. Immer donnerstags sorgt dazu der kleine Markt für frische Lebensmittel und soll ein Anziehungspunkt für die Besucher sein.

Altstadtmarkt am Hopfengarten zurück - Sechs Stände, französisches Flair, aber fehlende Toiletten
Alter Markt in neuer Atmosphäre: Der Altstadtmarkt auf dem Hopfengarten ist wieder da. – Foto: cibo

Am ersten Markttag in diesem Jahr am Hopfengarten standen sechs Stände auf dem neuen Platz – sie boten Käse, Antipasti, Wildspezialitäten, Obst und Gemüse, frische Säfte sowie Kaffee, Kuchen und Wein an. Den Markt in der Mainzer Altstadt gibt es laut Wirtschaftsdezernent Christopher Sitte (FDP) schon seit Dezember 1997. Heute habe der Markt vor allem drei Funktionen: er soll die Bürger mit frischen Lebensmitteln versorgen, sie auf den Platz ziehen und zum Verweilen anregen sowie die Möglichkeit bieten, sich zu treffen. Genau so taten es am Donnerstag auch schon die ersten Besucher, die entweder auf der Augustinerstraße entlangschlenderten, neugierig auf die Köstlichkeiten der Stände waren oder das schöne Frühlingswetter genießen wollten.

Baustart für die Umgestaltung des Platzes war Anfang Juli 2016. Damals gab es große Kritik von den heimischen Gastronomen am Platz, die vom Sommergeschäft leben, ihre Stühle und Tische jedoch draußen nicht mehr aufbauen konnten. Die Stadt wies jedoch darauf hin, dass die Verlagerung in die Wintermonate durch Arbeiten an Leitungen nicht möglich gewesen sei. Bis zur Fertigstellung Ende Oktober 2016 mussten auch die Marktstände ihren Platz aufgeben und auf den Leichhof ausweichen. Die Laufkundschaft sei dort aber ziemlich zahlreich gewesen, berichtete David Bernast vom Stand „Allgäuer Käsespezialitäten“.

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Die Bausumme für die Umgestaltung des ehemaligen Parkplatzes betrug insgesamt 490.000,- Euro, wovon 90 Prozent vom Land aus Mitteln des Strukturprogramms der Städtebauförderung übernommen wurden. 2015 wurde die Häuserfront in Richtung Holzhofstraße völlig neu errichtet, es entstanden unter anderem Eigentumswohnungen und eine Kindertagesstätte. Ziel sei, das Areal zwischen den Häusern zu einem attraktiven Quartiersplatz zur Bereicherung des öffentlichen Lebens in der südlichen Altstadt zu machen, sagte Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) bei der Vorstellung der Pläne im Juni 2016.

Altstadtmarkt am Hopfengarten zurück - Sechs Stände, französisches Flair, aber fehlende Toiletten
Süß der alte Citroenbus als Kaffeebar von Karl-Heinz Schau auf dem Altstadtmarkt am Hopfengarten. – Foto: cibo

Die rund 1.400 Quadratmeter große Fläche solle ein Platz ohne Konsumzwang werden und zum Verweilen einladen, betonte der Leiter des Stadtplanungsamtes, Günther Ingenthron, gegenüber Mainz&. Dafür sorgen vor allem die vier Platanen, die mit sogenannten Baumscheiben umbaut wurden und damit Sitzmöglichkeiten bieten. Diese Stahlumrandungen der großen Bäume wurden farblich der neuen Häuserfassade angepasst und großzügig bepflanzt, um vor allem im Frühling und Sommer eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen. Die Sitzauflagen auf den schmalen Sitzreihen sollten noch vor dem Wochenende installiert werden. Zudem kann auf dem gesamten Platz jetzt Boule gespielt werden.

Umstritten ist allerdings der neue Bodenbelag, der aus einer wassergebundenen Sanddecke besteht, unter der in zwei Metern Tiefe eine geschlossene Asphaltdecke eingezogen wurde. Die CDU kritisierte bereits Anfang März, es komme zu ständigem Sandabrieb, bei Regen entstehe ordentlich Matsch. Auch bei den Händlern des Marktes hörte man am Donnerstag gespaltene Meinungen heraus: Manche schimpften über den staubigen Boden, der für einen langen Aufenthalt nicht geeignet sei, andere meinten, der Untergrund müsse sich bewähren und man solle erst einmal abwarten. Eine Marktbesucherin äußerte aber schon jetzt voller Unmut: „Wenn der Boden matschig ist, komme ich nicht, denn da habe ich ja danach total dreckige Schuhe.“

„Negativ ist, dass es hier keine Toiletten gibt“, kritisierte zudem ein Ehepaar beim Weintrinken. So bleibe nur die Möglichkeit, Toiletten bei den angrenzenden Gastronomen zu nutzen, aber dort müsse man meist bezahlen. Die Optik des Platzes hingegen stieß generell auf Zustimmung bei den Besuchern. Einige nutzten auch schon die Sitzmöglichkeiten, sonnten sich oder aßen eine Kleinigkeit vom Markt – im Hintergrund zur Eröffnung sogar mit Blasmusik.

Altstadtmarkt am Hopfengarten zurück - Sechs Stände, französisches Flair, aber fehlende Toiletten
Französisches Flair auf dem neuen-alten Alstadtmarkt am Hopfengarten. – Foto: cibo

Zwei Stände sind seit dieser Saison dazu gekommen, der Obststand sowie die Wildspezialitäten. „Es ist wichtig, dass sich ein Grundstock an Ständen auf dem Markt etabliert, damit die Besucher hierherkommen und wissen, hier bekommen sie ihre Basics“, sagte David Bernast vom Käsestand. Ein wenig abseits von den anderen fünf Anbietern, im hinteren Teil des Platzes in Richtung Holzhofstraße, ist der Weinstand angesiedelt. Dieser müsse auf der Sondernutzungsfläche stehen, weil der Ausschank mit der Marktsatzung sonst nicht kompatibel gewesen sei, sagte Ingenthron. Diese verbietet nämlich das Ausschenken von Alkohol gegen ein Entgelt auf Wochenmärkten. Da zwischen den Ständen jedoch Biergarnituren zum Sitzen aufgestellt waren, fällt die Trennung nicht negativ auf. 

Probleme gibt es allerdings noch mit den Autofahrern: Immer wieder würden Autos um den Platz herum illegal parken, sagte Martin Lepold, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Mainz, und verwies auf die nahen Parkhäuser am Südbahnhof, am Karstadt oder im Fort Malakoff. Die Stadt hat angekündigt, auf dem Platz verstärkt kontrollieren zu wollen. „Ich glaube, dann wird das auch was“, sieht Karl-Heinz Schau vom Kaffeestand positiv in die Zukunft.

Info& auf Mainz&: Der Altstadtmarkt hat ab sofort immer donnerstags von 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr im Hopfengarten am Ende der Augustinerstraße geöffnet. Mehr Informationen zur Bürgerinitiative Hopfengarten Mainz findet Ihr auf dieser Internetseite. Zeiten und Termine zu allen Stadtteilmärkten von Mainz gibt es auf dieser Homepage.

1 KOMMENTAR

  1. Der Bodenbelag im Hopfengarten ist eine Katastrophe, bei trockenen Wetter staubt es, bei nassem verschmutzt es Schuhe und Hosenbeine, ähnlich auch am Rheinufer – macht keinen Spaß.

    Kam heute daran vorbei, die Mülltonnen liefen über und die farblich zur Häuserfassade passende Stahlumrandungen der Bäume als Sitzflächen sind schon jetzt mit Unmengen Vogeldreck beschmiert – der natürlich durch die Farbgebung intensiv heraussticht. Ich hatte da keine Lust mich zu setzen. Und nochmal zurück zum Bodenbelag, auch dort ist jegliche Art der Verschmutzung deutlich zu erkennen, mir hat es so gar nicht gefallen.

    Weil es so schön passt, mir kam folgende Geschichte zu Ohren: Gegenüber vom Hopfengarten der Wohnkomplex besitzt scheinbar eine Tiefgarage, diese soll durch die Weintorstraße zu erreichen sein, da inzwischen die Fußgängerzone um mehrere Meter (Richtung Cinestar) verschoben wurde, wäre die Zufahrt zu dieser Tiefgarage für die Anwohner nicht mehr zugänglich. Es soll eine kostenpflichte Genehmigung beantragt werden. Eine Information dessen scheint es an die Mieter nicht gegeben zu haben – ob das aber nun alles der Wahrheit entspricht kann ich nicht sagen, mich würde es trotzdem brennend interessieren.

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