Es waren wirklich kreative Aprilscherze, die uns in diesem Jahr zum 1. April erreicht haben, den einen habt Ihr ja schon gelesen 😉 Dass die Stadt Mainz jetzt sogar eine Stechuhr auf der Kaiserbrücke für Brücken-geplagte Hessen einrichtet, war natürlich geflunkert – was für eine großartige Idee der Mainzer Feuerwehr! Und sogar ein Foto haben sie gemacht… Danke dafür! Ansonsten blieb es eher ruhig in Mainz – offenbar seid Ihr auch alle in Urlaub 😉 Aber eine weitere wunderbare Idee wollen wir Euch nicht vorenthalten: Die AUF protestierte gestern vehement gegen ein Glasdach für die Ulmen auf der Maaraue.

Aprilscherze: Stechuhr auf der Brücke und Glasdach für Ulmenallee
Ein Glasdach für die Flatterulmenallee auf der Maaraue? Vielleicht nicht nur am 1. April eine gute Idee… – Foto: gik

Die Flatterulmen simulieren ja derzeit eher noch eine Allee, die Bäumchen sind so dünn, dass man sie auf Fotos nicht einmal findet. Umso logischer die Idee des Arbeitskreises Umwelt und Frieden (AUF) AKK: Der protestierte gestern, am 1. April, empört gegen „Pläne der Stadt Wiesbaden, die neugepflanzten Flatterulmen in Kostheim komplett zu überdachen.“ Demnach plane Stadtrat (und Ordnungsdezernent) „Oliver Franz (CDU), die jungen Ulmen auf der Maaraue mit einem Dach aus Spezialglas vor dem sauren Regen zu schützen.“

Das Problem: Die jungen Ulmen würden durch sauren Regen am Wachstum gehindert. Franz beziehe sich „nach AUF-Informationen dabei auf ein Gutachten, das dem Grünflächenamt vorliege. Darin heiße es: ‚Der saure Regen sorgt für eine Versauerung des Bodens. Durch diese Übersäuerung wird seine natürliche Zusammensetzung gestört.‘ Die Folgen seien fatal: Es würden giftige Schwermetallionen sowie Aluminiumionen freigesetzt, die die Feinwurzeln der Bäume absterben ließen. Dadurch nehme die Widerstandskraft ab, gerade Jungbäume würden am Wachstum gehindert. ‚Die Bäume werden anfälliger für Krankheiten und Belastungen wie den vor allem auf der Maaraue heimischen Phytophtora-Pilz'“, so die AUF in ihrer Mitteilung.

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Aprilscherze: Stechuhr auf der Brücke und Glasdach für Ulmenallee
Sag mir, wo die Bäume sind? Wo sind sie geblieben…? – Flatterulmenallee auf der Maaraue, wo früher die Lesselallee stand – Foto: gik

Die Idee ist so gut, dass wir sie erst einmal geglaubt haben… Aber natürlich spielt der Aprilscherz mit den Vorgängen um die Fällung der Lesselalleee, jener 72 uralten und riesigen Kastanien, die ja angeblich so krank gewesen sein sollen, dass sie jederzeit umzufallen drohten, vor allem wegen des bösen Phytophthora-Pilzes im Boden… Der ist natürlich immer noch da, und vielleicht sollte man die armen kleinen Ulmen mit einem Glasdach im Boden davor schützen…

Es würde uns ja echt nicht wundern, wenn die Flatterulmen die Annahme des Standortes auf der Lessealellee verweigern… Und sollte das passieren, wisst Ihr jetzt, dass wir es geahnt haben. Und ehrlich gesagt trauen wir den Wiesbadener „Stadtvätern“ inzwischen so ziemlich alles zu – wer schon eine weitgehend gesunde, wunderschöne, stolze, 100 Jahre alte Allee ohne Not platt macht, wer weiß, was dem noch so alles einfällt.

Ein Glasdach hätte zusätzlich auch den Vorteil, dass es die Spaziergänger vor Wind und Wetter schützen würde – die Allee kann es ja nun nicht mehr. Dass wir übrigens nicht die Einzigen sind, die den Wiesbadenern alles Mögliche zutrauen, zeigte sich, als der Linke Stadtverordnete Hartmut Bohrer aus Kastel prompt auf die Glasdach-Idee reagierte: „Kleine Zusatzinformation aus dem Rathaus“, schrieb Bohrer am selben 1. April: „Das Glasdach soll auf der Außenseite übrigens mit so genanntem ‚Putin-Gold‘ beschichtet werden – so wie seinerzeit die russische Kapelle auf dem Neroberg, als Putin Wiesbaden besuchte.“

Aprilscherze: Stechuhr auf der Brücke und Glasdach für Ulmenallee
Kein Aprilscherz, sondern echte Pläne des Architektursommers für die Maaraue – Foto: gik

Der Besuch des russischen Präsidenten Wladmir Putin hat übrigens wirklich stattgefunden, und die russische Kapelle auf dem Neroberg ist tatsächlich vergoldet. Bohrers Zusatz allerdings… lest selbst: „Die städtische Marketing GmbH verspricht sich dadurch einen gewissen Aufmerksamkeitseffekt für Insassen von Linienflügen auf der Route Dubai-Frankfurt-New York, die bekanntlich über die Maaraue führt. Die geplante Vermarktung von hochwertigem Wohnraum auf der Maaraue würde dadurch erleichtert, da absehbar ist, dass nach den Projekten Kureck/Adolphsberg, Altes Gericht, Wilhelmstraße/Rheinstraße und Zollspeicher Biebrich eine gewisse Sättigung an hochwertigem Wohnen in Wiesbaden einsetzen könnte.“

Auch dieser Aprilscherz ist nicht komplett aus der Luft gegriffen – hatten doch Planer des Architektursommers eine künstliche, bei Hochwasser vom Rhein umflutete Anhebung auf der Maaraue vorgeschlagen, die für die in Frankfurt landenden Flieger als Sehenswürdigkeit dienen könne. Und DAS war KEIN Aprilscherz…. Was Ihr hier nachlesen könnt. Es lohnt sich also, die Vorgänge um die Lesselallee und die Maaraue im Kopf zu behalten – unser journalistischer Instinkt sagt: da kommt noch was… In jedem Fall kommt der Architektursommer auf der Maaraue – dieses Jahr.

 

1 KOMMENTAR

  1. Hallo Gisela,
    dass das mit der Stechuhr ein Aprilscherz war, war mir schon klar. Die Geschichte mit der Maaraue hab ich leider nicht mitbekommen, sonst hätte ich sie (bis auf das Putingold – obwohl, wer weiß…) wohl auch geglaubt. Ich danke Dir jedenfalls dafür, dass Du die Tradition des Aprilscherzes aufrecht erhältst.
    Liebe Grüße
    Tina
    PS: Vielleicht sollte die Stadt Mainz Hartmut Bohrer mal fragen, ob es in Wi. noch irgendwo ein bischen Putingold gibt. Die schicken Gitterstäbe am Fuchsbau damit gestrichen, würde zwar das Problem des maroden Bauwerks nicht lösen, aber „glänzend“ davon ablenken. 😉

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