Nachdem ja unser Astronaut im Weltraum, Alexander Gerst, für einen richtigen Hype in Sachen Weltall gesorgt hat, da haben wir doch gleich mal eine etwas andere Vorschau auf 2015: Nicht Sterne deuten, sondern Sterne gucken. Am 20. März findet nämlich eine Sonnenfinsternis statt, deren Kernschatten über das Nordmeer wandert. Bei uns soll aber eine gute partielle Sonnenfinsternis zu beobachten sein. Dazu zeigt Pluto zum ersten Mal der Erde sein Gesicht.

Astronomie 2015: Sonnenfinsternis und das Gesicht von Pluto
Grafik Aufbau einer Sonnenfinsternis

Die Sonnenfinsternis – von Experten SoFi genannt – am 20.03.2015 beginnt im Nordatlantik etwa 700 Kilometer südlich der grönländischen Südküste. Von dort zieht der Kernschatten nun nach Nordosten und verfehlt Ost-Island nur um etwa 70 Kilometer, überquert aber die Färöer-Inseln. Das haben wir jetzt wörtlich übernommen von den Experten von Sonnenfinsternis-Info, die dafür die Webseite www.sofi2015.de ins Leben gerufen haben.

Partielle SoFi von 80 Prozent Minimum

Auf der Seite findet Ihr wirklich alle Details zur Sofi, auch wieviele Minuten lang auf welcher Insel im hohen Norden die SoFi zu beobachten ist. In Deutschland können wir uns, so versichern die Experten, aber auf eine „hochprozentige partielle SoFi“ freuen. Denn im März soll die Sonne zu mindestens 80 Prozent vom Mond bedeckt werden, und das ist ein sehr hoher Anteil.

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Den höchsten Grad der Sonnen-Verfinsterung wird es bei uns in Norddeutschland mit bis zu 83 Prozent geben, nach Südosten hin nimmt der Bedeckungsgrad allmählich bis auf gut 60 Prozent ab, das ist dann im Osten Österreichs.So gehört diese SoFi schon zu den bemerkens- und beobachtungswerten Himmelsschauspielen.

Viele erinnern sich sicher noch an die letzte totale Sonnenfinsternis am 10. August 1999. Damals konnte man eine vollständige Finsternis nur in Süddeutschland erleben, aber auch in Mainz verdunkelte sich die Sonne zu einer unheimlichen Grau-Schwärze, die Vögel verstummten und die Luft war wie elektrisiert. Irgendwie gruselig… aber natürlich trotzdem ein Erlebnis!

Astronomie 2015: Sonnenfinsternis und das Gesicht von Pluto
Bild Sonnenfinsternis 1999 in Österreich

Nächste totale SoFi: Südspanien 2026

Ihr tut gut daran, diese partielle Sonnenfinsternis zu nutzen – die nächste, in Deutschland sichtbare totale Sonnenfinsternis gibt es erst am 02.09.2081, also so in 66 Jahren… In elf Jahren allerdings kommt uns die Schwarze Sonne noch einmal sehr nahe: Am 12. August 2026 wandert der Kernschatten einer totalen Sonnenfinsternis über Südspanien, einschließlich Mallorca. Vielleicht bucht Ihr schon mal die Flüge 😉 Zur SoFi im März könnt Ihr übrigens auch reisen – mit Eclipse-Reisen.de.

Wichtiger Hinweis für alle Sonnen: schaut bitte nie ohne Augenschutz direkt in die Sonne!! Schwere Augenschäden können die Folge sein, sogar bis zum Erblinden. Vielleicht habt Ihr ja noch die Schutzbrille von 1999 noch – wir schon 😉

Pluto: Besuch von Sonde New Horizons

Aber es fehlt ja noch das Gesicht von Pluto: Pluto ist der entfernteste Planet unseres Sonnensystems, zumindest lernte man es so früher. Vor zehn Jahren wurde Pluto allerdings der Status als vollgültiger Planet aberkannt, seither gilt er als Zwergplanet und ist offenbar „das prominenteste Objekt des Kuiper-Gürtels, einer jenseits der Planeten gelegenen, sehr großen und noch wenig erforschten Zone des Sonnensystems.“

Astronomie 2015: Sonnenfinsternis und das Gesicht von Pluto
New Horizons und Pluto – Foto: NASA via AAG Mainz

Das schreibt die Astronoomische Arbeitsgemeinschaft Mainz (AAG) e.V., der wir wieder einmal diese wunderbaren Tipps verdanken. Pluto ist offenbar auch wichtig genug, von der Raumsonde New Horizons besucht zu werden. Die startete im Januar 2006 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral und entfernte sich seither mit einer Geschwindigkeit von fast 60.000 Kilometern pro Stunde von der Erde – schneller als jedes andere Raumschiff zuvor. Ein Jupiter-Swing-by beschleunigte die Sonde auf 75.000 Kilometer pro Stunde.

Juli: New Horizons passiert Pluto in 10.000 Kilometern

Seit Mitte 2007 befand sich New Horizons im Hibernation Mode („Winterschlaf“), bevor das Gerät im Dezember 2014 erfolgreich in den Arbeitsmodus zurückversetzt wurde, schreibt die AAG weiter. Ab Mitte April werden nun Daten und Bilder vom Pluto-Anflug erwartet, die größte Annäherung erfolgt am 14. Juli 2015. Dann fliegt die Sonde in einer Entfernung von weniger als 10.000 Kilometern an dem Zwergplaneten vorbeifliegt – das ist rund 40-mal näher als der Abstand zwischen Erde und Mond.

Mit den leistungsfähigen Kameras der Sonde werden detailreiche Bilder möglich, sie sollen „einen sehr guten Eindruck von der Beschaffenheit der fernen Welt“ liefern. Dann also wird Pluto unserer Welt ein Gesicht zeigen, wir sind gespannt. „Der Besuch bei Pluto wird aber wegen der hohen Geschwindigkeit nur wenige Tage dauern, heißt es bei der AAG weiter: „Danach wird New Horizons weitere Erkundungen im Kuiper-Gürtel vornehmen und bis 2019 vermutlich noch drei bislang nahezu unbekannte Himmelskörper ansteuern.“

Also, zückt schon mal die Teleskope!

Info& auf Mainz&: Mehr zur Astronomischen Arbeitsgemeinschaft AAG findet Ihr auf deren Homepage, genau hier. Dort gibt’s auch aktuelle Tipps, wie man Merkur zur Zeit gut beobachten kann, genau am 11. Januar zum Beispiel. Am 9. Januar 2015 findet ab 20.00 Uhr der Astrotreff für AAG-Mitglieder und Interessierte in der Anne-Frank-Realschule statt, das ist direkt neben dem Naturkundemuseum. Am 16. Januar gibt es ab 19.00 Uhr einen Beobachtungsabend in der (unspektakulären) Paul Baumann-Sternwarte bei Klein-Winternheim.

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