Am gestrigen Sonntag war es mal wieder so weit: Rettungskräfte suchten mit einem Großaufgebot nach einem angeblich Verunglückten, der im Rhein trieb. Gegen 19.30 Uhr hatte eine Anruferin der Feuerwehr mitgeteilt, es befinde sich eine Person im Rhein. Daraufhin wurde Alarm geschlagen, und ein Großeinsatz ausgelöst – schließlich fanden die Rettungskräfte einen 38 Jahre alten Mainzer, quietschfidel, am Mainzer Ufer. Der Mann hatte nur ein Bad im Rhein genommen…

Bad im Rhein: Rettungskräfte suchten Vermissten - Fußballer gerettet
Der Rhein – an heißen Tagen eine Verlockung – Foto: gik

Es war nicht der erste Vorfall dieser Art in diesem Sommer, und man kann ob so viel Unverstand wirklich nur den Kopf schütteln. Klar kann man sich im Rhein bei dieser Hitze abkühlen – aber doch bitte nicht in der Nähe der Theodor-Heuss-Brücke! Habt Ihr irgendeine Ahnung, wie gefährlich das ist? Nun, wir können auf zehn Jahre Wildwasser-Kanadierfahren zurückgreifen, und wir können Euch versichern: Ihr begebt Euch in Lebensgefahr!

Unberechenbarer Rhein

Der Rhein ist nicht nur groß und tief, sondern auch unberechenbar: Strudel, die man nicht sieht, können einen binnen Sekunden in die Tiefe ziehen, egal was für ein guter Schwimmer man ist. Und diese Strudel treten besonders in der Nähe von Brücken auf – die Brückenpfeiler sorgen nämlich für erhebliche Verwirbelungen unter Wasser. Und gegen die Kraft eines Rheins, habt Ihr im Zweifelsfall keine Chance. Oder wisst Ihr, dass man aus einem Strudel bis zum Boden sinken und dann seitlich wegtauchen muss? Lust, das im Rhein zu versuchen…?

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Dazu kommt: Wird ein Mensch im Rhein gesichtet, läuft ein Großeinsatz an, das schreibt das so genannte Wasserrettungskonzept vor: Alarmiert werden Rettungskräfte von Feuerwehr, Polizei, Wasserschutzpolizei und den Lebensrettern von der DLRG, da kommen schon ein paar Dutzend Leute zusammen.

Bad im Rhein: Rettungskräfte suchten Vermissten - Fußballer gerettet
Nein, der Rhein ist KEIN Badegewässer, trotz Strand 😉 – Foto: gik

Und das kostet ja auch so einiges… Meint Ihr, ein „kurzes Bad“ im Rhein rechtfertigt das? Und stellt Euch vor, die Retter stumpfen ab, und jemand ist wirklich in Not…

Fußballclub in Not – gekentert

In Not waren nämlich am Sonntagmittag auch 18 Personen eines Fußballclubs. Mit einem Drachenboot wollte die Truppe von Heidesheim nach Walluf paddeln und zurück. Bei der Ausfahrt aus dem Altrheinarm bei Budenheim in die Hauptströmung kenterte das Boot allerdings – und hier war die Strömung erheblich. Auch ein Jetskifahrer, der helfen wollte, geriet in die Strömung und kenterte.

Doch der Unfall fiel glimpflich aus, die Paddler konnten sich in Bäume und Sträucher retten, wie die Wasserschutzpolizei mitteilte. Der Rest wurde von den Rettern aus dem Wasser gezogen. Im Einsatz waren übrigens die Feuerwehren aus Mainz und Wiesbaden, die freiwilligen Feuerwehren aus Budenheim, Heidesheim, Eltville, Walluf und Wiesbaden, die DLRG, drei Boote der Wasserschutzpolizei und der hessische Polizeihubschrauber. Wahnsinn.

Rhein: nix für unerfahrene Paddler oder Schwimmer

Und wir weisen dann doch mal darauf hin, dass gerade für Neu-Paddler der Rhein nun wirklich überhaupt gar nicht geeignet ist!! Leute, probiert’s doch erst mal auf einem ruhigen Fluss wie der Lahn, ja? Und übt gegen die Strömung eindrehen, Kehrwasserfahren und richtiges Paddeln 😉 Gegen die Steuerfrau des Drachenboots und gegen den Veranstalter der Paddeltour ermittelt nun die Wasserschutzpolizei Mainz wegen Gefährdung des Schiffsverkehrs.

Sorry, wir wollen wirklich nicht besserwisserisch rumnölen – wir machen uns nur Sorgen. Weil immer mehr Menschen in Flüssen schwimmen, die Macht des Wassers aber völlig unterschätzen – und ertrinken. Also, bringt doch den Flüssen etwas mehr Respekt entgegen, ja? Und wo ihr im Rhein gut und richtig schön baden könnt – das verraten wir Euch in unserem nächsten Teil der Serie „Ab ins Wasser“, versprochen 😉

 

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