Mann, war das voll heute! In Scharen schoben sich am Samstag die Besucher durch das Alte Postfrachtzentrum am Mainzer Hauptbahnhof: Die Designmesse Stijl hatte die Tore für ihre Winterausgabe geöffnet, und die Mainzer kamen und kamen und kamen… Lange Schlangen am Einlass, dicke Pulks im Inneren – fast schon zu viel, um sich noch wohl zu fühlen… Zu Bestaunen gab es aber auch vieles: coole Klamotten, Selbstgenähtes, Selbstgehäkeltes und diesmal auch viel Schmuck. Und es gab viel Neues: Mainz& hat coole neue Lampen & genähte Fotopostkarten für Euch entdeckt.

Skelett trägt Klamotten, Oma näht = Stijl 2014 in Mainz - Foto: gik
Skelett trägt Klamotten, Oma näht = Stijl 2014 in Mainz – Foto: gik

Zu ihrem 10. Geburtstag hat sich die Stijl noch einmal einen Zuschlag gegönnt: Das alte Postlager platzt aus allen Nähten. Noch mehr Stände, noch vielfältiger das Angebot – und noch viel, viel mehr Besucher. 120 Aussteller waren für die Februar-Ausgabe der coolen Designmesse angemeldet, aber es wirkt irgendwie wie viel mehr… Zu entdecken ist denn auch wirklich alles, was die junge und hippe Designszene hergibt: Genähte Handy- oder Tablet-Taschen, gehäkelte Mützen, süße Kinderklamotten, und, und, und.

„Kerbholz“-Brillen & T-Shirts von „Ingmar“

Michael Bucur Label Ingmar mit T-Shirt
Michael Bucur’s T-Shirts werden von Künstlern gestylt – Foto: gik

Wieder dabei: die Jungs von „Kerbholz“ mit ihren schicken Brillen und Uhrarmbändern aus Holz, und „Schwerelosigkite“, die Taschen und Gürtel aus alten Lenkdrachen fertigen – Mainz& hat schon früher über sie berichtet. Und wieder sind Klamotten-Labels aus ganz Deutschland gekommen. Michael Bucur ist aus Frankfurt angereist, sein Label heißt „Ingmar„, nach dem berühmten Regisseur Ingmar Bergmann. „Wir wollen den artistischen Blick, den er auf die Welt hatte, aufnehmen“, erzählt Michael Mainz&.

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Michael ist Grafiker, hat aber Informatik studiert und arbeitet für seine coolen T-Shirts mit den farbenfrohen Designs mit jungen Künstlern aus der ganzen Welt zusammen: aus den USA, Berlin, Litauen, Tokio, Sydney und Russland kommen die Motive. „Es darf ein bisschen edgy sein“, erzählt Michael, heutzutage sei sowieso „viel zu viel glatt gezogen.“ Nun schafft er mit seinen ausdrucksstarken T-Shirt-Collections gleichzeitig auch eine Plattform für begabte junge Künstler.

Der DO IT YOURSELF-Virus

I love mix tapes„, ein paar Stände weiter, kommt dagegen aus Mainz und hat sportliche T-Shirts, Sweaters und Shirts dabei. Dirk Modrok – erzählt  Veronika Siurbyte Mainz& – ist eigentlich Krankenpfleger und hat das Label 2008 gegründet. Nun bedruckt er T-Shirts mit süßen Papierbooten im Siebdruckverfahren, landete auf Platz 4 der Top-Ten der Mainzer Rhein-Zeitung im Februar 2012, und sagt von sich selbst, er sei dem DO IT YOURSELF-Virus verfallen. Na, Dirk, Du bist jedenfalls nicht allein damit 😉

Neu in diesem Jahr sind in jedem Fall die vielen Schmuckdesigner. Auffällig: viele verwenden Bronze oder Gold für ihre ausdrucksstarken Formen, so wie die Macherinnen von „Adorable“. Und: Armbänder aus mehrfach gelegtem Leder mit Strass sind voll in Mode, edle Stücke gibt’s etwa beim 2007 in Schweinfurt gegründeten Label „Tentador„. Immer noch stark: gehäkelte Mützen in allen Farben des Regenbogens und darüber hinaus, manche auch „Handmade in Kaiserslautern“.

Genähte Postkarten von „Ponyhut“

Postkarten & Ponyhut - Foto: gik
Postkarten & Ponyhut – Foto: gik

Ganz hinten links an einem kleinen Stand steht Anna Sommerer aus Bonn mit ihren genähten Fotopostkarten. Ja, Ihr habt richtig gelesen: Annas Stücke sind kleine Kunstwerke aus Fotos und Karton, beides wird miteinander vernäht, und die sichtbare Naht gibt dem Bild einen Rahmen. Entstanden sind die kleinen Kunstwerke aus der Not heraus: „Ich war in der Fachschaft, organisierte einen Designmarkt, und hatte alle dazu verdonnert, was selbst zu machen – da musste ich ja dann auch“, erzählt Designerin Anna Mainz&. Dann lagen da die Fotos und Karteikarten… und eine ausgefallene Idee war geboren. „Ponyhut“ heißt inzwischen Annas Label, unter dem sie auch Schmuck aus alten Obstkisten vertreibt.

Die Mainz&-Entdeckung: „Licht Liebe“

Und dann sind da noch die großformatigen Lampen mit beleuchteten Fotodrucken – die Mainz&-Entdeckung der Winter-Stijl 2014! Tobias Bachmann und sein Partner Tom Krüger kommen ursprünglich aus Zerbst in Sachsen-Anhalt, ihre Banklehre verschlug sie nach Frankfurt am Main. Seit November 2013 ist ihre Designidee erst auf dem Markt: Lampen in rund, eckig, oder großformatig für die Wand, bedruckt mit verschiedenen Fotomotiven, die von jungen Künstlern stammen.

Licht Liebe! Aber echt! - Foto: gik
Licht Liebe! Aber echt! – Foto: gik

„Mein Vater ist Tischler, ich hab ab und zu auch mal was gebaut“, erzählt Tobias Mainz&. Eines Tages baute er sich einen Holzrahmen, bespannte ihn mit Zeitungspapier – fertig war eine coole Lampe. Es kam, wie es kommen musste: die Lampe gefiel einem Freund, dann dessen Freundin, dann deren Freunde… Heute werden die Holzrahmen für die „Licht Liebe“ bei einer Tischlerei in Baden-Württemberg gefertigt, und von Tobias & Tom mit Leuchtkastenfolie bespannt. Das coolste daran: die Designs lassen sich wechseln, wer mag, kann ein eigenes Foto einschicken, dass dann zum Lampenschirm wird.

Mehr als 40 Seiten dick ist das Neuhijten-Heft der Stijl, es gibt also einiges zu entdecken. Könnt Ihr auch noch: Die Stijl öffnet am heutigen Sonntag noch einmal von 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr ihre Tore. Möge die Menschenmenge gnädig mit Euch sein 😉 Der Eintritt kostet 6,- Euro, ermäßigt 4,- Euro. Zu Essen & Trinken gibt’s auch.

Mehr zur Geschichte der Stijl lest Ihr hier – natürlich bei Mainz&.

 

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