In der Flüchtlingsunterkunft „Allianzhaus“ in der Mainzer Innenstadt gibt es eine heftige Welle von Corona-Infektionen: Wie die Stadt Mainz erst am Dienstag mitteilte, wurde bereits vergangene Woche ein Mann in der Unterkunft positiv getestet, über das Wochenende stellte sich heraus: Elf Personen der Unterkunft sind mit dem Coronavirus infiziert, insgesamt wurden 30 Personen in Quarantäne in einem dafür vorgesehenen Haus in der Gonsenheimer Housing Area gebracht. Doch mittlerweile wurden drei weitere Infektionen festgestellt, das Allianzhaus wurde daraufhin komplett unter Quarantäne gestellt. Auswirkungen hat das aber auch auf zwei Mainzer Grundschulen.

Corona in Flüchtlingsunterkunft in Mainz: Allianzhaus komplett unter Quarantäne - 50 Tests in zwei Grundschulen
Im Allianzhaus in Mainz gibt es eine Infektionswelle mit dem Coronavirus in der Flüchtlingsunterkunft, das Haus wurde unter Quarantäne gestellt. – Foto: Geographisches Institut Mainz

Der Vater einer zehnköpfigen Familie im „Allianzhaus“, der Flüchtlingsunterkunft in der Innenstadt, sei vergangene Woche positiv auf das neue Coronavirus SARS-CoV-2 getestet worden, teilte die Stadt Mainz nun mit. Die Familie sei daraufhin in ein dafür vorgesehenes Gebäude in der Housing Area in Gonsenheim zur 14-tägigen Quarantäne gebracht worden. Das gleiche Gebäude diente bereits Mitte April als Quarantäne-Quartier für insgesamt 23 Personen aus der Flüchtlingsunterkunft an der Alten Portland in Mainz-Weisenau, diese Personen sind inzwischen alle wieder zurück in ihrer alten Unterkunft.

Der neue Ausbruch einer Corona-Infektionswelle trifft nun das Allianzhaus: Bei weiteren Tests über das Wochenende stellte das Gesundheitsamt fest, dass nicht nur der Vater, sondern die gesamte zehnköpfige Familie mit dem Coronavirus infiziert ist, dazu noch ein Kind einer weiteren Familie. Insgesamt wurden nach Angaben der Stadt 30 Personen aus dem Allianzhaus in der Housing Area unter Quarantäne gestellt. Die Betroffenen dürften das Gebäude nicht verlassen, das werde von einem Sicherheitsdienst überwacht, so die Stadt weiter.

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Seit dem Wochenende wurden im Allianzhaus weitere Tests durchgeführt, da sich weitere Bewohner mit für Covid-19 typischen Symptomen gemeldet hatten. Dabei stellte sich heraus, „dass sich auf jedem Stockwerk des Hauses mindestens eine Person mit dem Corona-Virus infiziert hat“, so die Stadt weiter. Die Landeshauptstadt Mainz habe deshalb auf Empfehlung des Gesundheitsamtes beschlossen, die gesamte Gemeinschaftsunterkunft unter Quarantäne zu stellen. Ein Sicherheitsdienst werde nun auch tagsüber da sein und sicherstellen, dass die Unterkunft nicht von Unbefugten betreten werde und dass die Quarantänebestimmungen eingehalten würden.

Corona in Flüchtlingsunterkunft in Mainz: Allianzhaus komplett unter Quarantäne - 50 Tests in zwei Grundschulen
Die ersten größeren Mengen an Corona-Infektionen gab es in der Flüchtlingsunterkunft in der Alten Portland, hier ein älteres Foto von 2015. – Foto: gik

Die Betreuungsorganisation des Hauses werde die Bewohner weiter betreuen und nun insbesondere auch die Einkäufe übernehmen, so die Stadt weiter. Derzeit befinden sich nun noch 113 Bewohner im Allianzhaus, weitere Tests sollen in den nächsten Tagen vom Gesundheitsamt durchgeführt werden. Die Infektionen haben aber auch Auswirkungen auf zwei Mainzer Grundschulen: In der Eisgrubschule und in der Theodor-Heuß-Schule haben womöglich die Kinder aus den Flüchtlingsfamilien die Infektionen weiter getragen: Nach derzeitigem Stand seien in der Eisgrubschule zwei Kinder betroffen, in der Theodor-Heuß-Schule drei, teilte das Gesundheitsamt Mainz-Bingen auf Mainz&-Anfrage mit. Die Corona-Fälle stünden „im Zusammenhang“ mit den Fällen im Allianzhaus, die Kinder entstammten der dort betroffenen Familie.

Welche Auswirkungen das auf die Grundschulen hat, ist noch unklar: Die Kinder hätten vor Ihrer positiven Testung die Schule aus anderen Gründen schon seit einigen Tage nicht mehr besucht, hieß es von Seiten des Gesundheitsamtes, die Kinder seien bis heute ohne Symptome. Allerdings können den Virologen zufolge mit dem Coronavirus infizierte Personen das Virus sehr wohl weiter tragen, die meisten Menschen seien vor allem in den ersten Tagen hochansteckend, sagen Ärzte. Man habe in den vergangenen Tagen sämtliche Kontaktpersonen aus den beiden Schulen getestet, teilte das Gesundheitsamt weiter mit, insgesamt seien rund 50 Tests vorgenommen worden. Die Ergebnisse werden am Mittwoch erwartet, dann werde man über das weitere Vorgehen entscheiden.

Info& auf Mainz&: Mehr zu den ersten Infektionen in einem Mainzer Flüchtlingsheim könnt Ihr hier bei Mainz& nachlesen.

1 KOMMENTAR

  1. Solange vieles milde Verläufe bleiben und die amtlichen Maßnahmen vorwiegend repressiv sind, gibt es für die meisten Personen keinen persönlich und medizinisch sinnvollen Grund sich offiziell testen zu lassen. Denn damit begibt man sich „in die Fänge“ der Ordnungsämter und gewisser Zwangsmaßnahmen. Inhaltlich geholfen wird in den meisten Fällen ja nicht, wie denn auch? Dafür werden aber sogar die persönlichen Daten vielerorts an die Polizei weitergegeben und landen zeitweise in deren Fahndungslisten.
    Wenn man kann, besser so:
    1) Man zieht sich bei Verdacht elegant zurück und kuriert sich privat aus.
    2) Bei Bedarf sollte man auf inoffiziellem, persönlichem Wege mögliche Kontaktpersonen informieren.
    3) Die Notfallnummern und Handgepäck zurecht legen falls es es doch schlimmer wird,.

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