Es ist ja schon ein Riesenspektakel, das da jedes Jahr an Rosenmontag durch die Mainzer Straßen zieht. Den Mainzer Rosenmontagszug gibt es seit 1838, in diesem Jahr zieht demzufolge der 113. Rosenmontagszug durch die Mainzer Gassen.  Seinen Ursprung hatte er in dem „Krähwinkler Landsturm“, einem Umzug, der – vom Handwerker

Der 113. Mainzer Rosenmontagszug 2014 - Teilnehmer, Pferde und Wagen
Fahnenträger Rosenmontagszug – Foto: gik

Nikolaus Krieger organisiert – 1837 durch Mainz zog und dabei das Spießbürgertum der Biedermeierzeit parodierte, und das Militär gleich dazu. Es war die Geburtsstunde der organisierten Mainzer Fastnacht und mündete prompt 1838 in der Grüpndung des Mainzer Carneval-Vereins (MCV). So kam es, dass der MCV zum Organisator des Mainzer Rosenmontagszuges wurde – bis heute.

An der Spitze des ersten närrischen Zuges ging übrigens eine 15köpfige närrische und uniformierte Bürgerwehr mit einem „Fähnrich Rummelbuff“ an der Spitze, wie die Annalen via Wikipedia zu erzählen wissen. Bei der Mainzer Bevölkerung sei der Zug ein großer Erfolg gewesen, hieß es weiter: Mehrere hundert Teilnehmer, zwei Motivwagen und nicht zuletzt die närrische Garde in ihren Uniformen sorgten für Aufsehen. Oberhaupt war ein „Prinz Carneval“, dem närrisch gehuldigt wurde, und für dessen Schutz die närrische Leibgarde sorgte – niemand anderes als die Mainzer Ranzengarde. 1837 gegründet, ist sie die älteste Fastnachtsgarde überhaupt.

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Kampf gegen „Mucker und Philister“

Der 113. Mainzer Rosenmontagszug 2014 - Teilnehmer, Pferde und Wagen
Ein 11er Gardist an Rosenmontag – Foto: gik

Es hilft ja manchmal, sich in Erinnerung zu rufen, dass die Garden ursprünglich als Parodie auf alles Militärische und streng Gedrillte verstanden. Irgendwie hat man das Gefühl, dass bei einigen Akteuren dieser Zug verloren gegangen ist…. Jungs, Mädels – lacht doch mal! Die Narren haben sich nämlich eigentlich dem Kampf gegen „Mucker und Philister“ verschrieben, das sind heimtückische, scheinheilige Menschen (Mucker) und engherzige Spießbürger (Philister). Also bitte nicht sauertöpfisch dreinschauen! Womit dann auch – wie versprochen – diese Begriffe geklärt wären 😉

Startpunkt des Zuges ist wie immer in der Boppstraße, Ecke Josefstraße, von dort rollen die Wagen mit einem ersten Blick auf den Dom die Boppstraße hinunter, in die Kaiserstraße, rund um die Christuskirche…. ach, Ihr kennt das ja! Wer nicht, dem sei die Studie des Plans empfohlen. Seinen Höhepunkt erreicht der Zug traditionell auf der Ludwigsstraße, wenn’s vom Schillerplatz in Richtung Dom geht – noch immer die schönste Kulisse!

Der 113. Mainzer Rosenmontagszug 2014 - Teilnehmer, Pferde und Wagen
Immer wieder toll: Alemannische Hexenmasken – Foto: gik

Auf die Reise gehen in diesem Jahr 9.309 Narren, das sind deutlich weniger als die Jahre zuvor, wo schon mal 9.500 Narren und mehr teilnahmen. Zugnummern gibt es insgesamt 147, den Anfang bilden traditionell die Fahnen- und Schwellkoppträger, das Ende übrigens auch – insgesamt sind es 70. 154 Wagen rollen im Zug mit, das sind Komiteewagen oder närrische Gefährte, die von 137 Traktoren und Zugmaschinen gezogen werden. 40 Zugpferde gibt es auch noch, dazu kommen 177 Pferde mit Reitern, die einfach Tradition sind.

Der 113. Mainzer Rosenmontagszug 2014 - Teilnehmer, Pferde und Wagen
Guggemusiker spielen oft die fetzigsten Sachen – Foto: gik

Höhepunkte sind die Motivwagen des MCV, dreidimensionale Karikaturen zu politischen Themen, die eines der Markenzeichen der Mainzer Fastnacht sind. Für Schwung und gute Laune sollen 85 Musikgruppen mit insgesamt 2.535 Musikern sorgen – hoffentlich! Spielt schmissige Sachen, die man auch erkennt, dann tanzt die ganze Straße mit!

Der 113. Mainzer Rosenmontagszug 2014 - Teilnehmer, Pferde und Wagen
Wenn die kommt, ist En(d)te – Foto: gik

Das Ganze kostet übrigens rund 350.000 Euro, die vom MCV organisiert werden, unter anderem durch den Verkauf der Zugplakettscher. Der 64. Mainzer Rosenmontagszug steht übrigens unter dem Motto „Fussball oder Fassenacht, Humba ist für Meenz gemacht“ – eine Hommage an das berühmte „Humba Täterää“ also. Darauf ein dreifach donnerndes – Helau! Erwartet werden zum Zugspektakel übrigens rund 500.000 Zuschauer – zumindest sagen das die Organisatoren jedes Jahr. Nachgezählt hat nämlich schon länger keiner mehr. Und wenn’s Wetter schön ist, kommen die auch tatsächlich, bei schlechtem Wetter hingegen werden’s weniger. Mainz& ist in jedem Fall da!

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