Am Donnerstag hat Mainz& über den Fund der römischen Reitanlage im Gonsbachtal berichtet, prompt flattert eine Veranstaltung am morgigen Samstag ins Haus: ein Thementag des Instituts der Altertumswissenschaften an der Uni Mainz zum Thema Magie im antiken Rom. Und der dreht sich um „die dunkle Seite der römischen Antike“, wie es im Veranstaltungsflyer heißt, also um Liebeszauber, Heilmagie und Verwünschungen.

Tatsächlich standen im antiken Rom solche Praktiken hoch im Kurs. Schließlich hatten die Römer ja auch ein ganzes Pantheon voller Götter, die – den Sagen nach zu urteilen – sich ebenfalls ständig untereinander bekriegten und gegeneinander intrigierten. Da ist die beste Seifenoper heute Kinderkram dagegen…

Und wenn auch die Römer eine wirklich hochstehende Zivilisation mit genialen Ärzten waren – über Bakterien und Viren wusste man damals nicht Bescheid. Damit waren viele Krankheiten für die Menschen damals mysteriös und wurden Göttern, Magiern und Hexen zugeschrieben: Wurde jemand plötzlich krank, schrieb er es einer Verwünschung durch einen Feind zu. Starb ein neugeborenes Kind unerwartet nach wenigen Tagen, suchte man die Ursache bei Göttern und Hexen.

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Übrigens war das nicht nur in Rom so: Bei der Ausgrabung des antiken Isistempels in Mainz, fanden die Archäologen Dutzende von Fluchtäfelchen… Da verwünschten Geschäftsmänner Konkurrenten wegen Geld-Unterschlagung und Frauen verfluchten die Geliebten ihrer Ehemänner. Manchmal ist die Antike doch wirklich aktuell 😉

Beim Thementag am Samstag in der Uni kann man antike Zauberaccessoires selbst herstellen. Dazu geben acht Vorträge und Aktionen einen Einblick in Liebeszauber und das Denken der Römer rund um Magie, Krankheit und Tod. Erfahren kann man sogar, wie man sich Wolken vom Hals hält, das scheint ja heute schon geklappt zu haben 😉

Am Nachmittag geht es sogar um einen Kampf der Magier zwischen antiker Magie und dem Christentum. Und zum guten Schluss wird noch eine Verbindung zur modernen Mysterienbewegung Wicca gezogen. Diese modernen Hexen interpretieren die alten Naturreligionen in modernem Gewand und greifen die alten Kulte rund um die Große Göttin wieder auf. Übrigens: Im Isis-Heiligtum wurde nicht nur die römische Göttin Isis verehrt, sondern auch die Magna Mater, die alte Muttergottheit der Kelten…

Der Thementag findet auf dem Campus der Uni im Philosophicum statt, Raum P10. Los geht’s ab 9.00 Uhr, ab 18.00 Uhr gibt’s einen römischen Aperitif. Gestaltet wird das Ganze von Studierenden des lateinischen Hauptseminars „Magie in Rom“ des aktuellen Semester.

Mehr zum Thementag sowie das Programm findet ihr hier: http://www.altertumswissenschaften.uni-mainz.de/2013/12/20/magie-in-rom/

Ach ja: lasst Euch nicht davon abschrecken, wenn Euer Browser was von unsicherer Seite erzählt: einfach weitermachen, dann öffnet sich der Programm-Flyer.

 

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