Interessiert Ihr Euch für die dunkle Seite des Universums? Für dunkle Energie, den Urknall und die Frage, was die Welt da draußen im Innersten zusammenhält? Dann seit Ihr in jedem Fall bei dem diesjährigen Stiftungsprofessor der Uni Mainz richtig: Der Astrophysiker Christoph Wetterich gilt als einer der kreativsten Vordenker seiner Zunft, und als Experte für die Dunkle Energie. Am Dienstag hält er im Rewi-Gebäude an der Uni den Vortrag „Und es werde Licht: die kosmische Hintergrundstrahlung“.

Die Johannes-Gutenberg-Stiftungsprofessur wurde von der Vereinigung der Freunde der Universität Mainz ins Leben gerufen, und zwar im Jahr 2000. Anlass war der 600. Geburtstag von Johannes Gutenberg, dem berühmten Mainzer Buchdrucker. Seitdem lehren jedes Jahr herausragende Persönlichkeiten der Wissenschaft, aber auch des gesellschaftlichen Lebens einen Sommer lang an der Mainzer Uni. Inhaber waren schon Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher, der Komponist Paul Ruzicka, der Literatur- und Sozialwissenschaftler Jan Philipp Reemtsma und unser Mainzer Karl Kardinal Lehmann.

Schon 1987 die Existenz der Dunklen Energie beschrieben

In diesem Jahr ist also die Astrophysik dran, und dafür haben sich die Mainzer einen der ganz Spannenden der Zunft geholt: Wetterich beschrieb nämlich schon 1987 die mögliche Existenz sogenannter dynamischer Dunkler Energie – mehr als zehn Jahre, bevor Dunkle Energie tatsächlich im Kosmos entdeckt wurde. Dunkle Energie macht, so die Pressemitteilung der Uni, 70 Prozent der Energiedichte im Universum aus.

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Und Wetterich, Professor für Theoretische Physik in Heidelberg, untersucht eben die Rolle dieser Dunklen Energie – für die kosmische Hintergrundstrahlung und für die Strukturentstehung im Universum, und dazu noch mögliche Kopplungen zwischen Dunkler Energie und Dunkler Materie. Puh.

Erklärung für Expansion des Universums

Kurz gesagt: Wetterich forscht nach dem Ursprung des Universums und sucht nach Erklärungen für die Zukunft des Weltalls. Und mit einem offenbar von ihm entwickelten Quintessence-Modell hat er „eine der populärsten Erklärungen für die beschleunigte Expansion des Universums geliefert“, heißt es in der Mitteilung der Uni weiter. Für Einzelheiten fragt doch bitte den Herrn Professor 😉

Wetterich wird bis Anfang Juli insgesamt zehn Vorlesungen halten, die unter dem Titel „Vom Urknall zur Dunklen Energie – Eine Zeitreise durch das Universum“ steht. Und dafür holt sich der Experte Unterstützung von anderen Experten: Gastredner sind weitere international renommierte Astrophysiker, zwei davon sind sogar Nobelpreisträger. Dabei geht es auch um Schwarze Löcher, Galaxien und den Urknall – und um den Ursprung von Raum und Zeit schlechthin.

Info& auf Mainz&: Die Vorlesung „Und es werde Licht: die kosmische Hintergrundstrahlung“ findet am Dienstag, 6. Mai, um 18:15 Uhr im Hörsaal RW 1 des Neubaus Recht und Wirtschaft auf dem Campus der Uni Mainz statt, genaue Adresse: Jakob-Welder-Weg 9. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Hier die weiteren Termine der Stiftungsprofessur 2014:

Beginn: jeweils 18:15 Uhr im Hörsaal RW 1, Haus Recht und Wirtschaft, Jakob-Welder-Weg 9

Dienstag, 13. Mai 2014: Dunkle Energie: ein kosmisches Rätsel

Dienstag, 20. Mai 2014: Dark Matter – mit Gastredner: Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Frank Wilczek,
Herman Feshbach-Professor für Physik, MIT, Cambridge; Nobelpreis 2004

Dienstag, 27. Mai 2014: Gravitation regiert die Welt: Einsteins Gleichungen leicht gemacht

Dienstag, 3. Juni 2014: Massereiche Schwarze Löcher und Galaxien
mit Gastredner: Prof. Dr. Reinhard Genzel, Direktor und wissenschaftliches Mitglied am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik Garching; Professor für Physik, University of California, Berkeley

Dienstag, 17. Juni 2014: The Accelerating Universe
mit Gastredner: Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Brian P. Schmidt, Professor für Astronomie, Research School of Astronomy and Astrophysics at the Australian National University, Canberra; Nobelpreis 2011

Dienstag, 24. Juni 2014: Der Urknall: Wie unser Universum aus fast nichts entstand

Dienstag, 1. Juli 2014: Kosmische Strukturbildung im Großrechner
mit Gastredner: Prof. Dr. Dr. h.c. Simon D. M. White, Direktor und wissenschaftliches Mitglied am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik Garching; Forschungsprofessor am Steward Observatory, University of Arizona

Dienstag, 8. Juli 2014: Der Ursprung von Raum und Zeit – Abschlussveranstaltung

Das Programm und weitere Infos findet Ihr auch hier: http://www.stiftung-jgsp.uni-mainz.de/680.php

 

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