In Hessen wird demnächst die Zukunft des Fahrradverkehrs erforscht: Gleich drei von sieben neuen Fahrrad-Professuren des Bundes gehen ins Nachbarland Hessen, und zwar nach Wiesbaden, Frankfurt und Kassel. „Das ist ein richtig großer Erfolg“, sagten Wissenschaftsministerin Angela Dorn und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (beide Grüne), damit werde die Zukunft des Radverkehrs „maßgeblich von Hessen aus erforscht und gestaltet.“ Das Bundesverkehrsministerium hatte im April 2019 insgesamt sieben Stiftungsprofessuren ausgelobt, die offiziellen Bescheide für die Vergabe aller Professuren sollen Anfang Februar in Berlin übergeben werden. Rheinland-Pfalz erhält keine Professur.

Drei Fahrrad-Professuren für Hessen - Wiesbaden und Frankfurt erforschen Zukunft des Radverkehrs
Modernes Fahrradparkhaus in der schwedischen Stadt Malmö. – Foto: gik

„Mobilität ist vielfältig, nachhaltige Mobilität ist die Zukunft“, sagte Al-Wazir. Zu einer erfolgreichen Verkehrswende in Hessen gehöre auch das Fahrradfahren, hier gebe es „viel aufzuholen“, räumte Al-Wazir ein, Zugleich verwies der Minister darauf, dass Hessen sich in diesem Bereich derzeit auch stark engagiere. So werde der Radschnellweg zwischen Frankfurt und Darmstadt gebaut, weitere Korridore für noch mehr Radschnellverbindungen sollen in naher Zukunft identifiziert werden – gerade bewilligte das Land Hessen der Stadt Wiesbaden 81.000 Euro für die Durchführung einer Machbarkeitsstudie für die Entwicklung eines Radschnellweges zwischen Wiesbaden und Mainz. Dabei soll ein rund elf Kilometer langer Korridor zwischen dem Wiesbadener und dem Mainzer Hauptbahnhof für eine Radschnellverbindung genauer untersucht werden.

Dazu investiere das Land Hessen derzeit Rekordmittel für den Bau neuer Radwege an Landesstraßen und die finanzielle Förderung kommunaler Projekte, betonte Al-Wazir. „Ich freue mich daher sehr auf die Impulse der Forschungsarbeit, die von den drei hessischen Radprofessuren angestoßen werden wird“, fügte der Minister hinzu. Die neuen Professuren werden im Rahmen des „Nationalen Radverkehrsplan 2020“ entstehen und für bis zu fünf Jahre finanziert. Eine Folgefinanzierung musste von den Universitäten und Hochschulen abgesichert werden. Entstehen werden sie an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden, der Frankfurt University of Applied Sciences sowie an der Universität Kassel. In Rheinland-Pfalz wird es hingegen keine solche Fahrrad-Professur geben, wie das Mainzer Wissenschaftsministerium auf Anfrage von Mainz& mitteilte.

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„Es gibt keinen ökologischen Aufbruch ohne die Wissenschaft“, betonte Dorn. Dazu gehörten auch und ganz besonders Zukunftsthemen wie nachhaltige Mobilität, Umwelt- und Klimaschutz. „Ich freue mich sehr für die drei Hochschulen, die sich mit ihrer Expertise im bundesweiten Wettbewerb durchsetzen konnten“, sagte Dorn, das zeige, dass die hessischen Hochschulen gut dafür aufgestellt seien, Lösungen für gesellschaftliche, technische und andere Herausforderungen zu erarbeiten.

Drei Fahrrad-Professuren für Hessen - Wiesbaden und Frankfurt erforschen Zukunft des Radverkehrs
Radweg entlang der Rheinpromenade in Mainz-Kastel. – Foto: gik

Das Land Hessen hatte Ende 2019 erstmals einen eigenen Fahrrad-Monitor vorgestellt. Darin wünschte sich fast die Hälfte der Hessen jeweils mehr Radwege getrennt vom Autoverkehr, mehr Fahrradstraßen, breitete Radwege sowie bessere Oberflächen für selbige. Nur 56 Prozent fühlen sich auf dem Rad im Straßenverkehr sicher. Die Zahlen waren praktisch identisch mit der bundesweiten Befragung, bei der sich die Radfahrer bundesweit mit einer überwältigenden Mehrheit für Radwege getrennt vom Autoverkehr und von Fußgängern aussprachen. 82 Prozent fühlten sich dabei beim Radfahren auf der Straße ohne Radstreifen unsicher, 60 Prozent wünschten sich mehr Radwege, 53 Prozent die Trennung von Radfahrenden von den Pkws sowie von den Fußgängern (45%).

Info& auf Mainz&: Mehr zur Machbarkeitsstudie für einen Radschnellweg zwischen Mainz und Wiesbaden lest Ihr hier bei Mainz&. In dem Artikel bereiten wir auch die Zahlen aus dem ersten Hessischen Fahrradmonitor auf, den das Land im November 2019 vorstellte.

 

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