Uodate–Update–Update– Die Baustelle auf dem Lessingplatz ist ja ein unendliches Ärgernis: Seit August 2013 laufen rund um den Lessingplatz Bauarbeiten. Mal wird die Straße gesperrt, mal werden Gruben aufgerissen, mal Rohre verlegt, und mal gleich die ganze Kreuzung Lessingstraße/Leibnizstraße für Wochen lahm gelegt. Einem reicht das jetzt ganz

"Drei Jahre Null Information" - Ärger um Baustelle auf dem Lessingplatz
Wutschilder am Kiosk – Leopold Berghuber reicht’s – Foto: gik

besonders: Kioskbesitzer Leopold Berghuber hat an seinem Laden Schilder aufgehängt. Darauf steht: „3 Jahre Dreck, 3 Jahre weniger Parkplätze, 3 Jahre Null Information“. Besonders der letzte Punkt ärgert den Kiosk-Betreiber: „Die Informationspolitik ist eine Katastrophe“, schimpft er.

Und Berghuber ist nicht allein damit: „Das ist ein starkes Stück“, ärgert sich der langjährige Neustadt-Ortsvorsteher Gerhard Walter-Bornmann (SPD): „Der Stadt ist Scheißegal, was sich hier abspielt!“ Drei Jahre, das ist übrigens der Zeitraum, in dem die komplette Lessingstraße neu gemacht wurde. Die heutige Baustelle hält seit August an.

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Stein des Anstoßes diesmal: Seit Montag ist die für die Neustadt so wichtige Straßenkreuzung unvermittelt wieder einmal gesperrt. Die Sperrung kam für die Anwohner völlig überraschend, kein Halteverbotsschild machte am Vortag darauf aufmerksam. Auch Mainz& war betroffen: Unser Auto parkte regulär in der Lessingstraße – und war am Montagmittag auf einmal von Zäunen umzingelt. Ganz schlecht, wenn man eilig auf einen Termin muss. Noch schlechter, wenn die Bauarbeiter auf die Beschwerde hin ausfallend werden.

"Drei Jahre Null Information" - Ärger um Baustelle auf dem Lessingplatz
Die unendliche Baustelle auf dem Lessingplatz – Foto: gik

„Das geht einfach nicht, was die hier machen“, ärgert sich Leopold Berghuber, der seinen Eck-Kiosk jetzt inzwischen im 14. Jahr betreibt. Er erfuhr am Donnerstagmittag von den Bauarbeitern, dass der Bürgersteig vor seiner Tür demnächst aufgerissen wird, um dort Natursteine zu verlegen – und zwar bis zu seiner Tür. „Warum sagt mir das denn keiner?“ empört er sich. Sobald nämlich mal wieder die großen Bauzäune auftauchen, um die Fußgänger im Bogen um die Kreuzung zu leiten, sinken bei Berghuber die Einnahmen in den Keller, weil die Passanten wegbleiben. „Das sind Umsatzeinbußen für uns“, sagt Berghuber, „25 Prozent weniger, sobald der Zaun steht.“

„Wir versuchen, den Anwohnern möglichst weit entgegen zu kommen“, sagt der Projektleiter für die Baustelle, Friedrich Funder vom Mainzer Wirtschaftsbetrieb. Für die Anwohner hat er allerdings eine schlechte Nachricht: Die Baustelle bleibt noch bis Ende Mai, mindestens. Derzeit werde die Lessingsstraße mit einem Frostschutz-Material aus einem Mineralgemisch gefüllt, als Unterbau für die künftige Straßendecke. Dann werden Straße und Kreuzung erst einmal wieder befahrbar gemacht, damit am Fastnachtswochenende die Fluchtwege befahrbar sind.

"Drei Jahre Null Information" - Ärger um Baustelle auf dem Lessingplatz
Straße auf, Straße zu – Die Kreuzung wird noch zweimal gesperrt – Foto: gik

An Aschermittwoch geht es dann gerade wieder von vorne los: Für zwei bis drei Wochen wird die Kreuzung Lessingstraße/Leibnizstraße erneut komplett gesperrt. Dann sollen die Bordsteine auf der ganzen Kreuzung neu gemacht werden, mit Natursteinen, die übrigens aus China kommen. Danach wird die Kreuzung wieder frei gegeben, die Lessingstraße bleibe aber weiter gesperrt, sagte Funder. Das dauere weitere vier bis fünf Wochen, in denen die Lessingstraße komplett neu gebaut werde.

Im Abschluss daran wird die Kreuzung Lessingstraße/Nackstraße für zwei bis drei Wochen lahm gelegt, um auch den Kreuzungsbereich neu zu machen. Danach werde für etwa drei Tage der komplette Bereich von der Leibnizstraße bis hinauf zur Nackstraße samt beider Kreuzungen gesperrt, um in einem Rutsch den Asphalt auftragen zu können. Das ist für Ende Mai geplant – wenn denn nichts dazwischen kommt.

Aber während die Anwohner um den Lessingplatz regelmäßig mit Flugsendungen informiert wurden, gab es bei den Anwohnern in den Querstraßen – nichts. In der Leibnizstraße gab es seit Monaten keinerlei Informationen zu der Baustelle, das weiß Mainz& aus dem eigenen Briefkasten. Funder verweist auf die Anwohnergespräche, die es gegeben habe. „Wenn Sie dahin gekommen wären, wüssten Sie Bescheid“, sagt der Ingenieur.

Auf den Einwand, dass die Gespräche vor Monaten stattfanden, und dazu auch noch zu sehr arbeitnehmerunfreundlichen Zeiten, sagte Funder: „Wenn’s mich interessiert, kann man das packen.“ Bleibt noch die Frage, ob ein Anwohnergespräch vor Monaten als Informationspolitik reicht… Die Mitteilung zu Leitungsarbeiten in der Mainzer Neustadt stammt jedenfalls vom August 2013.

Immerhin: Funder gelobte beim Ortstermin mit Mainz& am Donnerstag Besserung in Sachen Informationspolitik. Ob es allerdings für die Anwohner in der Leibnizstraße künftig Informationsflyer geben wird, da mochte er sich nicht festlegen. „Das wäre ja mindestens weitere 300 Stück“, sagte er. Doch eines nahm der Projektleiter auch mit: Mehr Informationen für die Anwohner, frühzeitige Benachrichtigung. Leopold Berghuber würde das freuen. „Die Baustelle“, sagte er noch, „kann ich nicht ändern – aber die Informationspolitik.“

Update&: Projektleiter Funder wiederum sagte zu, in den kommenden Tagen die Anwohner noch einmal zu informieren – inklusive der Leibnizstraße. Geht doch 😉 Und noch etwas bat mich Herr Funder, zu veröffentlichen: Seine Handynummer 0162 – 288 94 42. Was wir hiermit getan haben. Und Ihr habt nun eine Nummer für Beschwerden, Anregungen und Informationsbedarf. Ihr dürft die Leute aber auch gerne mal Loben!

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