Die neuen E-Scooter sind noch keine zwei Wochen auf den Straßen von Mainz unterwegs – da weitet der Anbieter Tier die Sperrzonen in der App noch weiter aus. Am Sonntag tauchte überraschend eine neue Karte in der Tier-App auf – mit zusätzlichen, neuen, rot eingefärbten Sperrzonen. Dazu gehören nun auch das gesamte Rheinufer sowie das komplette Unicampus, dabei hatte es gerade auf Letzterem in den ersten Tagen eine rege Nutzung der neuen elektrischen Scooter gegeben. Auch die Theodor-Heuss-Brücke gehört nun plötzlich zur „roten Zone“ – fahren darf man aber dort weiterhin. Damit wird die Ausweisung der von der Stadt Mainz eingeführten Sperrzonen noch verwirrender.

E-Scooter-Anbieter Tier weitet Sperrzonen in Mainz aus - Unicampus und Rheinbereich jetzt auch gesperrt
Alte (links) und neue Verbotszone für E-Scooter in Mainz. – Foto: gik

Am 7. August hatte das Berliner Unternehmen Tier als erster Anbieter die neuen E-Scooter in Mainz vorgestellt. Gleichzeitig hatte die Stadt Mainz aber großräumige Verbotszonen festgelegt, in einer „freiwilligen Vereinbarung“ mit Tier, wie Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) betonte. Zu den Verbotszonen gehört die gesamte Mainzer Innenstadt einschließlich Ludwigsstraße und Flachsmarkt, ebenso das gesamte Rheinufer. Die kleinen, elektrischen Tretroller sind besonders geeignet zur Überbrückung von Ministrecken in der Innenstadt, der Anbieter Tier bewirbt sie als ein Baustein für die Verkehrswende.

Der Haken an den Verbotszonen: Offiziell gibt es solche Verbotszonen in der Straßenverkehrsordnung gar nicht. In der App des Anbieters Tier sind die Zonen deshalb nur als „Parkverbotszonen“ ausgewiesen – für die Nutzer ist das ausgesprochen verwirrend. Am Wochenende tauchte dazu noch überraschend eine neue Karte in der App auf, hier war jetzt plötzlich auch der gesamte Rhein sowie der Unicampus eine „rote Zone“. Aufgefallen war das dem Verein „Campus Mainz“: „Nur eine Woche nach dem Start sind die Scooter jetzt auf dem Unicampus verboten!“, twitterte „Campus Mainz“ am Sonntagmorgen – dabei sei gerade der Campus in den ersten Tagen der Scooter „stark frequentiert“ gewesen. Eine Ankündigung gab es zu der Änderung nicht.

- Werbung -
Werben auf Mainz&

Der Unicampus sei „vorübergehend aus Versicherungsgründen als No-Parking-Zone eingestuft“ worden, dies sei nach einem Hinweis seitens der Mainzer Universität erfolgt, teilte Tier-City-Manager Daniel Horn am Montagabend auf Mainz&-Anfrage mit. Man stehe „bereits bezüglich eines Gesprächs zur Klärung im Kontakt“ mit der Hochschule. Das Ausweiten der roten Zone auf den kompletten Rhein und anliegende Gebiete sei „schlicht und ergreifend der Tatsache geschuldet, dass wir das Risiko von im Rhein versenkten Scootern und ein Parken an potentiell problematischen Stellen vermeiden wollen“ erläuterte Horn weiter – dazu zähle auch das Parken auf der Rheinbrücke.

E-Scooter-Anbieter Tier weitet Sperrzonen in Mainz aus - Unicampus und Rheinbereich jetzt auch gesperrt
Die Nutzungsbedingungen für die neuen E-Scooter des Unternehmens Tier werden immer verwirrender. – Foto: gik

Tatsächlich hatte es in der ersten Woche E-Scooter gegeben, die mitten auf der Theodor-Heuss-Brücke auf dem Gehweg abgestellt wurden – und zwar gleich vier nebeneinander. Die Anordnung, die ein Twitter-Nutzer fotografierte und verbreitete, wirkte allerdings weniger wie ein zufällig abgestellter E-Scooter durch einen Nutzer, sondern wie eine ordentliche Aufreihung der vier Fahrgeräte durch den Anbieter selbst. Von Tier hieß es nun, ein auf der Brücke abgestellter Scooter biete „enormes Konfliktpotenzial, das es im Interesse aller Verkehrsteilnehmer zu vermeiden gilt.“ Der Bahnhof Mainz-Kastel sei aber nur an der Rheinufer-Seite von der Erweiterung betroffen, von der Vorderseite könne er weiter angefahren werden.

Auch dürfe die Theodor-Heuss-Brücke weiter mit den E-Scootern überquert werden, nur dürfe man die Fahrzeuge eben hier nicht parken, betonte Horn weiter: „In 99 Prozent der Fälle sind Bereiche, in denen nicht geparkt werden darf, auch für das Fahren gesperrt, Brücken bilden hier eine der wenigen Ausnahmen.“ Wie der Nutzer das in der App erkennen soll, das sagte Horn indes nicht.

Info& auf Mainz&: Eine ausführliche Darstellung der neuen E-Scooter sowie der Verbotszonen für ihre Nutzung in Mainz lest Ihr hier bei Mainz&. Eine Kritik an der starken Beschränkung lest Ihr hier.

HINTERLASSEN SIE EINEN KOMMENTAR

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein