Es war der perfekte Abend: eine Legende, ewige Gitarrenriffs, Tausende drinnen, locker Tausend draußen – und das Gewitter wartete auch brav hinter der Bühne. Neil Young, live auf der Bühne im Zollhafen – was für ein Fest!

Ein genialer Abend mit Neil Young
Neil Young im Mainzer Zollhafen, von der Eisenbahnbrücke aus gesehen – Foto: gik

Zweieinhalb Stunden lang spielte der Altmeister aus Canada mit seiner Band Crazy Horse Songs quer durch seine Schaffenszeiten – und während wir dies schreiben, summt etwas im Kopf: „I wanna live, I wanna give, I’ve been a miner for a heart of gold…“ Oh my God.

Ziemlich pünktlich gegen 20.00 Uhr betrat Neil Young die Bühne, sagte kein Wort – und spielte. Erst Meditatives endlos Langes, das in die Zeit der 1970s entführte, die Zeit mit Crosby Stills & Nash, der legendären Folk-Rock-Band, die sich trennte, zusammenfand, trennte, zusammenfand – und die mit einflussreichsten Songs dieser Ära hervorbrachte, immer wieder auch zusammen mit Neil Young.

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Ein genialer Abend mit Neil Young
Neil Young im Mainzer Zollhafen – Blick durch den Einlass – Foto: gik

Nach Mainz hatte Neil Young seine Hausband Crazy Horse mitgebracht, und das Logo des reitenden Indianers leuchtete den ganzen Abend über groß über der Bühne und schien – je dunkler es wurde – immer mehr zu galoppieren. Aber vielleicht lag das ja auch an den über dem Platz wabernden Rauchfahnen… Tatsächlich war das Konzert auch ein Treff für alle Früher-mal-Hippies, für Nostalgiker, eingeschworene Fans….

Vor den Toren des Konzertbereichs fanden sich aber auch richtig viele jüngere Zuschauer, ein Beweis für die Dauerhaftigkeit eines Neil Youngs. Überhaupt lagerte vor den Zäunen eine große Menge, friedlich und entspannt, teils in Stühlen, teils auf Decken, und genoss das Konzert in vollen Zügen. Einige Hundert waren es mindestens, zeitweise dürften die Zaungäste auch die Tausendermarke überschritten haben.

Ein genialer Abend mit Neil Young
Vorfeld-Party bei Neil Young im Mainzer Zollhafen – Foto: gik

Und im Gegenteil zum Unheilig-Konzert herrschte dieses Mal auch an den Zäunen ein entspannterer Wachdienst. Zaungucker wurden nicht rüde weggescheucht, stattdessen erlaubte das Security Personal ausgedehnte Blicke durch den Einlass, und schlenderte höchstens mal freundlich vorbei, wenn jemand einen Zaun zum Wackeln brachte – super! So geht entspannte Festivalkultur – Danke Leute!

Und so genossen die Zuschauer drinnen zwar den deutlich besseren Blick, die Riffs und Melodien kamen vor der Tür aber genauso gut an, sogar Beifall wurde von hier aus gespendet. Und als der Star gegen 21.30 Uhr tatsächlich zum ersten Mal das Wort ergriff, jubelten auch vor dem Zaun viele. Also seine Lieblingslieder seien ja die mit Frauen, sagte Neil Young, und dass man die Liedtexte nicht so ernst nehmen sollte.

Ein genialer Abend mit Neil Young
A Man & the Crazy Horse – Neil Young by Night – Foto: gik

Und als hätte Young auch noch die Energiewende mit eingepreist, gab es am Ende einen Song zum Welt-Retten: „Who will stand up – and save the earth!“ schallte es wieder und wieder über den Platz, und offenbar wurden genau dafür zu Beginn des Konzertes eigens schwarze T-Shirts ausgegeben, kostenlos. Und so stand am Ende eines grandiosen Konzertes eben auch eine politische Botschaft – typisch für Neil Young.

Die dunklen Gewitterwolken hinter der Bühne Richtung Frankfurt hatten jedenfalls bis dahin brav gewartet. Erst als alle schon wieder sicher zuhause waren, öffnete der Himmel seine Schleusen – vielleicht wollte von da oben ja auch jemand das Konzert sehen 😉 Die Amis kamen mit ihren Hubschraubern ja auch ein paar Mal gucken…

Wie immer Ihr es nennt – Scheeeee war’s! Cool war’s! – es war ein perfekter Abend, ein spielfreudiger Star, ein großartiges Konzert. So geht Festivalsommer in Mainz! Und hier noch mal die Highlights im Bilde.

 

 

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