Wer am 11.11. keine Lust aus die irdischen Freuden der Meenzer Fastnacht hat, kann sich einem wahrhaft himmlischen Schauspiel zuwenden: Vor der Sonne zieht dann unser Nachbarplanet Merkur als winziger Punkt vorbei. Der sogenannte Merkurtransit ist ein ausgesprochen seltenes Ereignis, das nur alle 3,5 bis 13 Jahre stattfindet. Am kommenden Montag ist es so weit: Ab 13.30 Uhr zieht der Merkur vor der Sonne vorbei, mit bloßem Auge ist das nicht zu sehen. Aber dafür gibt es ja die Astronomische Arbeitsgemeinschaft Mainz: Sie lädt ab 13.00 Uhr in ihre Sternwarte in Klein-Winternheim zur Beobachtung.

Ein rasender Planet vor der Sonne: Merkurtransit am 11.11. mittags bei der Mainzer Sternwarte beobachten
Ein Merkurtransit vor der Sonne: Der Merkur ist der winzige Punkt unten in der Mitte. – Foto: Brocken Inaglory via Wikipedia

Von einem Merkurtransit spricht man, wenn der Planet Merkur von der Erde aus gesehen vor der Sonnenscheibe entlangzieht. Merkur ist der sonnennächste Planet, er kreist wesentlich schneller um die Sonne als die Erde – der Merkur braucht dafür nur ganze 88 Tage. Meist allerdings zieht der Merkur von uns aus gesehen unterhalb oder oberhalb der Sonne vorbei, nur manchmal stehen die Bahnen von Sonne, Merkur und Erde genau auf einer Linie – alle 3,5 bis 13 Jahre. Damit ist ein Merkurtransit deutlich seltener als eine Sonnen- oder Mondfinsternis – der nächste Merkurtransit findet erst im Jahr 2032 statt.

An diesem Montag gibt es also noch einmal die Chance, das seltene Himmelsschauspiel zu erleben – wenn man denn um die Mittagszeit herum Zeit hat: ab kurz nach 13.30 Uhr erscheint der Merkur vor der Sonne, und zieht dann bis 16.20 Uhr vor dem Himmelsgestirn vorbei. „Bei dem Merkurtransit wird die Tatsache, dass Planeten um die Sonne kreisen sichtbar“, beschreibt Hristina Heinen von der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft Mainz (AAG) die Faszination des Ereignisses: „Das weiß heute zwar jeder, aber man muss sich das nicht mehr nur theoretisch vorstellen, sondern, man kann es live beobachten. Die enorme Geschwindigkeit, mit der sich der Merkur bewegt wird optisch greifbar.“

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Erstmals wurde ein Merkurtransit im Jahr 1631 beobachtet – die exakte Berechnung gelang niemand anderem als dem deutschen Astronom Johannes Kepler. Der Merkur hat einen Durchmesser von knapp 4900 Kilometern, ist also etwa ein Drittel größer als unser Erdmond. Mit dem bloßen Auge ist er vor der Sonne trotzdem nicht zu sehen: Weil der Merkur nur ein 175-stel der Größe der Sonne hat, erscheint er lediglich als winziger Punkt auf der Sonnenoberfläche. Überhaupt sollte man mit bloßem Auge auf keinen Fall direkt in die Sonne gucken: Es drohen auch bei kürzester Dauer erhebliche Augenschäden bis hin zum Erblinden.

Ein rasender Planet vor der Sonne: Merkurtransit am 11.11. mittags bei der Mainzer Sternwarte beobachten
Grafik des Merkurtransits am Montag,. 11.11.2019. – Grafik: Vereinigung der Sternfreunde e.V.

Nötig zum Beobachten des Merkurtransits sei deshalb mindestens ein Feldstecher oder ein ausreichend starkes Teleobjektiv einer Kamera, beides muss aber unbedingt durch einen Filter geschützt sein. Besser deshalb: Ein professionelles Teleskop, wie es die AAG besitzt. Die Sternfreunde öffnen deshalb am 11.11. ab 13.00 Uhr die Paul-Baumann-Sternwarte in Klein-Winternheim. Ein spezielles Sonnenteleskop kann dann nicht nur den Merkur vor der Sonne in Großaufnahme sichtbar machen, sondern zeigt auch Einzelheiten der Sonnenoberfläche – sofern das Wetter mitspielt.

Die Beobachtungsbedingungen zumindest aus astronomischer Sicht stehen gut: Die Sonne wird zu Beginn des Transits im Mainzer Raum rund zwanzig Grad über dem Horizont stehen, also hoch am Himmel, informiert die AAG. Die Merkurscheibe wird dann zunächst auf der linken Sonnenseite knapp unterhalb der Mitte (bei etwa 8.00 Uhr) zu erkennen sein und dann langsam nach rechts oben (2.00 Uhr) wandern. „Das Ende wird bei uns nicht zu beobachten sein, denn wenn der Merkur gegen 16.19 Uhr die Mitte der Sonne erreicht hat steht die Sonne schon knapp vor dem Untergang“, so die AAG weiter. Ein freier Blick auf den Südwesthorizont, etwa auf einer Anhöhe, sei also hilfreich. Für Sternfreunde lohnt sich die Mühe aber: Der nächste Merkurtransit findet dann erst wieder am 13.11.2032 statt.

Info& auf Mainz&: Mehr zur Astronomischen Arbeitsgemeinschaft Mainz findet Ihr hier im Internet, dort steht auch, wie Ihr zur Sternwarte in Klein-Winternheim kommt. Eine tolle, sehr gut erklärte Beschreibung des Merkurtransits haben wir außerdem auf der Internetseite merkurtransit.de gefunden.

 

 

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