Samstag wird es voll in Mainz: Es steht mal wieder eine Demo an, allerdings eine besondere. Unter dem Motto „Energiewende retten!“ ruft ein breites Bündnis zu einem Protestmarsch durch Mainz auf. Dabei sind BUND, Campact, attac und die Naturfreunde, Robin Wood, die Anti-Atom-Organisation .ausgetrahlt sowie das Umweltinstitut in München. Und natürlich rufen auch die Grünen und die Linken zur Teilnahme auf. Das Ziel: die drohende Bremse für die Energiewende noch verhindern, einen Rückschritt zu Kohle und möglicherweise doch wieder zur Atomenergie stoppen.

"Energiewende Retten"-Demo am Samstag in Mainz & Wiesbaden
Demoaufruf „Energiewende retten!

Die Organisatoren schauen nämlich mit großer Sorge nach Berlin: dort solle es nach der Deckelung der Förderung für die Solarenergie nun auch der Windkraft „an den Kragen gehen“, damit drohe ein Frontalangriff auf die Energiewende, heißt es im Aufruf zur Demo, den Ihr hier findet. Die Energiewende drohe nämlich mit einem Ausbaudeckel und massiven Förderkürzungen abgewürgt zu werden.

„Gemeinsam fordern wir, dass der Ausbau von Erneuerbaren Energien nicht ausgebremst, sondern der eingeschlagene Weg mit Engagement weiter beschritten wird. Wir wehren uns gegen Gasförderung durch Fracking, gegen Kohle- und Atomkraft und gegen den ungebremsten Einfluss der großen Energiekonzerne, die kein Interesse an Regenerativen Energien zeigen“, heißt es im Aufruf der hessischen Grünen. Die haben ja einen neuen Wirtschaftsminister – Tarek Al-Wazir – und in Rheinland-Pfalz ist die Wirtschaftsministerin ebenfalls eine Grüne: Eveline Lemke. Na, dann … 😉

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Denn nach dem derzeitigen Stand hätten sich die Energieriesen wie RWE, E.On und Vattenfall massiv durchgesetzt, befürchten die Demo-Organisatoren – und das dürfe nicht sein: Die Energiewende müsse nämlich die Energieversorgung dezentralisieren, demokratisieren und in die Hände der Bürger gelegt werden. Damit meinen die Demo-Macher aber keine Verstaatlichung, sondern die Gründung von Bürger-Gesellschaften im Energiebereich und ähnlichen Formen kommunaler Energieerzeuger.

Kürzungen für Windkraft an Land unsinnig

Die Kürzungen bei der Windkraft an Land seien besonders unsinnig, heißt es etwa bei der hessischen Linken, da sie im Gegensatz zu großen Offshore-Projekten beispielsweise durch Kommunen oder Bürger-Genossenschaften oder etwa Bürger-Windparks errichtet werden könnten.Die großen Windparks in der Nordsee sind daneben auch der Grund, warum eine große Nord-Süd-Stromtrasse quer durch die Republik gebaut werden soll. „Überflüssig“, sagen dazu Umweltaktivisten und Gemeinden gleichermaßen – mehr dazu findet Ihr in der Reportage „Die Gegner, die keine sind“ über die Gemeinde Windhagen im Norden von Hessen (ist allerdings payed content).

Die Bundesregierung bediene mit ihren Plänen zur Reform des Erneuerbare Energien-Gesetzes vor allem die Interessen der großen Stromkonzerne „und bootet im Gegenzug die kleineren privaten Investoren aus“, kritisiert Christoph Bautz, Geschäftsführer von campact. Und Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt, nennt die Energiepolitik der Bundesregierung „halbherzig“ und befürchtet, der Atomausstieg solle aufgeweicht werden. Tatsächlich haben die ersten CDU-Politiker bereits wieder gefordert, die Laufzeit der Atomkraftwerke doch noch mal zu verlängern. Und Fukushima ist gerade erst drei Jahre her…

Noch könnten die Pläne der Großen Koalition gestoppt werden, heißt es weiter, weil sie bislang nur im Koalitionsvertrag stehen, nicht aber Gesetz sind. Deshalb rufen die Unterstützer Zehntausende zur Demonstration auf, die zeitgleich in sieben Landeshauptstädten stattfinden wird: In Düsseldorf, Hannover, KielMünchen, Potsdam und in Mainz/Wiesbaden. Wir machen hier nämlich schon wieder eine Extratour, und verbinden Mainz mit Wiesbaden per Demonstrationszug.

Info& auf Mainz&: Start ist um 12.00 Uhr in Mainz am Gutenbergplatz, danach soll der Zug über die Theodor-Heuss-Brücke nach Kastel ziehen. Von dort geht es mit Bus und S-Bahn weiter nach Wiesbaden, dort startet der Demonstrationszug dann um 14.00 Uhr am Bahnhofsvorplatz an der Ostseite. Die Abschlusskundgebung ist für 15:30 Uhr auf dem Schlossplatz angesetzt, das ist am Wiesbadener Landtag.

Mehr Infos zur Demo bundesweit und bei uns findet ihr hier: http://energiewende-demo.de/start/demos/mainzwiesbaden/

Mainz& findet: Die Energiewende ist ein Jahrhundertprojekt, das die Deutschen weltweit zum absoluten Vorreiter in Sachen Erneuerbare Energien machen würde! Und davon würde nicht nur die Umwelt demonstrieren: Wenn wir als Industrieland und als Land des „Made in Germany“ der Welt zeigen, dass 100 Prozent Erneuerbare geht – dann haben wir für die nächsten Jahrzehnte ausgesorgt. Bei der Energie, den Arbeitsplätzen und unserer Exportstatistik. Die würden uns die Bude einrennen…. schon jetzt wird das Projekt weltweit mit höchstem Interesse verfolgt! Etwa in China, das gerade an seinem Smog erstickt.

Also: geht demonstrieren und zeigt den Politikern, dass die Energiewende den Deutschen wichtig ist, dass sie gewollt wird und dass wir keine Aufweichung wollen! Das ist nämlich wirklich wichtig….

 

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