Die Fluglärmgegner gehen ja weiter unverdrossen jeden Montag zum Protest ins Terminal 1, 117 Montagsdemos waren es seit Einweihung der Landebahn Nordwest schon. Alle Achtung. Die 118. Montagsdemo allerdings wird kommenden Samstag stattfinden – für alle, die Montags nicht können, sagt das Bündnis der Bürgerinitiativen gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens. Das ist nett, darum solltet Ihr davon auch Gebrauch machen 😉 Anlässe gibt es genug – gerade erst erklärte Fraport-Chef Stefan Schulte, am Bau des Terminals 3 führe keine Weg vorbei.

Fluglärmgegner laden für Samstag zur Montagsdemo - Fraport besteht auf Terminal 3
Der Lärm kommt,,, Startender Flieger am Frankfurter Flughafen – Foto: gik

Die Demo am kommenden Samstag, den 22. November steht unter dem Motto „Flughafen stoppen – Zähne zeigen.“ Trotz anhaltendem Protest und Widerstand „halten Flughafenbetreiber und Luftverkehrslobby unvermindert am Wachstumskurs fest und wollen als nächstes das Terminal 3 bauen“, kritisiert das Bündnis der Bürgerinitiativen (BBI). Damit drohe eine weiter steigende Belastung der Rhein-Main-Region.

Der „einzig konsequente, aktive Schutz der Bevölkerung wird beharrlich verweigert, nämlich eine sofortiges striktes Nachtflugverbot“ zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr morgens, heißt es von Seiten des BBI weiter. Zudem müssten Starts und Landungen durch eine Begrenzung auf 380.000 Flugbewegungen pro Jahr gedeckelt werden.

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Doch von einer Deckelung der Flugbewegungen ist die Politik im Augenblick weit entfernt. Dazu hat Fraport-Chef Schulte nur rund zehn Monate nach Antritt der schwarz-grünen Landesregierung in Hessen die Samthandschuhe aus, und die Boxhandschuhe angezogen. Bei einer Anhörung der SPD-Landtagsfraktion zum Bau des Terminals 3 vergangene Woche ließ Schulte an einer Sache keinen Zweifel: „Wir werden bauen.“

Fluglärmgegner laden für Samstag zur Montagsdemo - Fraport besteht auf Terminal 3
Lufthansa Maschine am Frankfurter Flughafen – Foto: gik

Das Recht ist auf Schultes Seite, der Bauantrag für das Terminal 3 wurde kurz vor der Wahl von der Stadt Frankfurt noch schnell genehmigt. Und Schulte zieht derzeit mit einer Menge Argumenten bewaffnet durch Hessen und wirbt für den Terminalbau. Der sei vor allem auch deshalb notwendig, damit man als Flughafen die internationalen Flieger qualitätsvoll abfertigen könne, sagt der Fraport-Chef.

Die Passagiere wollten nämlich nicht nach sieben Stunden Flug oder mehr auf dem Rollfeld landen, und dann noch „eine Stadtrundfahrt des Flughafens per Bus machen“, betonte Schulte. Schon jetzt müsse der Flughafen viel zu viele Maschinen auf dem Vorfeld per Bus abfertigen, das sei „inakzeptabel“ und finde „null Kundenakzeptanz.“ Also ich weiß nicht, aber mit dem Bus wird man direkt zur Gepäckausgabe gefahren, zu Fuß durch den Flughafen ist man ewig unterwegs…

Schulte jedenfalls legte Tabellen und Zahlen vor, nach denen das Terminal  2 sogar schon überlastet sei – obwohl das Terminal im Normalbetrieb ja eher leer ist… Schult aber argumentiert nicht mit dem Normalbetrieb, sondern mit Spitzenbetrieb in Stoßzeiten – und da könne man schon jetzt die Passagiere nicht mehr stemmen. Europäische Konkurrenten wie London, Paris und Amsterdam seien da deutlich besser.

Fluglärmgegner laden für Samstag zur Montagsdemo - Fraport besteht auf Terminal 3 Was denn passiere, wenn Fraport das Terminal 3 nicht baue, wollte SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel wissen. Dann würden verstärkt Flieger der Billigairlines in Frankfurt zum Zuge kommen, deren Passagiere mache es nichts aus, auf dem Rollfeld abgefertigt zu werden, sagte Schulte – und drohte quasi mit noch mehr Lärm. Die Maschinen der Billigflieger „sind kleiner, und sie sind lauter“, sagte der Fraport-Chef. Lärmreduzierungen seien in der Zukunft aber in erster Linie durch leisere Flugzeuge zu erreichen – die aber gehörten dann den großen Airlines.

Wachstum werde heute nicht mehr durch mehr Flugbewegungen generiert, sondern durch größere Flugzeuge mit mehr Passagieren wie dem, A380, sagte der Fraport-Chef und betonte: „Alle Prognosen sagen ein weiteres Wachstum des Luftverkehrs voraus.“ Bis zu 5,1 Prozent könnten die Passagierzahlen in Frankfurt zulegen, in Zahlen seien das zwischen 68 und 73 Millionen Passagiere. „Wir sind das Tor für Deutschland in die Welt“, unterstrich Schulte, „wir brauchen das T3 spätestens bis 2021.“

Tja, da bleibt wohl nur die Schlussfolgerungen des BBIs: „Die von unerträglichem Fluglärm betroffenen Menschen in der Region werden in Zukunft noch stärker für ihre Interessen einstehen und Zähne zeigen müssen.“

Info& auf Mainz&: Demonstration am 22.11. um 12.00 Uhr im Teminal 1 des Frankfurter Flughafens unter dem Motto „Flughafen stoppen – Zähne zeigen“

2 KOMMENTARE

  1. Was viele nicht wissen:
    Nach Fraport und zurück kommt man und frau ab Bus- oder Straßenbahnhaltestelle im Stadtteil
    mit einer 5-er Gruppenkarte für ganze 3 € pro Nase !

    Wer alleine ist, geht im HBF zur großen Anzeigetafel;
    dort finden sich immer Mitfahrer, die eine Beteiligung anbieten.

    Abfahrt Mainz HBF
    10:59 auf Gleis 5 mit dem Regionalexpress oder
    11:02 auf Gleis 4 mit der S-Bahn

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