Heute beginnt sie nun, die Fußball-WM in Brasilien, und überall in Mainz bilden sich kleine oder größere Grüppchen, die sich um diese kleinen, viereckigen Dinger scharren – Männer, die auf Fußbälle starren 😉 Okay, Frauen sind auch dabei, und überhaupt wird die WM wohl zum großen Treffpunkt in Hinterhöfen, auf Balkonen und vor Großleinwänden werden. Allerdings gibt es da ein Problem: manch ein Nachbar dürfte not amused sein.

Fußball-Gucken: Rücksicht auf den Nachbarn oder zum Public Viewing
Wie hier beim RLP Open Air gibt’s neben der Großen Bleiche Public Viewing zur Fußball-WM – Foto: gik

Das Problem sind nämlich die späten Anpfiffzeiten: Weil Brasilien nun einmal fünf Stunden hinter uns liegt, wird etwa das Eröffnungsspiel heute Abend erst um 22.00 Uhr deutscher Zeit angepfiffen. Bis Mitternacht dürfte die Übertragungen dann locker gehen, aber was, wenn nicht jeder in der Umgebung länger schlafen kann?

Die Stadt Mainz bittet deshalb die Fußball-Fans um Rücksichtnahme auf die Nachbarschaft. „Man muss alle Fußball-Verrückten auch mal darauf verweisen, dass es auch Leute gibt, die mit Fußball nichts am Hut haben, oder früh raus müssen“, sagte Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr Mainz&. Es gebe eben auch den Schichtarbeiter bei Schott, der um 6.00 Uhr am Band stehen müsse – oder sogar noch früher. Der dürfte sich freuen, wenn bis 1.00 Uhr nachts rumgegrölt wird… okay, wir sagen: gefeiert wird 😉

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Also, auch wenn Ihr verrückt seid vor Freude über das Fußballfest: Informiert doch bitte Eure Nachbarn, wenn Ihr auf dem Balkon feiern wollt. Und so schön es ist, nachts durch die Straße zu ziehen, nicht jede/r teilt Eure Begeisterung…. Und wenn Ihr’s echt übertreibt, kann auch mal die Polizei oder das Ordnungsamt vor Eurer Tür stehen. Und das braucht doch echt keiner.

Fußball-Gucken: Rücksicht auf den Nachbarn oder zum Public Viewing
Feiern mitten auf der Großen Bleiche bei der Fußball WM 2006

Die Stadt Mainz ist deshalb auch restriktiv, wenn es darum geht, mitten in der Neustadt oder der Altstadt Public Viewing zu genehmigen. Kneipen in dichter Wohnbebauung dürfen deshalb nur maximal drei 22.00-Uhr-Spiele zeigen. Wohl gemerkt: alles, was um 18.00 Uhr oder um 21.00 Uhr startet, ist okay, die (wenigen) Spiele, die um Mitternacht angepfiffen werden, sind aber fürs Public Viewing tabu.

Für die späten Spiele um 22.00 Uhr hat die Stadt drei Kategorien gebildet: die großen Leinwände, die weg von der Wohnbebauung stehen, dürfen alle Spiele zeigen. Wer so halb drin, halb draußen ist, darf sechs Spiele zeigen. Und die Kneipen zwischen den Häusern müssen sich eben für drei Spiele entscheiden. „Mehr ist einfach nicht zumutbar“, sagt Peterhanwahr.

Dummerweise betreffen die späten Anpfiffzeiten vor allem die Spiele nach der Zwischenrunde: Achtelfinale und Viertelfinale finden zur Hälfte um 22.00 Uhr statt, das Halbfinale ebenso, das Spiel um den dritten Platz auch. Das Finale hat Glück, es wird um 21.00 Uhr angestoßen. Die Stadt rät deshalb, die späten Spiele doch einfach nicht zuhause anzusehen – sondern an den großen Public Viewing Bühnen. Macht doch auch viel mehr Spaß 😉

Fußball-Gucken: Rücksicht auf den Nachbarn oder zum Public Viewing
Public Viewing im Schatten der Brücke: am Mainz-Strand – Foto: gik

Public Viewing in Mainz gibt es übrigens zuhauf: Im KUZ-Biergarten, im Baron auf dem Uni-Campus, am Mainz-Strand, im Volkspark beim Schwayer und im schon schön. Für die Neustadt bieten sich das 7 Grad an, hier soll’s mehrere Bildschirme geben, und auch der Biergarten im Zollhafen, Planke Nord, ist mit Public Viewing dabei. Das ist dann auch garantiert weit weg genug 😉

Public Viewing soll es auch in der Eishalle am Bruchweg geben, berichtet der Jugend-Radiosender Das Ding auf einer Übersichtsseite, wo Ihr auch alle anderen Public Viewing Tipps findet. Und es gibt wieder das große Public Viewing auf dem Ernst-Ludwig-Platz, direkt an der Großen Bleiche zwischen Schloss und Landtag gibt’s wieder eine Großleinwand. Allerdings wird auch hier Eintritt beziehungsweise ein Mindestverzehr von 6,- Euro fällig. Ob das die Mainzer anlockt?

Fußball-Gucken: Rücksicht auf den Nachbarn oder zum Public Viewing
Jetzt rollt der Ball … – Grafik: gik

Erstmals bietet übrigens Mainz 05 auch ein Public Viewing in der Coface Arena an: 5.000 Plätze auf der Fan-Tribüne, eine Riesenleinwand, die Macher versprechen Stadion-Feeling statt Wohnzimmer-Couch. Der Spaß kostete allerdings 4,- Euro Eintritt pro Spiel, und die Tribüne ist bestuhlt. Mehr dazu findet Ihr auf der Mainz 05-Seite.

Wem das nicht groß genug ist, der fährt einfach in die Commerzbank-Arena nach Frankfurt. Bei 45.000 Zuschauern kommt hier garantiert Arena-Feeling auf, dazu gibt’s die angeblich größte Leinwand der Welt mit 400 Quadratmeter Fläche. Allerdings kostet’s auch hier Eintritt: satte 8,- Euro. Und da sprechen die Frankfurter von „familienfreundlichen Preisen“…

Mainz& wünscht Euch jedenfalls viel Spaß!

Info& auf Mainz&: Einen tollen Überblick über die Zeitverschiebung und die Anpfiffzeiten in Brasilien und Deutschland gibt die Seite Zeitverschiebungen.net.

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