Der Umbau des Mainzer Rathauses rückt mit großen Schritten näher, die Stadt vergab am Mittwoch den Auftrag an einen Generalplaner: Das Büro agn Niederberghaus & Partner soll bis Sommer 2017 einen Plan für die Sanierung entwickeln. Agn werde das Rathaus als Gebäude unter die Lupe nehmen und eine Beschlussvorlage für den Stadtrat entwickeln, „die eine belastbare Aussage trifft, wie man mit dem Budget umgeht und wie weit man damit kommt“, sagte Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). Das Budget für die Sanierung bezeichnete Ebling erneut als auf 50 Millionen Euro gedeckelt.

Generalplaner sollen Rathaus-Umbau planen - Ergebnisse 2017
Marode und sanierungsbedürftig: Das Mainzer Rathaus – Foto: gik

Das im Dezember 1973 eingeweihte Rathaus ist mittlerweile völlig marode, gerade erst wieder sei bei den Starkregenfällen Wasser ins Gebäude eingedrungen, sagte Ebling. Dennoch will die Stadt das unter Denkmalschutz stehende  Gebäude des dänischen Architekten Arne Jacobsen sanieren, erst im Oktober 2015 hatte Ebling dafür einen Kostendeckel von 50 Millionen Euro verkündet. Nun sollen die Generalplaner aufzeigen, was dafür möglich ist.

Die Mängelliste ist indes lang: Wärmedämmung, Dichtheit der Hülle, verkommene Keller und Innenhöfe, marode Technik, schummrige Beleuchtung und eine miese Belüftung, weil kein einziges Fenster geöffnet werden kann. Ebling sagte denn auch, Ziel sei „natürliche Belüftung, wo immer es möglich ist, möglich zu machen“ – ob das aber heißt, dass es endlich öffnende Fenster gibt, wollte er nicht versprechen: Das müsse der Kostenrahmen ergeben.

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Es gelte auch, im Rathaus ein „optimales Arbeitsplatz- und Flächenverhältnis zu schaffen“, sagte Ebling weiter: „In diesem Gebäude könnten viel mehr Menschen arbeiten, wenn wir eine vernünftigere Flächenaufteilung hätten.“ Also wird agn auch Vorschläge zum Einbau neuer Büroflure machen. Es gehe darum, „das Rathaus in eine moderne Zeit zu überführen“, sagte Projektleiter Stefan Nixdorf – der Mann hat schon die Opel Arena in Mainz geplant.

Generalplaner sollen Rathaus-Umbau planen - Ergebnisse 2017
Ideen des Planungsbüros agn für das Mainzer Rathaus aus dem Ideenwettbewerb

Ästhetisch habe er „ein ähnliches Verständnis“ wie Erbauer Arne Jacobsen, sagte Nixdorf, und schwärmte von „einem der schönsten Ratssäle Deutschlands.“ Es gebe auch unausgeschöpfte Potenziale im Haus, die gelte es aufzuspüren, das wolle man auch mit typischen Charakteristika tun – wie es etwa die runden Aufzüge im Foyer sind. „Unsere Philosophie ist: Respekt vor dem Gebäude, Sensibilität der baulichen Substanz gegenüber und Wirtschaftlichkeit“, betonte Nixdorf.

Ob Ideen wie ein Bürgerdach oder eine Öffnung zum Rhein möglich seien, werde ebenfalls ermittelt: „Wie werden bis zum Sommer 2017 feststellen, ob das in den Kostenrahmen passt“, sagte er. Die einzelnen Bausteine sollen im Plan in Module unterteilt werden. Agn hatte übrigens schon den Ideenwettbewerb zum Mainzer Rathaus gewonnen. Dazu hat agn das Mainzer Ingenieurbüro von Lars Kützing im Boot, der sich um den Brandschutz kümmern soll. Kützings Büro kennt das Rathaus gut – sein Vater war seinerzeit für die statischen Berechnungen beim Bau zuständig.

Ebling betonte, mit agn habe die Stadt „ein hervorragendes und sehr gut aufgestelltes Büro für Generalplanerleistungen gewinnen können.“ Kriterien für die Auswahl seien neben einer Ausschreibung der Personaleinsatz bei dem Projekt, das technische Konzept sowie das Honorarangebot gewesen. „Wir verfahren gerne nach dem Motto günstig und gut“, betonte Ebling. Mit der Auswahl des Generalplaners sei man einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Sanierung voran gekommen: „Der Zustand des Gebäudes wird nicht besser…“

Info& auf Mainz&: Mehr zu den Plänen um die Rathaussanierung findet Ihr hier bei der Stadt Mainz. Unseren Bericht über die neuen Ideen fürs marode Rathaus könnt Ihr hier lesen.

 

 

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