Das Glasverbot an Rosenmontag auf dem Schillerplatz sorgt erneut für Streit. Der Mainzer Carneval-Verein (MCV), der ja in Mainz für die Straßenfastnacht zuständig ist, dachte jüngst laut über eine Ausweitung des Glasverbots vom Schillerplatz aus auf die Ludwigstraße nach. Das wiederum findet die Stadt Mainz nicht lustig: Einem Glasverbot auf der LU stehen 2016 nichts im Wege – wenn denn dafür eine rechtliche Begründung vorliege, sagte Wirtschaftsdezernent Christopher Sitte (FDP) am Dienstag.

Glasverbot an Rosenmontag sorgt für Streit
Haufenweise Glasmüll, hier nach Silvester – Foto: H-J Diener

Die Stadt Mainz hatte 2012 erstmals ein Glasverbot für den Schillerplatz ausgesprochen. Hier habe es besonders viel Glasbruch und damit besonders viele Schnittverletzungen gegeben, sagte Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr Mainz&: „Das war die zentrale Partymeile.“ 2012 wurden deshalb erstmals Eingänge für den Platz eingerichtet und das Glasverbot kontrolliert. Das Ergebnis: Die Verletzungen gingen deutlich zurück.

Nun wünscht sich der MCV offenbar eine Ausweitung auf die Ludwigstraße – doch das ist nicht so einfach. „Sie brauchen eine rechtliche Grundlage, die besteht aus unserer Sicht nicht“, sagte Peterhanwahr. „Fakt ist, dass der Stadt derzeit kein belastbares Zahlenmaterial vorliegt, um auf der Ludwigsstraße ein Glasverbot auszusprechen“, sagte Burkard Hofmann, Leiter der Abteilung Sicherheit und Ordnung bei der Stadt Mainz.

- Werbung -
Werben auf Mainz&
Glasverbot an Rosenmontag sorgt für Streit
Müllwerker auf der Kupferbergterrasse nach Silvester – Foto: H-J Diener

Dazu kommt die Länge der Strecke: Wollte man die LU abriegeln, bräuchte es natürlich auch Leute, um die Eingänge zu besetzen. Die Stadt habe aber nur 12 Mitarbeiter im Ordnungsamt zur Verfügung, sagte Peterhanwahr. Für eine zusätzliche Kontrolle der LU reiche das nicht. Zudem dürften die Eingänge nicht die Sicherheitskorridore und Fluchtwege abriegeln. Insbesondere die Sicherheit der Besucher durch die Gewährleistung der Fluchtwege sei dabei immer zu beachten, betonte Sitte.

Die Stadt will nun gemeinsam mit Polizei und Rettungsdiensten Zahlen für dieses Jahr erheben um zu sehen, ob damit ein Glasverbot für 2016 begründbar wäre. Ein komplettes Glasverbot, wie es das offenbar in Köln gibt, hält die Stadt für nicht umsetzbar. In Köln gebe es ganze Großflächen, die abgesperrt würden, durch die verlaufe aber nicht der Rosenmontagszug. Sprich: die Kontrolle ist dort leichter.

Bleibt also abzuwarten, was in diesem Jahr bei den Zahlen heraus kommt… Für 2016 wird offenbar über großflächigere Änderungen nachgedacht, in deren Zuge das Glasproblem wieder eine Rolle spielen wird. Wir halten Euch auf dem Laufenden.

HINTERLASSEN SIE EINEN KOMMENTAR

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein