Die Stadt Mainz will das Glasverbot zu Fastnacht deutlich ausweiten. Schon an Weiberfastnacht werde es auf dem Schillerplatz für 2016 ein Glasverbot geben, sagte Burkhard Hofmann, Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Mainz am Mittwoch im Ortsbeirat Altstadt. Auch habe die Stadt „die feste Absicht“, das Glasverbot an Rosenmontag auch vom Schillerplatz auf die LU bis zum Höfchen auszudehnen – „von Narrenturm zu Narrenturm.“ Gleichzeitig sollen an Fastnacht auch die Kontrollstellen ausgedehnt werden. Und es ist die Gründung einer Fastnachts-GmbH angedacht, nach dem Vorbild von Köln.

Glasverbot soll schon an Weiberfastnacht auf dem Schillerplatz gelten
Tonnenweise Glasmüll, gerade an Fastnacht – Foto: gik

Das Glasverbot an Rosenmontag in Mainz ist nicht unumstritten, die Stadt selbst hatte 2015 angekündigt, man müsse noch mehr Belege für die Gefahr des Glasbruchs sammeln, um ein Verbot begründen zu können. Das sei gelungen, sagte Hofmann, Allerdings lag die Zahl der Verletzten durch Glasbruch „nur“ bei 49 und damit praktisch gleich hoch wie 2014. Trotzdem will die Stadt das Verbot 2016 unbedingt ausdehnen. Die Glasproblematik habe sich 2015 bestätigt, noch immer gebe es zu viele Verletzte durch zersplittertes Glas, betonte Hofmann.

„Das ganze Glasverbot kann nur funktionieren, wenn es ausreichend kontrolliert wird“, räumte er weiter ein. Deshalb sollten nun Bezirke gebildet und mehr Kontrollstellen eingerichtet werden. Man werde jetzt mit dem MCV intensiv erörtern, welchen zusätzlichen Personalbedarf das mit sich bringe – und wer das zahle.

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Besondere Bauchschmerzen macht der Stadt Mainz inzwischen der Platz vor dem Fort Malakoff. „Man trifft sich auf dem Platz um abzufeiern“, sagte Hofmann, „wir haben hier ein riesiges Aggressionspotenzial.“ Tatsächlich war die Polizei an Rosenmontag 2015 gleich zu mehreren Schlägereien zum Fort Malakoff gerufen worden, der Alkoholpegel war hier offenbar besonders hoch.

Glasverbot soll schon an Weiberfastnacht auf dem Schillerplatz gelten
Plakat fürs Glasverbot an Rosenmontag

„Wir werden mit dem Haus der Jugend gemeinsam überlegen, wie wir mit dem Gelände 2015 umgehen“, sagte Hofmann: „Wir können nicht die Augen verschließen, wir müssen hier tätig werden.“ Man wolle nun mit den umliegenden Geschäften erörtern, an Rosenmontag keinen Alkohol mehr zu verkaufen, das werde aber wahrscheinlich nur auf freiwilliger Basis gehen. Der neue Supermarkt im Fort Malakoff habe sich aber schon bereit erklärt, an Rosenmontag ganz zu schließen. „Wir sind da optimistisch“, sagte Hofmann.

Der Ortsbeirat Altstadt regte zudem mal wieder an, viel mehr Toiletten aufzustellen, gerade auch für Frauen. Wir schließen uns dem ausdrücklich an 😉 In anderen Städten gibt es, wie wir hörten, saubere Toiletten sogar an Fastnacht – warum ist das in Mainz nicht möglich? Warum könnten nicht die Kneipen ihre Toiletten als „nette Toilette“ zur Verfügung zu stellen, fragte die Linke Waltraud Hingst.

Zum Toiletten-Problem habe die Stadt eine spezielle Arbeitsgruppe gebildet, um das Problem frühzeitig zu erörtern, sagte Hofmann weiter. Alle Anregungen seien herzlich Willkommen und würden auf jeden Fall geprüft. „Wir wollen das Problem frühzeitig angehen und gerade den Sommer dafür nutzen“, sagte Hofmann. Wenn Ihr also meint, an einer Stelle bedürfe besonders dringend Toiletten an Fastnacht, wendet Euch bitte an den Ortsvorsteher der Altstadt, Brian Huck, etwa unter der Email altstadt(at)gruene-mainz.de.

Übrigens berichtete die Frankfurter Rundschau am Mittwoch, die Stadt Wiesbaden prüfe die Einführung eines Speziallacks für von wilden Pinklern besonders stark frequentierte Hauswände. Der Lack soll aufgrund seiner stofflichen Eigenschaften so wasserabweisend sein, „dass der Urinstrahl zu seiner Quelle zurückgeschleudert werde“, berichtete der Kollege: „Die Hauswand pinkelt zurück…“ Das wär`doch mal was 😉

Zur Kontrolle des Glasverbots benötige man an Weiberfastnacht 35 Personen, an Rosenmontag einschließlich der Rosenmondnacht 65 Personen, sagte Hofmann weiter. „Wir werden unsere Schichtpläne so ausgestalten, dass wir möglichst stark hier präsent sind“, versprach der Ordnungsamtsleiter.

Dazu könnte die Organisation der Fastnacht sich langfristig grundlegend ändern: Es werde die Einrichtung einer GmbH geprüft, die nach Kölner Vorbild als Organisator der Fastnacht auftrete, sagte Hofmann. Daran beteiligt wären der MCV, aber auch die Mainzer Garden und die rechtsrheinischen Gemeinden Amöneburg, Kastel udn Kostheim, AKK. Damit könnte die Mainzer Fastnacht dann auch noch zentraler vermarktet werden. Diese grundlegende Änderung in der Mainzer Fastnacht aber braucht noch Zeit – die GmbH kommt frühestens 2017.

Info& auf Mainz&: Mehr zum Streit über das Glasverbot in Mainz lest Ihr in dem Mainz&-Artikel Streit ums Glasverbot.

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