Tiefe Trauer in Mainz: Herbert Bonewitz ist tot. Der legendäre Mainzer Fastnachter und Kabarettist starb am Montag im Alter von 85 Jahren nach langer Krankheit in Mainz. Sein Sohn Michael Bonewitz gab die traurige Nachricht am Abend via Facebook bekannt. „Er war ein großer Mainzer, Fastnachter, Kabarettist und ein großartiger Mensch“, schrieb Bonewitz, und fügte hinzu, sein Vater habe ja immer dies gesagt: „Auf meinem Grabstein soll mal stehen: Hier ruhen meine Gebeine, ich wollt, es wären Deine.“ Mainz trauert um einen seiner ganz Großen.

Herbert Bonewitz ist tot - Ur-Fastnachter, Kabarettist, legendärer Wortakrobat - Mainz trauert um "Prinz Bibi"
Herbert Bonewitz bei einer seiner letzten Lesungen. Der Fastnachter und Kabarettist starb am Montag im Alter von 85 Jahren in Mainz. – Foto: Alexander Sell

Hofnarr und beißender Spötter, Prinz Bibi und der Mann vom Kabarett – Bonewitz war schon zu Lebzeiten eine Legende: Der Ur-Mainzer feierte mit den Gonsbachlerchen die ersten Bühnenerfolge, in den 1970er Jahren las er als „Prinz Bibi“ der Gesellschaft die Leviten, auch den Fastnachtern selbst. Legendär seine närrischen Begrüßungen, in denen er die selbstzufriedene Fastnachtselite geißelte. Bonewitz war ein echter Narr, ein Eulenspiegel, der mit seinen spitzen Versen den Menschen den Spiegel vorhielt, ein „Revoluzzer der Fastnacht“ – was nicht jedem gefiel.

Geboren wurde Herbert Bonewitz am 9. November 1933 in Mainz, den Krieg und die Zerstörung der Stadt erlebte er als junger Bub mit. Bonewitz studierte Publizistik, sein Geld verdiente er später lange Jahre als Werbeleiter der Mainzer Firma Hakle. 1975 sagte er der Fastnachtsbühne Adé, 1983 wechselte er ganz ins Profifach als Texter, Kabarettist und auch Zeichner.

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Herbert Bonewitz ist tot - Ur-Fastnachter, Kabarettist, legendärer Wortakrobat - Mainz trauert um "Prinz Bibi"
Herbert Bonewitz als Alt-Fastnachter 2005 und als Urfastnachter am Flügel. Fotos: Archiv Bonewitz

Fortan trat Bonewitz auf den Kleinkunstbühnen der Republik auf und schrieb Bücher. Seine heiteren Glossen, spaßigen Kommentare, komischen Erzählungen und ulkigen Gedichte sah er als Gegengift zu den beängstigenden Zeiten der zunehmenden Barbarei. 2005 kehrte er noch einmal zu einem umjubelten Auftritt bei „Mainz bleibt Mainz“ zurück. „Ehret die Alten, bevor sie erkalten“, sagte Bonewitz damals, da verneigte sich der Saal ganz tief vor dem Altmeister.

2017 wurde sein Schicksalsjahr: Bonewitz durchlitt eine schwere Infektion, acht Tage lang lag er auf der Intensivstation, danach blieb er dauerhaft geh- und sehbehindert. Bonewitz beendete schweren Herzens seine Bühnenkarriere, wirklich erholt hat er sich nie mehr.Im November 2018 konnte er noch seinen 85. Geburtstag feiern, Bonewitz habe „als Fastnachter, Kabarettist, Zeichner und Autor in den vergangenen Jahrzehnten ein beeindruckendes Lebenswerk geschaffen“, gratulierte etwa Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

Bonewitz erhielt zahlreiche Ehrungen, darunter das Bundesverdienstkreuz und einen „Stern der Satire“ in Mainz. Seit 1958 war er mit seiner Frau Barbara, der Bärbel, verheiratet, er hat einen Sohn und eine Tochter. Bis zuletzt lebte er in seinem geliebten Mainz-Gonsenheim. Nun ist Herbert Bonewitz mit 85 Jahren in der Mainzer Universitätsklinik gestorben – Mainz trauert um einen seiner ganz Großen. Und wie schrieb sein Sohn Michael noch: „Auf Wiedersehen im Narrenhimmel!“

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