So, nachdem Ihr nun ausgiebig über die Analyse der Stadtplaner gebrieft seid, will ich Euch die Wünsche der Mainzer nicht vorenthalten. Leider waren bei diesem Forum zur Entwicklung des Innenstadtkonzeptes für Mainz am 6. März im Schloss nicht viele Mainzer Bürger da – die da waren, haben aber was gesagt. Und da standen ganz oben: mehr Grün, mehr bunte Mischung

IEK - Die Wünsche der Mainzer
Der Zollhafen in Mainz, das nächste zu bauende Wohnquartier – Foto: gik

Ein junger Bewohner der Mainzer Neustadt brachte die Kritik ziemlich gut auf den Punkt: Wenn Touristen nach Mainz kämen, die dächten sicher „so schön ist Mainz ja nicht“, sagte der junge Mann, der garantiert nicht aus Mainz stammte 😉 Dann kamen aber noch weitere Punkte: Deutlich mehr Grünflächen brauche es, am Rheinufer mehr Gastronomie, und Winterhafen und Zollhafen seien ja „sehr vernachlässigt“.  Wenn dann der Zollhafen „nicht ganz so scheußlich bebaut“ werde, wie der Winterhafen, sei das ein Fortschritt…

Jan Willenberg-Sebastian meldete sich nicht als Innenstadt-Juwelier, sondern als Familienvater zu Wort: Mehr Verweilmöglichkeiten am Rheinufer und mehr Gastronomie, wünschte auch er sich, dazu mehr Optionen für die Freizeit mit kleinen Kindern. Seitdem nämlich im Stadtpark das Palmenhaus zerstört und die Ziegen nicht mehr da seien, fahre er mit seiner Familie mit dem Auto zum Tierpark nach Gonsenheim. „Das Vogelhaus interessiert die Kinder nämlich überhaupt nicht“, sagte Sebastian.

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Durch den öffentlichen Nahverkehr per Umlage finanzierte Parkhäuser wünschte sich eine andere Besucherin, und Nein, das war nicht Mainz& 😉

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Mehr Grün in der Stadt – die Grüne Brücke in der Neustadt macht’s – Foto: gik

Ein anderer Mainzer wiederum – Ludwig Julius von der Lehrergewerkschaft GEW – listet gleich einen ganzen Katalog guter Vorschläge auf: In Sachen Wohnen müsse einfach künftig jedes Quartier eine soziale Mischung bekommen, das Negativ-Beispiel dafür sei der Winterhafen. „Das wäre eine wunderbare Erweiterung gewesen vom Stadtpark zum Hafenbecken“, sagte Julius, und bekam für Kritik wie Vorschlag viel Beifall aus dem Saal. Und er forderte auf zu prüfen, „in wieweit wir bei der Bebauung des Winterhafens noch eine Korrektur vornehmen können“ – erneuter Beifall.

In Sachen Grün schlug Julius vor, den Ernst-Ludwig-Platz zwischen Abgeordnetenhaus und Schloss einfach in Richtung Schloss zu erweitern, dafür das alte, flache Werkstattgebäude des RGZM-Museums abzureißen und auch gleich auf den Parkplatz am Schloss zu verzichten.

Andreas Behringer von der Altstadt-SPD wurde noch drastischer: Gegen die großen Leerstände in der Mainzer Altstadt müsse „schlicht und ergreifend auch durchgegriffen werden“, forderte er. Wenn ein Gebäude fünf Jahre leer stehe, müsse es auch Zwangsversteigerungen geben. Zudem will Behringer den Rest der historischen Stadtmauer an der Rheinstraße retten, das Gelände „verrottet seit Jahren vor sich hin, das ist ein absoluter Schandfleck“, schimpfte er. Dabei sei die Tankstelle dort schon seit 12 Jahren geschlossen, das Gelände sei zuletzt als Bauschutt-Ablagerung genutzt worden. „Kommunen müssen dort einschreiten können“, forderte er.

Keine schlechte Ideen, nicht wahr? Jetzt seid Ihr dran!

Was für eine Stadt wollt Ihr?

  • mehr Grünanlagen, und wenn ja: wo
  • großes Einkaufszentrum
  • kleine Ladenlokale
  • was vermisst Ihr?
  • Was kritisiert Ihr?
  • Wo soll es hingehen mit Mainz?
  • Gemütliche Altbauten, moderne Ökohäuser – oder beides?
  • Was soll aus dem alten FH-Gelände und der früheren Neutorschule in der Altstadt werden?

Das sind nur einige Anregungen für weitere Vorschläge. BITTE macht mit!! Helft mit, dass das IEK zu einer echten Agenda 2030 für Mainz wird – damit die Planung nicht gegen uns verwendet wird! Ihr könnt Eure Vorschläge noch bis zum 27. März per Email an iek@stadt.mainz.de schicken. Den Ausgangstext zum Forum gibt es hier, die ausführliche Analyse der Planer hier.

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