Es ist endlich so weit: Die Straßenfastnacht startet! Die Vorfreude ist riesig, und Petrus hat versprochen, mit dem Wetter gnädig zu sein. Also, los geht’s! Kostüm an, warm eingepackt – und ab uff die Gass‘! Die Umzüge in Mainz sind Kult, und abseits vom großen Rosenmontagszug hat Mainz auch viel zu bieten. Die Stadtteilumzüge erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, möglicherweise gerade in diesem Jahr, wo nicht jeder sich ins Getümmel stürzen mag. Deshalb hier ganz exklusiv die große Mainz&-Übersicht über die Fastnachtsumzüge in Mainz. Viel Spaß und Helau!

Weiberfastnacht, 4. Februar 2016: ab 11.11 Uhr auf dem Schillerplatz

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Tolle Hexen, närrische Weiber – der Fastnachtsdonnerstag gehört den Frauen! – Foto: gik

Das ist zwar kein Umzug, aber der Beginn der Straßenfastnacht in Mainz. Am Altweiberdonnerstag, genannt Weiberfastnacht, sind die Narren los, speziell natürlich die Weiber. Aber Nein, es ist nicht so, wie uns neulich ein Flüchtling fragte: An dem Tag tanzen zwar die Weiber, aber die Männer dürfen gerne mittanzen, wenn Ihr Euch benehmt 😉 Los geht’s natürlich um 11.11 Uhr auf dem Schillerplatz am Fastnachtsbrunnen. Gefeiert wird den ganzen Tag lang, Abends geht’s dann ab 18.11 Uhr weiter im Narrenzirkus auf der LU – das ist das große weiße Zelt vor der Deutschen Bank.

Und für Nicht-Fastnachts-Geübte und Neu-Mainzer sei noch auf einen alten Brauch hingewiesen: Frauen dürfen an Weiberfastnacht den Männern ihre Schlipse klauen oder genauer: abschneiden. Das Kappen der Krawatten dürfte durchaus etwas mit dem Phallussymbol Schlips zu tun haben, oder sagen wir mal, auf jeden Fall ist es ein Symbol männliches Statusses und Macht, das hier an diesem Tag gekappt wird. Also, liebe Männer, tragt vielleicht nicht gerade Euren Lieblingsschlips…

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, 10.11 Uhr, Krachmacherumzug in der Mainzer Neustadt

Schon am Fastnachtsdonnerstag zieht’s die Kinder in der Mainzer Neustadtauf die Gass‘: Der Krachmacherumzug der Städtischen Kindertagesstätte Goetheplatz durch die Mainzer Neustadt ist bereits Tradition. In diesem Jahr werden 105 Kinder aus aller Herren Ländern ab 10.11 Uhr mit Ihren Erzieherinnen und Eltern unter dem Motto „Zicke Zacke Hühnerkacke“ ordentlich Krach machen. Beim Umzug stürmen die Kinder auch Geschäfte, Banken, Kiosk, Kinderschutzbund, das Altenheim im Raupelsweg und vor allem die Ortsverwaltung in der Leibnizstraße, um Süßes zu rauben.

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Der Kinderprinz kütt! Beim Jugendmaskenzug am Dom – Foto: gik

Samstag, 6. Februar 2016, 10.11 Uhr, Kindermaskenzug Hechtsheim

Am Samstag geht es dann los mit den Stadtteilumzügen, den Anfang macht der Kindermaskenzug in Mainz-Hechtsheim.  Um 10.11 Uhr geht’s los, zum zehnten Mal ziehen dann kleine Hechtsheimer Narren durch die Straßen im alten Ortskern. Fast 1.000 Kinder und Jugendliche laufen mit dem Zug, der von Barbara Gauly und dem Team der Kita St. Pankratius organisiert wird. Vom Schulzentrum geht der Zug Richtung Ortskern, wieder zurück und endet im Schulzentrum. Mit Musik, Brezeln und Getränken geht für alle das Fest zu Ende.

Motto: „Alle Leute kommt und schaut,/ der 10. Kinnermaskenzug wird laut./ Schmückt die Straßen, macht Musik esst Kreppel,/ trinkt Woi und feiert mit./ Liebe Freunde macht Radau/ und ruft mit uns: Hexem Helau!“

Samstag,6. Februar 2016, 13.11 Uhr, AKK-Umzug in Mainz-Kastel und Kostheim

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Zugweg Akk-Umzug in Kastel und Kostheim am Fastnachtssamstag

Rechts des Rheins ist ja bekanntlich auch noch Mainz, und so fahren tatsächlich auch viele Mainzer gerne mal am Fastnachtssamstag auf die rechte Rheinseite. Dann nämlich zieht ein großer Stadtteilumzug durch die Straßen von Kastel und Kostheim. Um 13.11 Uhr setzt sich der nunmehr 22. AKK-Fastnachtsumzug in Bewegung. 55 Zugnummern gibt’s, es ist durchaus einer der größeren Umzüge in Mainz.

Los geht’s um 13.11 Uhr in der Ludwig-Wolkern-Straße, von dort geht’s hinunter zum Kasteler Ortskern, eine Runde durch den alten Ortskern und dann über die Hochheimer Straße und durchs Wohngebiet an der Innsbrucker Straße zum alten Ortskern von Kostheim. Auflösung ist dort am Heimatmuseum. Motto 2016: „Feier Fassnacht uff de Gass,/ Triffst viel Leut und hast noch Spaß.“ Infos im Internet findet Ihr hier.

Samstag, 6. Februar 2016, 14.11 Uhr, Jugendmaskenzug in Mainz

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Süße goldige Fußbälle gab’s in den Vorjahren beim Jugendmaskenzug – Foto: gik

DER große Umzug am Fastnachtssamstag ist aber natürlich der Mainzer Jugendmaskenzug, der größte Kinder- und Jugendmaskenzug Europas. Die Mainzer haben da ganz klar ein Alleinstellungsmerkmal. Der kleine Bruder des Rosenmontagszuges ist exklusiv für Kinder und Jugendliche, Wagen gibt es kaum, Motivwagen auch keine. Der Star sind die vielen, vielen Gruppen von Kitas, Schulen und Vereinen mit ihren wunderschönen Kostümen, die in liebevoller Arbeit über Wochen hinweg gebastelt werden. Am Fastnachtssamstag dann bestaunt Mainz seinen närrischen Nachwuchs auf den Straßen – ein Muss!

Mit 3.300 Teilnehmern ist der 59. Jugendmaskenzug in diesem Jahr ein bisschen kleiner als 2015. 9 Schulen, 10 Kindergärten und 8 sonstige Jugendorganisationen nehmen Teil, es gibt 3 Festwagen und 16 Musikgruppen mit rund 600 Musikern, darunter 2 Guggemusiken. 2,5 Kilometer lang sind alle Teilnehmer der 46 Zugnummern hintereinander gestellt, der Zugweg selbst ist mit 1,5 Kilometern Länge deutlich kürzer, auch als der Rosenmontagszug mit seine 7,2 Kilometern. Kurze Beine eben 😉

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Zugweg Jugendmaskenzug 2016 an Fastnachtssamstag in Mainz

Los geht’s um 14.11 Uhr in der Boppstraße, von dort geht es geradewegs zr Kaiserstraße und über die Gärtnergasse zur Schillerstraße , dem Schillerplatz und der LU hinunter zum Dom. Auflösung ist in der Schusterstraße/ Flachsmarktstraße. Motto 2016: „“200 Jahr Rheinhessenland/ bringt alle außer Rand und Band,/ die Määnzer Jugend feiert – lacht/ zum Jubeljahr an Fassenacht.“ Im Gegensatz zu den Erwachsenen haben die Kleinen zudem immer eine Kinderprinz: Seit diesem Jahr ist das Benjamin I. aus dem Hause Seitz – der Bruder des alten Prinzen. Noch mehr Infos zum Jugendmaskenzug hier.

Samstag, 6. Februar 2016, 14.11 Uhr: Rathauserstürmung und Umzug in Gonsenheim

Am Fastnachtssamstag ist dann auch die Narretei in Gonsenheim los: Hier geht es um 14.11 Uhr los mit der Rathauserstürmung, der Vereidigung der närrischen Rekruten und ihrer Soldauszahlung. Ordnung muss sein 😉 Um 14.44 Uhr setzt sich hier dann der Närrische Lindwurm in Bewegung, etwa eine halbe Stunde lang dauert das Spektakel.

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Haltet mal nach dem Ausschau: Bernd Frank ist die Jägergarde – die kleinste Garde von Mainz – Foto: gik

Zugweg: Rathaus Gonsenheim, Mainzer Straße, Oelwiesenstraße, Grabenstraße, Hermann-Ehlers-Straße, Schulstraße, Wilhelm-Raabe-Straße, Breite Straße, links in die Kirchstraße, Schulstraße – Ende im Schulhof Maler-Becker-Schule. Ab 15.44 Uhr findet dann das Närrische Schulfest im Schulhof der Maler-Becker-Schule statt, der Erlös des Schulfestes kommt der Schule zu Gute. Auch hier gilt: Besser mit Bus und Bahn kommen.

Sonntag, 7. Februar 2016, 11.11 Uhr: Parade der närrischen Garden

Das ist zwar kein „echter“ Fastnachtsumzug mit Bonbons und Wagen und so, aber die Parade der närrischen Garden gehört für viele Mainzer einfach zur Straßenfastnacht dazu. Die Garden sind ja das Rückgrat der Mainzer Fastnacht, entstanden sind sie als Persiflage aufs Militär – erst das französische, dann das preußische. Die älteste und Mutter aller Garden ist die Mainzer Ranzengarde, gegründet bereits 1837. Zweitälteste Garde ist die Kleppergarde von 1856, dicht gefolgt von den Haubingern von 1857 – das sind die Männer mit den komischen weißen Hauben auf dem Kopf.

Wie viele Garden es ist Mainz insgesamt gibt? Gute Frage…. Rund 80 Fastnachtsvereine zählt die Datenbank der Stadt Mainz, locker die Hälfte davon dürften Garden sein. Beim Neujahrsumzug zählte der Zug der Garden rund 1.000 Teilnehmer, gut, dass es am Fastnachtssonntag ab 11.11 Uhr noch ein paar mehr sind. Im Anschluss an die Parade trifft man sich übrigens zum Tanz auf der LU: Auf der Ludwigsstraße werden die Motivwagen präsentiert, zum ausgiebigen Bestaunen und Fotografieren. Und ab 13.11 Uhr wird um den Fastnachtsbrunnen getanzt.

Sonntag, 7. Februar 2016, 14.11 Uhr: Finther Zug der Lebensfreude

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Große Wagen, viele Bonbons – beim Finther Zug der Lebensfreude – Foto: gik

Der Sonntag ist der große Tag der Stadtteilumzüge, gleich drei gibt es davon. Der größte ist fraglos der Finther „Zug der Lebensfreude“, ein Geheimtipp für viele Mainzer. Seit 1954 bahnt sich bereits der närrische Lindwurm stets an Fastnachtssonntag durch den Ortskern von Mainz-Finthen, mit mehreren Zehntausend Besuchern ist er der größte Mainzer Stadtteilumzug. Die Gerüchte besagen zudem, dass hier im Ortskern die Jugend ausgelassen feiert.

Der 62. Finther Zug der Lebensfreude hat 60 Zugnummern, darunter neun Musikgruppen und rund 1.000 Aktive. Los geht’s um 14.11 Uhr in der Gonsenheimer Straße, am Beginn des alten Ortskerns. Von dort geht’s durch die Poststraße über die Flugplatzstraße in die Lambertstraße und von dort über Kirchgasse, Uhlerbornstraße, Kettelerstraße und durch die Huttenstraße zur Auflösung an der Waldthausenstraße. Motto: „In Finthen alles singt und lacht – Beim FCV an Fassenacht.“

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Zugweg Finther Zug der Lebensfreude 2016

Das Großereignis legt Finthen komplett lahm, der Stadtteil ist zwischen 12.00 Uhr und 17.00 Uhr komplett gesperrt. Selbst Katzenberg sowie die Kurmainz- und Flugplatzstraße – also die Hauptverkehrsachsen durch Finthen – können nicht mehr passiert oder erreicht werden. Der Verkehr aus Richtung Saarstraße wird für die Verkehrsteilnehmer nach Drais abgeleitet, um gefährliche Verkehrsrückstauungen wie in den vergangenen Jahren zu vermeiden.

Es wird dringend empfohlen, auf Busse und Straßenbahn auszuweichen, die Straßenbahn 51 fährt Sonderfahrten. Die Parkplätze auf dem Layenhof stehen in diesem Jahr übrigens nicht zur Verfügung! Parkplatzsuchende werden gebeten, auf die Parkplätze an der Coface-Arena auszuweichen, von dort soll es Shuttlebusse geben. Ob das wohl angenommen wird? Das Fußballstadion ist ja schon ein Stück weit weg von Finthen, dazu dürfte die Option für Wackernheimer wenig attraktiv sein… Alle Sonderfahrpläne findet Ihr hier bei der MVG, Infos zum Finther Zug genau hier.

Sonntag, 7. Februar 2016, 14.11 Uhr: Umzug in Bretzenheim

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Auch Guggemusiker gibt’s in den Stadtteilumzügen, wie diese Gruppe aus Basel – Foto: gik

Der zweite große Umzug am Fastnachtssonntag ist der Bretzenheimer Fastnachtsumzug. Der 39. Umzug setzt sich auch wieder um 14.11 Uhr in Bewegung und zieht dann kreuz und quer durch den alten Ortskern. Es ist ein echter Familienumzug, der mit rund 50 Zugnummern gar nicht so klein ist. Los geht’s in der Hans-Böckler-Straße, von dort geht’s über die Wilhelmsstraße in den alten Ortskern und hinauf zur Albert-Schweitzer-Straße, wo die Auflösung ist. Infos im Internet sind leider rar gesät über diesen kleinen, aber feinen Umzug.

Dienstag, 9. Februar 2016, 14.11 Uhr: Draaser Umzug in Mainz-Drais

Der kleinste Mainzer Stadtteil oben auf der Anhöhe über Mainz tanzt am Fastnachtsdienstag noch mal uff der Gass‘ – beim kleinsten Fastnachtsumzug von Mainz. Das Familienevent findet ab 14.11 Uhr im alten Ortskern statt, der Umzug startet in der Daniel-Brendel-Straße und endet an der Draiser Sport- und Kulturhalle.

Dienstag, 9. Februar 2016, 14.33 Uhr: Schissmellezug in Mainz-Mombach

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Die Guggemusiker – hier die Nodequetscher – sind die Stars unter den Musikkappellen – Foto: gik

Zum Ausklang der Fastnacht in Mainz trumpfen die Mombacher noch einmal groß auf: Um 14.33 Uhr startet hier der Schissmellezug, der Fastnachtsumzug im nördlichsten Stadtteil. In Mombach ist dann der Teufel los, es wird noch einmal gefeiert, bis die Schwarte kracht. Der Zugweg geht von der Oberen Kreuzstraße über die Suderstraße und die Albert-Knoll-Straße zur Hauptstraße und diese entlang bis zur Kreuzstraße.

Dienstag, 9. Februar 2016, 15.11 Uhr: Kappenfahrt (närrischer Korso) in der Innenstadt

Den Kehraus in Sachen Umzüge macht dann die Kappenfahrt: Der „närrische Korso“, wie die offiizelle Fahrt heißt, dient dazu, die letzten Bonbons und Wurfgeschosse unters närrische Volk zu bringen – es hagelt förmlich Süßigkeiten. Vereinschefs und Leiter närrischer Korporationen fahren dabei in offenen Autos durch die Straßen , eine wunderschöne Parade, in der oft auch Oldtimer mit dabei sind. Der Zugweg des Korsos folgt den bekannten Strecken – also Große Langgasse, LU und Schillerplatz sind in jedem Fall dabei.

2 KOMMENTARE

  1. das kann doch net sein das wirklich GANZ FINTHEN wegen diesen blöden umzug gesperrt ist!!!!!
    Wollte zu meiner gehbehinderten mutter fahren die am katzenberg wohnt und es ist NIEMAND da mit dem man VERNÜNFTIG hätte sprechen können!!!!
    diesen QUATSCH sollte man echt abschaffen!!!!! eine ganze ORTSCHAFT KOMPLET gesperrt!!!!

    • Tja, das nennt man Fastnacht, und die Mainzer lieben es 😉 Allerdings sollte man trotzdem vernünftig mit Leuten reden können. Leider gab’s aber wohl letztes Jahr so viele unvernünftige Autofahrer, die ohne Not oder echten Anlass Stau machten, dass die Polizei dieses Jahr rigoros sein wollte. Vertehe den Ärger – aber das zum Hintergrund. Und ja, wir sperren ganze Stadtteile für Fastnacht. Und Innenstädte. Weil einmal im Jahr das wichtiger ist als alles andere. Und das ist gut so! Zitiere da gerne den Obermessdiener: „Wer sie zu ernst nimmt, diese Welt, der geht an ihr zugrunde.“

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