Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert derzeit ein drastischeres Vorgehen gegen achtlos weggeworfene Zigarettenkippen und warnt vor den Umwelt- und Gesundheitsgefahren der „Kippen“. Auch ein Rauchverbot auf Kinderspielplätzen forderte der Umweltverband deshalb – in Mainz gilt das bereits: In der Landeshauptstadt Mainz gilt bereits seit Längerem ein Rauchverbot auf Kinderspielplätzen, geregelt sei das in der Gefahrenabwehrverordnung, sagte Stadtsprecher Marc André Glöckner auf Mainz&-Anfrage. Auch auf Bolzplätzen ist das Rauchen verboten, die Bußgelder sind allerdings eher niedrig: 20,- Euro werden für das Rauchen auf Spiel- und Bolzplätzen oder das achtlose Wegwerfen von Zigarettenkippen fällig.

Kampf gegen Kippen: In Mainz herrscht bereits Rauchverbot auf Kinderspielplätzen und Bolzplätzen
Zigarettenstummel vergiften Boden, Umwelt, Wasser – und Kleinkinder. – Foto: SillyPuttyEnemies via Wikipedia

Die DUH hatte vergangene Woche deutlich höhere Bußgelder gefordert: 200 Euro mindestens solle die illegale Entsorgung eines Zigarettenstummels kosten, forderte der Umweltverband. Der Grund: Die Stummel sind hochgradig mit Schwermetallen und krebserregenden Stoffen belastet – und sie verrotten in der Umwelt nur äußerst langsam. Die Stummel enthielten erhebliche Mengen Nikotins sowie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die sogenannten PAKs sind schon lange als krebsgerregend und gesundheitsschädlich bekannt.

Dazu seien die Kippen durch Schwermetalle, wie Arsen, Blei, Cadmium oder Chrom stark belastet, eine Zigarette könne bis zu 60 Liter Wasser verseuchen und Tieren schwere Schäden zufügen. Auch Kleinkinder auf Spielplätzen könnten sich ernsthaft vergiften, wenn sie die Zigarettenkippen in den Mund nehmen, warnte die DUH. Rund 204 Millionen Zigaretten werden in Deutschland noch immer pro Tag geraucht, eine Vielzahl der Kippen landen achtlos weggeschnippt auf Straßen und Plätzen oder in Parks oder eben Kinderspielplätzen.

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„Achtlos weggeworfener Müll, wie etwa Zigarettenkippen, ist auch bei uns in der Landeshauptstadt Mainz ein immer wiederkehrendes Ärgernis“, sagte Glöckner auf Mainz&-Anfrage. Schon 2006 habe die Stadt deshalb rund 140 Papierkörbe mit Aschenbechern nachgerüstet, moderne Papierkörbe seien standardmäßig damit ausgestattet. Liegen gebliebener Müll müsse von der Straßenreinigung aufgesammelt werden, dazu gehörten auch Zigarettenkippen.

Kampf gegen Kippen: In Mainz herrscht bereits Rauchverbot auf Kinderspielplätzen und Bolzplätzen
Achtlos weggeworfene Kippen sind ein großes Ärgernis – und eine Gefahr für die Umwelt. – Foto: Alina Zienowicz via Wikipedia

Dabei ist das Wegwerfen eine Ordnungswidrigkeit, Verstöße werden vom Ordnungsdienst der Stadt geahndet. Fällig wird beim Erwischen aber nur ein Verwarnungsgeld: 20,- Euro kosten das Wegwerfen einer Zigarettenkippe oder Zigarettenschachtel, 20,- Euro aber auch nur das Rauchen auf Spiel- oder Bolzplätzen.

Zum Vergleich: Das Wegwerfen einer Flasche, eines Kaugummis, einer Pommestüte oder eine Hamburgerpapiers kosten 25,- Euro, ein Papiertaschentuch oder eine Serviette kosten nur 15,- Euro. Für wildes urinieren werden hingegen 35,- Euro fällig, das Verunreinigen von Spielplätzen durch Hundekot wird mit 55,- Euro geahndet, ebenso das illegale Entsorgen von Abfall auf öffentlichen Plätzen.

Die Europäische Union will nun im Rahmen ihrer Plastikabfall-Richtlinie zum besseren Schutz der Meere Hersteller bestimmter Einwegartikel aus Kunststoff an den Reinigungskosten der Umwelt zu beteiligen. „Dabei können die Mitgliedstaaten die
Hersteller auch verpflichten, die Kosten für das Aufstellen geeigneter Sammelbehälter wie Aschenbecher im öffentlichen Raum zu tragen“, teilte die Bundesregierung im Januar auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag mit. Das könne Tabakprodukte mit kunststoffhaltigen Filtern betreffen. Zudem sei vorgesehen, dass Verpackungen mit Informationen unter anderem zum korrekten Entsorgungsweg und zu den negativen Umweltwirkungen einer nicht ordnungsgemäßen Entsorgung verpflichtet gekennzeichnet werden müssen. Der Bund werde nach Verabschiedung der Richtlinie Maßnahmen auf nationaler Ebene prüfen.

Info& auf Mainz&: Die gesamte Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Grünen könnt Ihr hier im Internet nachlesen. Unseren Bericht über die Gefahren von Zigarettenstummeln und die Forderungen der DUH lest Ihr hier bei Mainz&.

1 KOMMENTAR

  1. Leider fehlen an so gut wie jedem Spielplatz entsprechende Hinweisschilder bzgl. des Rauch- und Alkoholverbots. Im Ortsbeirat Mainz-Neustadt ist das in den vergangenen Jahren mehrfach beantragt worden, die Gründezernentin Frau Eder antwortete auf diese Anträge u.a.: „Eine flächendeckende Beschilderung von öffentlichen Plätzen muss aus gestalterischen und finanziellen Gründen abgelehnt werden.“ (https://bi.mainz.de/to0050.php?__ktonr=61056)

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