Habt Ihr Euch auch schon über die neue Mitnahmeregeln von Kindern in Bussen geärgert? Seit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2013 gilt nämlich eine neue Regelung. Und nach der dürfen Kinder – das betrifft die Kids zwischen 7 und 14 Jahren – nur noch nach 19.00 Uhr oder am Wochenende kostenlos mitgenommen werden, wenn man eine Zeitkarte hat. Das ist natürlich eine haarsträubende Regelung – wer ist schon mit seinen Kindern in diesem Alter nach 19.00 Uhr unterwegs? Die Stadt Wiesbaden zieht deshalb nun die Reißleine – und kehrt zur alten Regelung zurück. Das aber könnte die Nachbarstadt Mainz unter Zugzwang setzen.

Kindermitnahme im Bus - bald auch wieder in Mainz?
Diese Linie verbindet Mainz & Wiesbaden: ESWE-Bus der Linie 45 – Foto: ESWE-Verkehr

Der Wiesbadener Magistrat beschloss jedenfalls am Dienstag, zum 1. März zur alten Mitnahmeregelung im Tarifgebiet 65 zurückzukehren. Danach sollen Inhaber von Wochen-, Montas- oder Jahreskarten – genannt Zeitkarten – wieder den ganzen Tag über kostenlos Kinder mitnehmen können. Und das gälte dann für alle eigenen Kinder und zusätzlich maximal drei fremde Kinder. Da kann man also einen ganzen Kindergeburtstag mit auf die Reise nehmen.

Wiesbaden will auch Mainz zur Rückkehr bewegen

Genau das sei auch gewünscht, erfuhr Mainz& im Wiesbadener Rathaus: „Wir wollen die Menschen ja zum Busfahren bringen, schon aus ökologischen Gründen“, sagte Stadtsprecherin Ilka Gilbert-Rolke gegenüber Mainz&. Daneben will Wiesbaden auch für Familien attraktiv bleiben, deshalb nun die Rückkehr zur Kindermitnahme. Und die Wiesbadener haben dabei durchaus Hintergedanken: „Wir wünschen und schon, dass sich unser Modell im ganzen Rhein-Main-Verkehrsverbund durchsetzt“, sagte Gilbert-Rolke: „Die Chancen dazu gibt es.“ Im Übrigen seien die Kosten für so eine Regelung „geringer, als man denkt.“

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Ganz so einfach ist es allerdings nicht, bei dem Wiesbadener Verkehrsgesellschaft ESWE ist man noch zurückhaltend. „Wir müssen erst einmal schauen, wie wir mit dem Magistratsbeschluss umgehen“, sagte ESWE-Pressesprecher Holger Elz zu Mainz&. Entscheidungen über Preise der ESWE fälle nämlich nicht der Magistrat, sondern der ESWE-Aufsichtsrat. Auch hier kann man sich allerdings vorstellen, Verhandlungen mit den Mainzer Verkehrsbetrieben über eine einheitliche Regelung zu führen.

Aufsichtsratsvorsitzende der ESWE ist übrigens die Wiesbadener Dezernentin für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr, Sigrid Möricke (SPD). Schwer vorstellbar, dass sie einen Magistratsbeschluss ihrer Kollegen ablehnen würde 😉 Trotzdem: nach der Ankündigung ist noch vor der Umsetzung. Zu wünschen wäre es den Familien in Mainz und Wiesbaden auf jeden Fall.

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